16.09.2020, 09:39 Uhr

Jahresausstellung eröffnet Bezirk macht Oberpfälzer Landschaft zum Thema – Sammlungen im Schwandorfer Künstlerhaus

Dr. Christina Lanzl, die neue Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses, machte die künstlerische Bandbreite der gezeigten Werke deutlich. Im Hintergrund die Neuerwerbung "Konzentrativ"von Nico Sawatzki.  Foto: Bezirk Oberpfalz/BonackDr. Christina Lanzl, die neue Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses, machte die künstlerische Bandbreite der gezeigten Werke deutlich. Im Hintergrund die Neuerwerbung "Konzentrativ"von Nico Sawatzki. Foto: Bezirk Oberpfalz/Bonack

Bei der diesjährigen Eröffnung der Kunstsammlung Bezirk Oberpfalz stellte der Bezirks- und Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling zwei Neuerungen vor: Erstmals haben die Ausstellungsmacher unter dem Titel „LandErleben – Einsichten und Ausblicke in Oberpfälzer Landschaften“ einen inhaltlichen Schwerpunkt gewählt. Außerdem sind rund 20 Werke aus bezirkseigenen Gebäuden zu sehen, die so im Rahmen der Ausstellung erstmals für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sind.

Schwandorf. Überdies wird die Bilderschau dieses Jahr gemeinsam mit dem Oberpfälzer Kulturbund präsentiert. Volker Liedtke, Präsident des Kulturbundes, hob hervor, dass „LandErleben“ eigentlich als Programmpunkt des für Juli 2020 in Schwandorf geplanten „Kulturfestes der Oberpfälzer – 43. Bayerischer Nordgautag“ vorgesehen war. Corona-bedingt musste das Fest aber auf 2022 verschoben werden. Immerhin konnte die Ausstellung dieses Jahr im Oberpfälzer Künstlerhaus umgesetzt werden.

Dr. Christina Lanzl, neue Leiterin des Schwandorfer Künstlerhauses, und Ursula Wohlfeld, die Kunstbeauftragte des Bezirks Oberpfalz, haben die Auswahl sechs Themenkreisen zugeordnet. Rund 50 Werke, von der Natur- und Kulturlandschaft über Dorf- und Stadtdarstellungen bis zu imaginierten Landschaften sind zu sehen, sei es in naturalistischer oder expressionistischer Ausdrucksform oder auch gänzlich abstrakt. Vielfalt in der Gestaltung zeigen auch die in diesem Jahr neu angekauften Werke, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Ausstellung regt an, sich auf das intensive Erleben der Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken einzulassen und so neue Entdeckungen im vermeintlich vertrauten Blick auf Natur und Landschaft zu ermöglichen.

Der aus Waldmünchen stammende, international anerkannte Fotograf Olav Unverzart bildet seine Oberpfälzer Heimat mit dem fragenden Blick des Dokumentaristen abseits aller Kitschdarstellung ab. „Mir geht es um eine Zustandsbeschreibung unter der Fragestellung: Was hat diese Heimat mit mir zu tun?“, sagt er. Die drei vom Bezirk angekauften Werke stammen aus der umfangreichen Serie „987“, die zugleich schon immer die Telefonnummer seines Elternhauses ist: Die Fotografien geben den Blick frei auf eine Welt, in der Veränderungen, wenn überhaupt, nur sehr langsam stattfinden.

Den Blick nach oben richtet die in Oberviechtach geborene Fotografin Miriam Ferstl in ihrer Serie „Divine Light/Lichtzellen“. Ihre Abbildungen von Kronleuchtern, die sie in sakralen Räumen Kroatiens fotografiert hat, wecken Assoziationen an Formen in der Natur wie Schneekristalle. Die Kraft der Elemente in der Natur vermitteln die vom Bezirk angekauften Bilder „Hiberna 1“ und „Hiberna 2“ des aus Neumarkt in der Oberpfalz stammenden und inzwischen in Augsburg ansässigen Künstlers Harry Meyer dreidimensional durch den starken Farbauftrag. Zusätzliche Dynamik erzeugt Meyer durch die Begrenzung des Bildausschnittes auf Erde, Horizont und Himmel.

Nico Sawatzki kommt ursprünglich von Street Art und Graffiti her. Mit Sprühlack und Acryl gestaltet er großflächige Raumkonstruktionen mit starker Tiefenwirkung im Wechsel von Farbauftrag und Reduktion. „Die Vorstellung, wie das fertige Bild aussehen soll, habe ich im Kopf“, sagt er. Der Weg dahin sei aber eine Mischung aus bewusster Gestaltung der Farbschichten und Zufall. Von Christina Lanzl befragt, was sie am Meisten mit dem Begriff Landschaft verbinden, antworteten die drei anwesenden Kunstschaffenden übereinstimmend, dass für sie der Wald als Ort für Freiheit und Rückzug die eindrücklichste Erfahrung in Kindheit und Gegenwart sei. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf zu sehen. Weitere Information gibt es im Internet unter www.kebbelvilla.de.


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