22.10.2020, 14:33 Uhr

Stadtführung Kunst auf dem Burglengenfelder Friedhof

Grabdenkmal Bruckschlegel, gestaltet von Fritz König. Eines seiner Werke gilt in New York als Mahnmal der Terroranschläge vom 11. September 2001.  Foto: Dr. Margit Berwing-WittlGrabdenkmal Bruckschlegel, gestaltet von Fritz König. Eines seiner Werke gilt in New York als Mahnmal der Terroranschläge vom 11. September 2001. Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl

Kunstwerke auf dem Friedhof, besondere Grabstätten und die manchmal tragischen Geschichten dazu sind Themen einer Führung am Sonntag, 8. November, um 15 Uhr, mit Dr. Margit Berwing-Wittl, Theresia Kral und Ortsheimatpfleger Günther Plößl. Aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen beschränkt und eine verbindliche Anmeldung bei der VHS im Städtedreieck erforderlich.

Burglengenfeld. Der Spaziergang zwischen frisch geschmückten Gräbern, wo am Spätnachmittag kurz vor dem Dunkelwerden eine ganz besondere Stimmung herrscht, ist zugleich stimmungsvoll und informativ. Die Gestaltung und Symbolik der Grabdenkmäler, die spezielle künstlerische Friedhofskultur, die Bräuche rund um Allerheiligen und die Erinnerungen an Lengfelder Familien spielen dabei eine Rolle.

Wenn die Familien ihre Gräber für Allerheiligen und Allerseelen hergerichtet haben, wird der Verstorbenen gedacht. Neben den katholischen Hochfesten gibt es noch weitere, oft aus dem Mittelalter stammende Bräuche, Rituale und eine eindrucksvolle Symbolsprache. Diese „Sepulchralkultur“, wie der offizielle Fachbegriff für Friedhofskunst lautet, lässt sich in Burglengenfeld sehr eindrucksvoll nachvollziehen, etwa an den denkmalgeschützten Grabmonumenten der Bildhauer Karl und Franz Bornschlegel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder bei Werken von Fritz König (Landshut) und Christine Sabel (Burglengenfeld). Viele Grabsteine erzählen darüber hinaus Geschichten von Burglengenfelder Persönlichkeiten, die ihren Reichtum nicht nur im Leben, sondern auch nach dem Tod mit prächtigen Grabstätten demonstrierten. Auf dem geführten Rundgang über den Burglengenfelder Friedhof erfahren interessierte Gäste vieles über die Geschichte der Kunstdenkmäler, über prominente Burglengenfelder Familien und die Bräuche und Rituale, die man früher und heute bei Beisetzungen und bei der Grabpflege vollzog.

In der Vorstadt befand sich die mittelalterliche Urpfarrei St. Georg auf der Wieden, von der heute noch die Nebenkapelle St. Anna mit Epitaphen seit dem 15. Jahrhundert zu finden ist. Eindrucksvolle Grabtafeln und figürlich gestaltete Grabstätten sind in Burglengenfeld vor allem aus den letzten beiden Jahrhunderten zu finden. Die Grabstätte von Henri Goffard – Begründer des Eisenwerks Maximilianshütte 1852 – ist ebenso zu bestaunen wie prunkvolle Familiengräber und bescheidene, anrührende Grabstätten für früh verstorbene Kinder. Auch die Gedenkstätte für die drei Opfer des „Blutigen Palmsonntag“, die im April 1919 die Räterevolution nach Kallmünz bringen wollten, wird aufgesucht.

Dr. Margit Berwing-Wittl, Theresia Kral und Ortsheimatpfleger Günther Plößl werden bei dem etwa eineinhalbstündigen Rundgang über den Friedhof zahlreiche Gräber aufsuchen, über die hier betrauerten Bürger der Stadt berichten und den Teilnehmern historische Bräuche und Rituale rund um das Sterben und die Grabgestaltung vorstellen. Die Friedhofsführung findet am Sonntag, 8. November, um 15 Uhr, statt, der Treffpunkt ist vor dem Haupteingang des Friedhofs. Die Führung kostet pro Person 4 Euro. Aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen beschränkt und eine verbindliche Anmeldung bei der VHS im Städtedreieck erforderlich im Internet unter vhs-schwandorf-land.de oder unter der Telefonnummer 09471/ 3022333. Die üblichen Regeln (Tragen von Mund-Nasen-Schutz, 1,5 Meter Abstand) sind unbedingt einzuhalten.


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