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Das bringt der Tag in Wimbledon

30.06.2021 | Stand 01.07.2021, 16:41 Uhr

Jonas Güttler/dpa

Von den elf gestarteten deutschen Tennisprofis haben an diesem Mittwoch die ersten beiden die Chance auf den Einzug in die dritte Runde. Vor einem großen Match steht dabei Oscar Otte, die besseren Chancen dürfte Dominik Koepfer haben.

Dieses Match hat sich Oscar Otte redlich verdient. Der bislang eher Tennis-Insidern bekannte Kölner darf sich heute (Beginn 12.00 Uhr/Sky) auf den wohl größten Auftritt seiner Karriere freuen. 

Es geht gegen niemand Geringeren als den zweimaligen Sieger Andy Murray zum dritten Match des Tages auf den Centre Court von Wimbledon. Und Otte geht selbstbewusst in die zweite Runde des Rasen-Klassikers, bei dem er über die Qualifikation erstmals das Hauptfeld erreichte. «Morgen wird alles gegeben. Ich werde alles auf dem Platz lassen und will das Match auch gewinnen», verkündete er. «Ich freue mich einfach mega», sagte der 27-Jährige.

Da hatte er Wimbledon schon zum ersten Mal voll ausgekostet. Die Erstrunden-Partie gegen den französischen Qualifikanten Arthur Rinderknech war am Montagabend nach gut dreieinhalb Stunden beim Stand von 9:9 wegen Dunkelheit abgebrochen worden. Am Dienstag musste Otte wegen Regens erneut lange warten, ehe in der Fortsetzung, die mit einem Tiebreak endete, 13:12 gewann. Otte blieb den Tag über cool und vertrieb sich die Zeit am Fernseher - mit dem EM-Achtelfinal-Aus der DFB-Elf im Wembleystadion.

Obwohl Otte nur die Nummer 151 der Weltrangliste ist, braucht er sich nicht zu verstecken. Dass er dem Hamburger Alexander Zverev zuletzt bei den French Open in der ersten Runde die ersten beiden Sätze abnahm, ehe er noch verlor, wissen sie auch in England. Entsprechend begehrt waren Ottes Antworten in bestem Englisch.

Murray lobte er dabei als unglaublichen Athleten. Der 34-Jährige tritt erstmals seit 2017 in Wimbledon wieder im Einzel an und biss sich in Runde eins gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwili in vier Sätzen durch. Dabei brachte es der zweimalige Olympiasieger und Ex-Weltranglisten-Erste aber auch fertig, im dritten Satz eine 5:0-Führung und zwei Matchbälle zu verspielen. Natürlich hat Murray, der nach langwierigen Verletzungen eigentlich schon aufgehört hatte, die Fans auf seiner Seite. In der Weltrangliste ist er allerdings derzeit nur die Nummer 118.

Leichter als Otte dürfte es Davis-Cup-Spieler Dominik Koepfer gegen Kwon Soon Woo aus Südkorea haben. «Das ist schon eine gute Auslosung, es könnte schlimmer sein in der zweiten Runde eines Grand Slams», hatte Koepfer nach seinem Erstrundensieg gegen den an Nummer 27 gesetzten Amerikaner Reilly Opelka gesagt.

Auch der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic strebt den Einzug in die dritte Runde an. Der Serbe trifft auf den Südafrikaner Kevin Anderson, den er vor drei Jahren im Wimbledon-Finale besiegte.