Anklage in München

Mutmaßliche Spionage für China - Politologe festgenommen

06.07.2021 | Stand 06.07.2021, 10:40 Uhr

Marijan Murat/dpa

Der deutsche Politologe, der einen bedeutenden Thinktank betreibt, soll von 2010 bis 2019 Informationen an Pekings Geheimdienst übermittelt haben. Seine Quelle: hochrangige Kontakte in die Politik.

Wegen mutmaßlicher Spionage für China hat die Bundesanwaltschaft einen deutschen Politologen festnehmen lassen.

Bereits im Mai sei am Oberlandesgericht (OLG) München Anklage gegen ihn erhoben worden, teilte die Karlsruher Behörde mit. Der Mann soll dem chinesischen Geheimdienst fast ein Jahrzehnt lang, von 2010 bis 2019, regelmäßig Informationen übermittelt haben - vor oder nach Staatsbesuchen oder multinationalen Konferenzen und auch zu aktuellen Fragen.

Das Material habe der Mann, der seit 2001 einen international bedeutenden Thinktank betreibe, von seinen vielen hochrangigen politischen Ansprechpartnern gehabt.

Der Festgenommene sollte im Laufe des Tages in München dem Staatsschutzsenat des OLG vorgeführt werden, wie es hieß. Dort werde entschieden, ob er in Untersuchungshaft kommt.

Zuvor hatte das ARD-Hauptstadtstudio über die Anklage berichtet.