TUM Campus Straubing

Söder eröffnet Neubau des Gebäudes „Nachhaltige Chemie“

14.10.2021 | Stand 14.10.2021, 17:09 Uhr

Freude über das neue Hochschulgebäude in Straubing: Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (v.l.), Ministerpräsident Markus Söder, OB Markus Pannermayr, Wissenschaftsminister Bernd Sibler und TUM-Campus-Straubing-Rektor Volker Sieber. −Foto: Bäumel-Schachtner

Von Melanie Bäumel-Schachtner

Seit vier Jahren ist Straubing Universitätsstadt - aber fast zehn Jahre hat es gedauert bis zu einem richtigen Hörsaal.

Am Donnerstagnachmittag aber war es soweit: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eröffnete den Neubau „Nachhaltige Chemie“ der Technischen Universität München (TUM), Campus Straubing. Ein Jahrzehnt Planung und Bauzeit sind zu Ende, investiert wurden über 55 Millionen Euro. Bei seinem Besuch unterstrich Söder, dass Straubing mit seinen Studiengängen rund um Nachhaltigkeit beim Klimawandel und der bayerischen High-Tech-Agenda eine tragende Rolle spielen werde.



Zum Wintersemester 2017/2018 startete der Campus für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der TUM in Straubing. Jetzt, vier Jahre und zahlreiche überbrückte Hindernisse später, sitzen seit dieser Woche die Studenten im hellen, geräumigen Hörsaal mit der vorbeifließenden Donau im Blick. Das Lehr- und Forschungsgebäude beherbergt auf 4500 Quadratmetern Nutzfläche die dringend benötigten Forschungs- und Ausbildungslabore, Seminar- und Büroräume und einen teilbaren Hörsaal für 300 Studenten.



Dass der Bau die Planer durchaus vor Herausforderungen gestellt hat, erläuterte Norbert Sterl, leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamtes Passau. Denn einerseits musste der Hochwasserschutz gewährleistet sein. Und andererseits wurde das Gebäude auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet. „Dies gelang dadurch, dass der Bau auf rund 250 Bohrpfähle gestellt wurde, die bis zu 22 Meter tief in den Boden ragen.“

Chemie muss stimmen

Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) ist sich sicher: „Wenn der Erfolg sich einstellen will, dann muss die Chemie stimmen. Ich will gleich mit der Tür in den Hörsaal fallen und sagen, dass dies für die Region heute ein wunderschöner Tag ist.“ Es werde nun sichtbar, was über Jahre miteinander besprochen, abgestimmt und geplant worden sei. „Das, was hier geschieht, ist eine Reise, auf die sich die ganze Welt begibt und auf der wir uns nur soviel nehmen, wie wir auch zurückgeben können.“

Auch die berühmten Straubinger Wünsche hatte der OB für Söder parat: Er bat, die zugesagten Stellen von 30 Professoren umzusetzen und auch in der räumlichen Struktur weiteres Wachstum zu ermöglichen. Konkret sprach Pannermayr das Voranbringen des Technikums, die Integration des Karmelitenklosters in die Hochschule und die Weiterentwicklung der Fraunhofer-Aktivitäten zu einem eigenständigen Institut an.

Wettstreit um Wissen sei international geworden

„Eine Universität ohne Hörsaal ist keine Universität“, sagte Volker Sieber, Rektor des TUM Campus Straubing und erklärte, in Straubing habe sich sehr schnell ein exponentielles Wachstum bei den Studenten eingestellt. Für Ministerpräsident Markus Söder ist das Gebäude aber weit mehr als ein Hörsaal: „Es ist ein Mosaikstein für etwas Größeres in der Hightech-Agenda Bayern.“ Der Wettstreit um Wissen sei international geworden. „Und wir Bayern trauen uns zu, in diesem Wettbewerb auf eigene Bausteine zu setzen.“ Eine wichtige Komponente hierzu sei Straubing. Synthetische Kraftstoffe, zu denen in Straubing geforscht werden, seien zum Beispiel essenziell, um den Klimawandel zu bremsen. Er sei übrigens in Chemie gut gewesen: „Besser als in Physik“, scherzte Söder.

Für Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) handelt es sich in Straubing um ein „Thema, das die Menschen bewegt und das die Weichen Richtung Zukunft stellt.“