Windsor

Königliche Beerdigung: Prinz Philip auf Schloss Windsor beigesetzt

17.04.2021 | Stand 17.04.2021, 18:04 Uhr

Der Sarg von Prinz Philip, bedeckt mit seiner persönlichen Standarte, wird vor der Beerdigung des Herzogs von Edinburgh in Schloss Windsor, zum speziell angefertigten Land Rover Defender getragen. −Foto: Adrian Dennis/PA Wire/dpa

Die königliche Familie hat Abschied von Prinz Philip genommen.

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Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Ehemanns der britischen Königin Elizabeth II. wurde am Samstag während einer Trauerfeier in die königliche Gruft hinabgelassen.

Der Herzog von Edinburgh, wie Philip im Vereinigten Königreich genannt wird, war am 9. April auf Schloss Windsor nahe London gestorben, er wurde 99 Jahre alt.



Die Gruft ist aber nicht die letzte Ruhestätte Philips. Nach dem Tod der Queen wird der Prinzgemahl an die Seite seiner Frau umgebettet, für die ein Grab in der kleinen König-Georg-VI.-Gedenkkapelle vorgesehen ist. Dort ruhen die engsten Angehörigen der Königin: Ihr Vater Georg VI., ihre Mutter und ihre Schwester Margaret.

Landesweit erinnerten die Menschen zuvor mit einer Schweigeminute an den Herzog von Edinburgh, wie Philip im Vereinigten Königreich genannt wird. Die königliche Residenz Windsor war weiträumig abgesperrt. Scharfschützen postierten sich auf Hausdächern. Wegen der Corona-Pandemie hatten Behörden und Palast die Bevölkerung aufgerufen, nicht nach Windsor zu reisen und die Zeremonie am Samstagnachmittag im Fernsehen zu verfolgen.

Aufgrund der Corona-Vorschriften durften nur 30 Gäste an der Trauerfeier teilnehmen. Dabei handelte es sich um enge Verwandte des Herzogs von Edinburgh.

Landrover nach Philips eigenen Vorgaben gestaltet

Von seinem neuen Wohnsitz in Kalifornien war Enkel Prinz Harry angereist. Die Beziehung des 36-Jährigen zur Royal Family hatte zuletzt stark unter dem Umzug Harrys und seiner Frau Herzogin Meghan in die USA sowie Rassismus-Vorwürfen des Paares gegen den Palast gelitten. Die schwangere Meghan ist auf Rat ihres Arztes in den USA geblieben und verfolgte die Zeremonie im Fernsehen, wie zu hören war.

Als die Königin in ihrer Staatslimousine sich dem Zug anschloss, erklang die Nationalhymne. Vertreter der Armee marschierten in Gardeuniformen entlang des Leichenwagens. Dabei handelte es sich um einen Landrover, der nach Philips eigenen Vorgaben gestaltet war. Jede Minute feuerte die königliche Artillerie einen Schuss ab.

Nach der Trauerfeier haben sich die Brüder Prinz William und Prinz Harry, denen schwere Differenzen nachgesagt werden, unterhalten. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Harry am Ausgang der St.Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor zunächst mit Williams Ehefrau Herzogin Kate (39) sprach. Als William hinzu kam, schritten die drei gemeinsam - Harry mit Maske in der Mitte - über das Gelände.

Feier sei „schnörkellos“

Die Form der Beisetzung spiegele Philips Charakter wider, sagte der Royal-Experte Robert Hardman dem Sender BBC Radio 4. Die Feier sei „schnörkellos“. Die Trauergäste, darunter auch drei deutsche Verwandte Philips - Bernhard Prinz von Baden, Philipp Prinz zu Hohenlohe-Langenburg und Heinrich Donatus Prinz von Hessen - trugen Masken und hielten Abstand. Die Queen saß alleine.

Bei der Zeremonie dominierten Motive aus der Seefahrt, damit soll Philips Rolle in der Royal Navy gewürdigt werden. Noch zu seinen Lebzeiten hat sich der Prinz unter anderem „Eternal Father, Strong to Save“ gewünscht. Das Lied gilt als Hymne der Royal Navy, in der Philip während des Zweiten Weltkriegs diente und der er stets verbunden blieb. Wie vorab bekannt gegeben wurde, wird der Dekan von Windsor Philips „Freundlichkeit, Humor und Menschlichkeit“, würdigen.

Zu Ehren des Prinzgemahls veröffentlichte das Königshaus ein Gedicht von Simon Armitage, der 2019 zum sogenannten Poet Laureate des Vereinigten Königreichs ernannt worden war. Das Gedicht mit dem Namen „The Patriarchs - An Elegy“ ist eine Hommage an Philips Karriere in der Royal Navy und bezeichnet seine Generation als „Ehemänner zur Pflicht“ (husbands to duty) und „Urgroßväter von Geburt an“ (great-grandfathers from birth).

Palast erinnert mit mehreren teils privaten Fotos

Zudem erinnerte der Palast mit mehreren teils privaten Fotos an den Ehemann der Queen. „Die Königin möchte dieses private Foto von sich und dem Herzog von Edinburgh teilen, das 2003 auf der Spitze der Coyles of Muick in Schottland aufgenommen wurde“, hieß es zu einem der Bilder. Aufgenommen wurde das Bild demnach von Schwiegertochter Herzogin Sophie, der Ehefrau von Prinz Edward.

Premierminister Boris Johnson hatte auf die Trauerzeremonie verzichtet, um einem weiteren Familienmitglied die Teilnahme zu ermöglichen. Er beteiligte sich auf dem Landsitz Chequers an der Schweigeminute. Um die Stille nicht zu stören, verbot der nahe gelegene Flughafen Heathrow mehrere Minuten lang Starts und Landungen.

− dpa