04.01.2021, 12:14 Uhr

Konzert wird nachgeholt Kulturpreisverleihung mal ganz anders – nur fünf Personen im kleinen Rathaussaal in Amberg

Kulturamtsleiter Reiner Volkert, Vorsitzender Wolfgang Streich, Oberbürgermeister Michael Cerny, Chorleiter Thomas Appel und Kulturreferent Dr. Fabian Kern (v.l.n.r.) bei der Übergabe des Kulturpreises 2020 an den Amberger Oratorienchor. Foto: Susanne Schwab/Stadt AmbergKulturamtsleiter Reiner Volkert, Vorsitzender Wolfgang Streich, Oberbürgermeister Michael Cerny, Chorleiter Thomas Appel und Kulturreferent Dr. Fabian Kern (v.l.n.r.) bei der Übergabe des Kulturpreises 2020 an den Amberger Oratorienchor. Foto: Susanne Schwab/Stadt Amberg

Normalerweise gehören zu einer Kulturpreisverleihung ein schönes Fest und natürlich ein Kunstereignis, das das Können und die Verdienste des Preisträgers auf eindrucksvolle Weise vermittelt. So ganz anders gestaltete sich die Preisverleihung des Amberger Kulturpreises in diesem Jahr, bei dem neben Oberbürgermeister Michael Cerny sowohl der neue Kulturpreisträger als auch die Stadt Amberg lediglich mit jeweils zwei Personen vertreten waren.

Amberg. Im Einzelnen waren dies der Vorsitzende des Amberger Oratorienchors Wolfgang Streich und Chorleiter Thomas Appel, die aus der Hand des Amberger Oberbürgermeisters die Urkunde und den Preis – eine Glasfigur nach der Vorlage des renommierten Künstlers Otmar Alt – im kleinen Rathaussaal entgegennehmen durften. Außerdem gratulierten Kulturreferent Dr. Fabian Kern und Kulturamtsleiter Reiner Volkert zu dieser Auszeichnung, für die der rund 70 Mitglieder umfassende Chor den Zuschlag erhalten hatte.

Dass es bei dieser kleinen „Feier“ mit sehr überschaubarer Gästeanzahl aber ganz sicher nicht bleiben wird, machte Oberbürgermeister Michael Cerny gleich zu Beginn der Preisübergabe deutlich. „Wir werden das Konzert nachholen und dann wird es auch eine offizielle Laudatio vor großem Publikum geben“, stellte er schon einmal in Aussicht. Dennoch reihe sich der Chor mit dieser Übergabe bereits jetzt offiziell in die Schar der Amberger Kulturpreisträger ein.

„Hätte ein Konzert stattfinden können, dann wäre deutlich geworden, dass sich der Klangkörper diese Auszeichnung mehr als verdient hat“, betonte der Amberger Oberbürgermeister. Drei Dinge machten das Besondere des Oratorienchors aus: „Die hochkarätigen Aufführungen, die zum Teil aus seltenen Stücken bestehende exquisite Stückauswahl sowie das Hinaustragen unserer Kultur weit über die Grenzen hinaus, vor allem auch in unsere Partnerstädte.“ Um die Preisverleihung würdig zu begehen, hatte es nach Informationen von Oberbürgermeister Michael Cerny nach der Entscheidung für den Oratorienchor zunächst große Pläne und danach zwei „Rettungsversuche“ für eine Veranstaltung gegeben. „Doch es hat nicht sollen sein“, schloss der Oberbürgermeister mit Bedauern, machte aber gleichzeitig Hoffnung auf bessere Zeiten.

Auch Kulturreferent Dr. Fabian Kern ging auf die Verdienste des neuen Kulturpreisträgers ein und strich das ehrenamtliche Engagement, die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und das Wagnis, auch Modernes und Unbekanntes zur Aufführung zu bringen, als besondere Merkmale heraus. Kern war bei dieser Gelegenheit jedoch noch eine weitere Botschaft wichtig. „Die Kultur geht weiter! Es gibt sie noch, auch wenn sie augenblicklich nicht sichtbar ist“, stellte er fest und goss damit Wasser auf die Mühlen von Wolfgang Streich und Thomas Appel, die sich unglücklich über die Tatsache zeigten, dass aufgrund der Corona-Pandemie 2020 kein einziges Konzert des Oratorienchors hatte stattfinden können.

An Streich lag es auch, sich abschließend für diese hohe Auszeichnung der Stadt Amberg zu bedanken. „Es ist für unseren Oratorienchor eine große Freude und wunderbare Ehre, von der Stadt Amberg mit dem Kulturpreis der Stadt Amberg 2020 ausgezeichnet zu werden“, stellte er fest. Sowohl die Sängerinnen und Sänger als auch Dirigent Thomas Appel würden den Preis als Dank und Anerkennung für ihre Arbeit der letzten Jahre betrachten. Gleichzeitig stelle dieser jedoch auch eine Herausforderung für die Zukunft dar. Schließlich gelte es, eines Tages auch wieder zum gewohnten Leben zurückzukommen sowie die Kontakte zu überregionalen Verbindungen zu halten und auszubauen.

„Für unseren Chor ist das Singen wichtig. Singen ist eine Art, der Seele und dem Inneren Ausdruck zu verleihen, und es ist eine Sache, die jedem Menschen gegeben ist“, betonte der Vorsitzende weiter und schlug den Bogen zum doppelten Jubiläumsjahr des Klangkörpers, der seit 50 Jahren besteht und seit 25 Jahren von Thomas Appel geleitet wird. In diesen fünf Jahrzehnten habe der Chor einen wichtigen Beitrag zur Amberger Musikkultur geleistet, so Wolfgang Streich. Insofern sei die Zuerkennung des Kulturpreises gerade in diesem Jahr für den Amberger Oratorienchor ein ganz besonderes und bedeutendes Ereignis.


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