19.07.2020, 21:15 Uhr

Kultur Bezirksmedaille für einen Brückenbauer – Hans Eibauer erhält höchste Auszeichnung des Bezirks Oberpfalz

Kulturreferent Richard Gaßner, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Irene Träxler, 1. Vorsitzende des Vereins Bavaria Bohemia (Trägerverein des Centrums Bavaria Bohemia in Schönsee), Hans Eibauer und Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling. Foto: Hirmer/Bezirk OberpfalzKulturreferent Richard Gaßner, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Irene Träxler, 1. Vorsitzende des Vereins Bavaria Bohemia (Trägerverein des Centrums Bavaria Bohemia in Schönsee), Hans Eibauer und Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling. Foto: Hirmer/Bezirk Oberpfalz

Seit 30 Jahren engagiert sich Hans Eibauer für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit, nun zeichnete Bezirkstagspräsident Franz Löffler den „wahren Brückenbauer zwischen der Oberpfalz und Tschechien“ mit der Bezirksmedaille aus. Der Bezirkstag der Oberpfalz hatte bereits im Dezember letzten Jahres einstimmig den Vorschlag von Kulturreferent Richard Gaßner gutgeheißen.

Schönsee. Löffler bezeichnete Eibauer als einen der ersten Politiker im Grenzgebiet zu Tschechien, der 1990 den Nachbarn die Hand reichte und der die von tschechischer Seite entgegengestreckte Hand voller Überzeugung ergriff. „Hände reichen – Grenzen streichen!“ war das damalige Motto, und Eibauer erfüllte es als damaliger Bürgermeister der Stadt Schönsee im Landkreis Schwandorf rasch mit Leben. Der umtriebige Oberpfälzer machte schon in jungen Jahren als Organisationtalent von sich reden: Ob Diskothek im nicht mehr genutzten Stall oder ein Festival mit 14 Bands – Hans Eibauer schaffte es 1972 sogar, die legendären „Scorpions“ in die östliche Oberpfalz zu locken: „Das schafft nur Hans Eibauer“, so Bezirkstagspräsident Löffler anerkennend.

Eibauer erfasste und ergriff die Chancen, die sich durch die Grenzöffnung zum östlichen Nachbarn Anfang der 1990er-Jahre geboten haben. Diese gutnachbarlichen Beziehungen über die Grenze hinweg wurden ihm zum Herzensanliegen und zum Zentrum seines politischen, beruflichen und ehrenamtlichen Wirkens. Er schaffte es mit großem persönlichem Einsatz, Kreativität, Unternehmergeist und geradezu legendärer Beharrlichkeit, das leerstehende ehemalige Kommunbrauhaus seiner Heimatstadt zu sanieren und daraus ein grenzüberschreitendes Kulturzentrum zu machen. Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) wurde sein Lebenswerk, das er nach seiner Bürgermeisterzeit zehn Jahre leitete. Auch heute noch ist er dem CeBB auf vielfältige Art verbunden.

„Sie sind ohne jeden Zweifel einer der zentralen und stets taktgebenden Akteure im grenzüberschreitenden Kontext. Ihnen war und ist es ein zentrales Anliegen, gegenseitige Vorurteile abzubauen, die Gemeinsamkeiten der Menschen beiderseits der Grenze herauszustellen und den europäischen Gedanken in der Region zu verwirklichen“, betonte Löffler bei einer Verleihung, die corona-bedingt aufs Händereichen verzichten musste.

Eibauer dankte allen, die in den Jahrzehnten mitgewirkt haben, „dass wir eine offene Oberpfalz wurden“. Er bedauerte die „corona-bedingten Verwundungen“ in den vergangenen Monaten, die es wieder zu heilen gelte: „Gemeinsam müssen wir die Grenze als Zaun aus dem Kopf bringen.“

Die Bezirksmedaille ist die höchste Auszeichnung, die der Bezirk Oberpfalz vergibt. Seit 1977 wurde sie an bisher 77 Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Oberpfalz besonders verdient gemacht haben. Unter den Ausgezeichneten finden sich Wissenschaftler, Politiker, Unternehmer, Kulturschaffende und auch Sportler.


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