Nach Corona-Impfung

Darum sollten Sie Ihren Impfpass nicht in den sozialen Medien teilen

24.04.2021 | Stand 24.04.2021, 19:15 Uhr

−Symbolbild: dpa

Von Anna Hausmann

Fotos von Impfausweisen findet man aktuell zahlreich im Netz. Doch tatsächlich sollte man beim Teilen solcher Fotos Vorsicht walten lassen, wie der Donaukurier recherchiert hat.

Ob auf Facebook, Instagram oder Twitter: Aktualisiert man derzeit seine Timeline in den sozialen Netzwerken, findet man neben den obligatorischen Schnappschüssen frisch gepiekster Oberarme auch zahlreiche Fotos vom Impfpass samt Klebeetikett. Die Botschaft ist klar: „Ich wurde geimpft!“ Name, Chargennummer und Unterschrift des Arztes sind dabei oft genau zu erkennen. Aber: Sie sollten lieber kein Foto Ihres gelben Hefts in den sozialen Netzwerken teilen.



In den sozialen Medien teilt man sein Leben. Verständlich, dass da ein gewisser Stolz mitschwingt, wenn man endlich die langersehnte Corona-Impfung erhalten hat. Also schnell ein Foto geschossen und ab ins Netz. Schließlich macht das jeder so - oder nicht? Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ von Regierungssprecher Steffen Seibert ein Foto ihres Impfpasses auf Twitter verbreiten.



Doch tatsächlich sollte man beim Teilen solcher Fotos Vorsicht walten lassen.

Betrüger können die Daten abgreifen

„Auf dem Impfpass sind neben persönlichen Daten (Name, Geburtsdatum, Anschrift) auch medizinische Daten (Anschrift und Unterschrift des behandelnden Arztes sowie der Impfstoff mit entsprechender Chargennummer) vermerkt“, erklärt BLKA-Kriminalhauptkommissar Roland Mayer auf Anfrage des Donaukurier. Diese Daten könnten wiederum von Betrügern unter Umständen für Betrugsdelikte - durchaus auch in anderem Zusammenhang als mit „Corona“ - genutzt werden.

Auch das Gesundheitsministerium warnt auf Facebook genau vor solchen Betrugsdelikten:



Laut Auskunft des LKA erleichtert gerade die Veröffentlichung in sozialen Medien Betrügern, die Daten abzugreifen und auch Rückschlüsse auf die persönliche Lebenswelt von Personen zu ziehen. Insbesondere dann, wenn bei den Sicherheitseinstellungen nicht darauf geachtet wird, dass nur Freunde den Post sehen dürfen.

Grundsätzlich empfehle die Polizei, niemals persönliche Daten, wie zum Beispiel den Namen, das Geburtsdatum oder die Anschrift, zu veröffentlichen. „Für eine Veröffentlichung solcher Daten in sozialen Netzwerken an einen unbestimmt großen Personenkreis gibt es in der Regel auch keine Notwendigkeit“, so Kriminalhauptkommissar Roland Mayer.



Grundlage für Querdenker?

Jüngst kursierten auch Posts im Netz, so etwa auf Twitter, in denen User davor warnten, dass Chargennummern etwa von Querdenkern dafür genutzt würden, um falsche Nebenwirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut weiterzugeben.



Inwieweit das tatsächlich vorkommt oder eine Prüfung der übermittelten Daten stattfindet, konnte seitens des BLKA nicht beantwortet werden. Doch grundsätzlich habe jeder Bürger online die Möglichkeit, an das Paul-Ehrlich-Institut Nebenwirkungen einer Impfung oder eines Medikaments zu melden. „Wenn also jemand seinen Impfpass öffentlich sichtbar zur Verfügung stellt und somit Einblicke auf seine Daten gewährt, kann ein Unberechtigter diese Daten verwenden, gegebenenfalls auch für eine Meldung an das Paul-Ehrlich-Institut.“

Fazit:

Bevor man also seinen Impfausweis ins Netz stellt, sollte man lieber noch einmal überlegen, ob das Foto wirklich online für jeden einsehbar sein sollte. Stattdessen könnte man auch einfach wie früher zum Hörer greifen und seinen Liebsten davon erzählen.