Corona-Pandemie

Film zu Impfung für Kinder - Trailer sorgt für Diskussionen

06.09.2021 | Stand 13.09.2021, 18:11 Uhr

Szene des Trailers für den Dokumentarfilm «Eine andere Freiheit» (undatierte Aufnahme).- Foto: Schutzfilm/dpa

Bei Kindern und Jugendlichen sind schwere Verläufe einer Corona-Infektion eher unwahrscheinlich. Ein Dokumentarfilm thematisiert die Risiken einer Impfung. Und tritt noch vor dem Start Debatten los.

Ein neuer Dokumentarfilm aus Österreich will auf die möglichen Risiken von Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche aufmerksam machen. Auf Youtube ist seit dem Wochenende ein viel diskutierter Trailer für «Eine andere Freiheit» zu sehen, in dem auch Schauspieler Til Schweiger zu Wort kommt.

«Für Kinder ist dieser Virus absolut harmlos», eine Impfung mit ihren noch unbekannten Langzeitfolgen sei im Vergleich viel gefährlicher, wird Schweiger in dem sechsminütigen Clip zum Film von Patricia Marchart und Georg Sabransky zitiert.

Schweiger äußerte sich auf Anfrage bei seiner PR-Agentin nicht dazu. Auch die österreichische Schauspielerin Nina Proll spricht sich in dem Video strikt gegen eine Impfung aus.

Differenzierter Blick von Kinderärzten

Kinderärzte sehen das Thema bei heutiger Datenlage differenziert. Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendmedizin an der Uni-Klinik Köln, sprach sich am Montag gegen eine Off-Label-Impfung von Kindern unter 12 mit Vorerkrankungen aus. Off Label bedeutet, dass noch keine Zulassung für diese Altersgruppe vorliegt. «Wir haben fast 17 Millionen nicht erstgeimpfte Erwachsene, da ist das Problem», sagte er bei einem Presse-Briefing des Science Media Centers (SMC). «Die Erwachsenen haben die Pflicht, die Menschen, die sich nicht impfen lassen können und die letztlich gefährdet sind, mit zu schützen.»

Der Doku-Film sei wichtig, weil er zum differenzierten Denken beitrage, sagt der österreichische Kinderarzt Reinhold Kerbl, der in dem Trailer zu sehen ist. Er würde einem 16-Jährigen zwar zu einer Impfung raten, aber eher aus praktischen und sozialen Gründen. «Ich würde aber deswegen Ja sagen, weil ich diesem 16-Jährigen ein möglichst normales Leben wünschen würde», so Kerbl in dem Clip.

Das Risiko, dass mit dem Sars-Cov-2-Virus infizierte Kinder in ein Krankenhaus müssen, ist nach Angaben des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig bislang gering. Bei den 0- bis 4-Jährigen liege es bei 2 bis 4 Prozent, sagte Berit Lange,
Leiterin der Klinischen Epidemiologie, am Montag beim SMC-Briefing. Bei den Älteren bis 15 Jahre liege es bei 0,5 Prozent und steige dann wieder etwas.

Das Risiko, dass Kinder und Jugendliche sehr schwere Verläufe bekommen, intensivpflichtig werden und sterben, gilt in Deutschland als sehr gering. Bisher sind seit Beginn der Pandemie nach den Daten der Robert Koch-Instituts 23 Todesfälle bei unter 20-Jährigen bekannt, von denen die große Mehrzahl Vorerkrankungen hatte. Insgesamt sind bisher mehr als 92.000 Covid-Todesfälle in Deutschland registriert.