Söder spricht von Amoklauf

Attentäter von Würzburg hatte Schutzstatus - Hinweise auf islamistisches Motiv

26.06.2021 | Stand 26.06.2021, 13:33 Uhr

Polizisten stehen am Tatort in der Würzburger Innenstadt. −Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach der Messerattacke in Würzburg gibt es Hinweise auf ein islamistisches Motiv des Angreifers. Allerdings schließen die Ermittler nach wie vor auch eine psychische Erkrankung als Hintergrund der Tat nicht aus.

Aus Sicherheitskreisen hieß es am Samstag, der mutmaßliche Täter habe bei seiner Vernehmung eine Äußerung gemacht, die auf religiösen Fanatismus schließen lasse. Hinweise auf Kontakte zu militanten Salafisten gibt es dem Vernehmen nach bisher jedoch nicht.



Der Angreifer soll 1997 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren sein. Er kam 2015 nach Deutschland. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erhielt der Somalier subsidiären Schutz.

Seehofer: „Ich bin tief erschüttert“

„Ich bin von dieser unfassbar brutalen Tat tief erschüttert“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. Eine abschließende Bewertung des Tatmotivs sei noch nicht möglich. Drei Menschen starben bei der Messerattacke, mindestens fünf wurden schwer verletzt. Zwei davon schwebten in Lebensgefahr.

„Nach allem, was wir wissen, ist es dem couragierten Eingreifen mutiger Männer und Frauen in Würzburg und dem entschlossenen Handeln der Polizei zu verdanken, dass noch Schlimmeres verhindert wurde“, sagte Seehofer. Dieses selbstlose und mutige Handeln „unter Einsatz ihres eigenen Lebens verdient höchste Anerkennung“.

Söder spricht von „Amoklauf“

Auch Bayerns Ministerpräsident Söder äußerte sich am Samstag zur Bluttat - und bezeichnete sie als Amoklauf. Ganz Bayern sei entsetzt über das, was in Würzburg geschehen sei, sagte Söder zu Beginn einer Landesdelegiertenversammlung der CSU am Samstag nach Nürnberg. Söder hatte bereits zuvor Trauerbeflaggung für den Freistaat angeordnet. Es sei ein „schwerer Tag für Bayern“, sagte Söder.

− dpa