12.05.2020, 13:12 Uhr

Wiedereröffnung „Porzellanikon“ bietet umfangreiches Programm zum Restart

 Foto: Andreas Gießler/Porzellanikon Foto: Andreas Gießler/Porzellanikon

Für die Wiedereröffnung am Dienstag, 12. Mai, ist das „Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan“ startklar. Der Besuch der Ausstellungen an den beiden Schauplätzen in Hohenberg an der Eger (Villa und Sammlung) und Selb (Fabrik und Technik) ist unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln fast uneingeschränkt möglich.

Hohenberg an der Eger/Selb. „Wir haben das Glück, dass unsere beiden Standorte über ausreichend Ausstellungsfläche verfügen: In Selb 8.000 Quadratmeter und in Hohenberg 2.000 Quadratmeter. Dadurch ist es in den Ausstellungen möglich, den nötigen Abstand der Besucher zu gewährleisten“, so Anna Dziwetzki, Direktorin des Museums. Begrenzt auf vier Teilnehmerinnen oder Teilnehmer wird der Besucherservice auch weiterhin die beliebten Live-Vorführungen zeigen. Auch die kleinen Besucher können in der alten Fabrik ihrer eigenen Entdeckerlust nachgehen. Mehr als 15 Hands-On-Stationen verdeutlichen die Herstellung eines Porzellanteils vom Entwurf bis zum Brand auf spielerische Art. Der Standort Hohenberg an der Eger (Villa und Sammlung) präsentiert in der Sonderausstellung „Formvollendet – Keramikdesign von Hans-Wilhelm Seitz“, die eine Woche nach der Eröffnung wegen der Corona-Pandemie schließen musste, einen der bedeutendsten Keramikdesigner Deutschlands. Zu sehen sind seine bekannten Geschirrentwürfe wie „Daily“, „Carat“ und „Cucina“. Ohne zu wissen, dass der Designer im Fichtelgebirge lebt und arbeitet, benutzt vielleicht der eine oder andere täglich dieses Geschirr zu Hause.

Ab Pfingsten hofft das Museumsteam auf die Möglichkeit, wieder die beliebten Ferienprogramme und Familiennachmittage in Selb durchführen zu können. Auch die Termine für Führungen in kleinerer Gruppengröße zur Sonderausstellung „Formvollendet – Keramikdesign von Hans-Wilhelm Seitz“ und das Kulturkaffee in Hohenberg in den Sommermonaten ab Juni stehen schon fest. Da es im Mai keine Veranstaltungen mehr geben wird, wagen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai ein aufwändiges Experiment: Per YouTube-Live-Stream erhalten die Zuschauer die Möglichkeit, ab 14 Uhr auf dem YouTube-Kanal des „Porzellanikons“ den Museumsalltag mitzuverfolgen. „Mit mehreren Kameras ausgestattet, gewähren wir erstmalig Einblicke in sonst verborgene Welten“, verrät Anna Dziwetzki. Zu sehen sein werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren Tätigkeiten in den unterschiedlichen Bereichen. Wie gestaltet ein Kurator eine neue Sonderausstellung? Wie baut die Werkstatt spannende Mitmach-Stationen? Wie flickt die Restauratorin kaputtes Porzellan? Und welche Schätze verstecken sich in den Depots? Per Chat können die Zuschauer selbst Fragen stellen.

Der in der Corona-Krise erfolgreiche digitale Dialog des Museums mit seinen Besuchern wird auch weiterhin fortgeführt, unter anderem mit einem witzigen Malwettbewerb. Wer das Maskottchen des „Porzellanikons“, das Trienchen, die Kaffeekanne, besonders schön ausmalt, hat die Chance auf tolle Gewinne. Der Hauptpreis ist eine Kindergeburtstagsfeier im Museum. Der zweite und dritte Preis ist die Teilnahme an einem Ferienprogramm und der vierte bis zehnte Preis eine Trienchen-Figur aus Porzellan. Die Vorlage können die Eltern auf der Website des „Porzellanikons“ oder auf Facebook downloaden und das fertige Bild per Mail oder Post bis zum 31. Mai einsenden. Auch die in der Corona-Krise eingeführte Filmzeit, kurzweilige Filme aus dem Depot, der Ausstellung und der Museumspädagogik des „Porzellanikons“, werden fortgeführt. Alle Filme sind auf der Internetseite des „Porzellanikons“ abrufbar sowie auch auf YouTube. Über die Vorbereitungen zur Sonderausstellung „More than bricks! Tradition und Zukunft der Architekturkeramik“ wird Kurator Thomas Miltschus online in regelmäßigen Abständen informieren. Die Sonderausstellung musste zwar auf März 2021 verschoben werden, aber in seinem Online-Tagebuch wird der Kurator beweisen, dass die Arbeiten hinter den Kulissen längst auf Hochtouren laufen: Ausstellungsarchitektur abstimmen, museumspädagogische Programme planen, Beiträge für den Katalog verfassen, Absprachen mit den Werkstätten des „Porzellanikons“ treffen und Plakatentwürfe mit der Grafikagentur abstimmen – die Arbeit eines Ausstellungskurators ist vielfältig.

Dem „Porzellanikon“ ist es außerdem gelungen, während der Schließung eine neue Sonderausstellung „Kunst trifft Technik – Keramik aus dem 3D-Drucker“ vorzubereiten. Diese mehr technisch orientierte Ausstellung zeigt ab dem 11. Juli die außergewöhnlich filigranen Objekte junger Künstler. Die Bandbreite der Exponate, die mit der neuen zukunftweisenden Technik, dem 3D-Druck entworfen wurden, reicht von Architekturentwürfen über Schmuckstücke bis zu absoluten Highlights für die Einrichtung im eigenen Zuhause. Filme sowie Objekte veranschaulichen Herstellungstechniken. Als besondere Aktion wird der neue, hauseigene 3D-Drucker in der Ausstellung live drucken. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.porzellanikon.org.


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