Eiskunstlauf

«Gutes Signal»: Mindestalter wird auf 17 Jahre erhöht

31.10.2022 | Stand 31.10.2022, 12:48 Uhr

Kamila Walijewa - Die damals 15-jährige russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa bei den Olympischen Winterspielen in Peking. - Foto: Peter Kneffel/dpa

Der Weltverband hat aus dem Olympia-Skandal um die junge Russin Kamila Walijewa Konsequenzen gezogen. Bis zu den Winterspielen 2026 wird das Alterslimit im Eiskunstlauf von 15 auf 17 Jahre erhöht.

Die Zeit der 15-jährigen Vierfach-Springerinnen bei EM, WM und Olympia läuft ab. Der Weltverband ISU wird das Mindestalter im Eiskunstlauf bis zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo auf 17 Jahre anheben.

Mit 110:16-Stimmen entschied der ISU-Kongress im thailändischen Phuket, schrittweise das Limit einzuführen. In der Saison 2023/24 dürfen 16-Jährige antreten und im Winter darauf nur 17 Jahre alte Läuferinnen.

«Das ist ein gutes Signal nach außen, das hoffentlich zu einem Imagewandel führen wird», kommentierte Claudia Pfeifer, Sportdirektorin der Deutschen Eislauf-Union, den Beschluss. «Ich hoffe, dass der Eiskunstlauf in Zukunft wieder attraktiver wird.» Die DEU hätte es noch lieber gesehen, wenn der norwegische Antrag zur Altersbegrenzung angenommen worden wäre: Danach hätten schon von kommenden Winter an nur 17-Jährige bei EM und WM starten dürfen.

ISU zieht Konsequenzen nach Walijewa-Wirbel

Die ISU zog mit der Limitierung des Alters die Konsequenz aus der Kontroverse um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa bei den Peking-Spielen. Die damals 15-Jährige war durch eine positive Dopingprobe unter Druck geraten. Bekannt wurde das Ergebnis am 8. Februar - einen Tag nach dem Sieg der Russen mit Walijewa im olympischen Teamwettbewerb. Nach tagelangem Wirbel durfte sie auch wegen des Status' als Minderjährige dennoch im Einzel starten. Sie hielt aber dem massiven öffentlichen Druck nicht stand und verpasste als Vierte eine Medaille im Kür-Einzel.

Im Antrag der ISU-Führung war die Einführung einer Altersbeschränkung mit gesundheitlichen Risiken für junge Eisläufer wie «Burnout, Essstörungen und langfristige Verletzungsfolgen» durch die immer höhere Zahl von Vierfachsprüngen begründet worden.

Der ehemalige Leiter des Eiskunstlauf-Bundesstützpunktes in Berlin, Reinhard Ketterer, fügte ergänzend hinzu: «Den jungen Läuferinnen wird damit die psychische und physische Last genommen.» Und womöglich werden längere Karrieren wieder ermöglicht.

«Dies ist eine sehr wichtige Entscheidung», sagte der niederländische ISU-Präsident Jan Dijkema. «Ich würde sagen, eine sehr historische Entscheidung.» Als Reaktion auf den Olympia-Skandal in China hatte das Internationale Olympische Komitee die Weltverbände dazu gedrängt, ein generelles Mindestalter im Sport zu prüfen.

© dpa-infocom, dpa:220607-99-572964/3