18.04.2019, 20:37 Uhr

„Lebendiges Abbild der Historie“ Geschichte zum Greifen nah gibt es im Geschichtspark Bärnau-Tachov

(Foto: obx-news/Geschichtspark)(Foto: obx-news/Geschichtspark)

In der bayerisch-böhmischen Grenzstadt Bärnau (Landkreis Tirschenreuth) in der nördlichen Oberpfalz können Besucher auf einzigartige Weise in die Vergangenheit eintauchen. Ein in dieser Form bundesweit einzigartiger Geschichtspark lässt Gäste in das Leben eines kleinen slawischen Dorfes des Mittelalters eintauchen.

BÄRNAU/LANDKREIS TIRSCHENREUTH Das bayerisch-böhmische Gemeinschaftsprojekt hat vor allem ein großes Ziel: Geschichte lebendig werden zu lassen. Auf dem großzügigen Areal des Parks, als Mitmach-Museum konzipiert, können Besucher selbst beim Bau neuer Häuser mithelfen, aber auch mit dem Bogen schießen oder das Korbflechten ausprobieren.

„Der Besucher im Geschichtspark Bärnau läuft nicht durch ein Museum, sondern durch ein lebendiges Abbild der Historie“, sagt Stefan Wolters, der wissenschaftliche Leiter des Parks. Der Geschichtspark ist mit rund 30 rekonstruierten Gebäuden aus dem Mittelalter das größte Museum seiner Art im deutschsprachigen Raum. Bei ihrem Rundgang durchstreifen die Gäste in drei getrennten Zeitfenstern die Zeit vom 9. bis zum 13. Jahrhundert. Zu sehen sind unter anderem ein slawisches Langhaus, eine Turmhügelburg mit dazugehörigen Wohn- und Nebengebäuden sowie eine große Herberge, in denen unsere Vorfahren vor rund 1.000 Jahren Unterschlupf fanden. „Damit zeigt der Geschichtspark in einzigartiger Weise die historische Entwicklung einer Region, die vom Zusammenwachsen der bayerischen Bevölkerung mit den slawischen Siedlern geprägt ist“, sagt Wolters.

Die Häuser der Siedlung sind in Originalgröße mit den gleichen Materialen und Techniken gebaut, wie sie einst unsere Urväter nutzten. „Dadurch sind die Bauwerke stabil, witterungsbeständig und auch für die Besucher erlebbar und begehbar“, sagt Wolters. Das Dorf mit eigenem Teich ist eingebettet in die wellige Landschaft des Oberpfälzer Waldes, eine Turmhügelburg aus dem Hochmittelalter überragt das Ensemble. Es ist ein Idealbild des Mittelalters, sagt Wolters: „Viehhaltung und Ackerbau, die Lebensgrundlagen, werden vor Ort erwirtschaftet, seine Götter verehrt man in der Natur, bis dann im 11. Jahrhundert die erste Holzkirche entsteht und die Christianisierung beginnt.“

Rund 18.000 Besucher zählte der Park im Jahr 2018. In diesem Jahr wollen die Betreiber die Marke von 20.000 Gästen knacken, sagt der wissenschaftliche Leiter. Zahlreiche Veranstaltungshöhepunkte und Mittelalter-Events sollen die faszinierende Zeitreise in diesem Jahr noch spannender Machen. Erster großer Höhepunkt des Jahres wird ein großes Wandergesellen-Treffen vom 10. bis 26. Mai sein. Steinmetze aus ganz Europa werden dabei ihr Können zeigen.

Vom 8. bis 16. Juni wird es eine mittelalterliche Handwerkerwoche geben. Studenten der tschechischen Universität Pilsen werden dafür eigens einen Keramikofen aufbauen. An vier Wochenenden im Juni und Juli wird mit Roland Warzecha einer der besten Schwertkämpfer Europas zu Gast sein. Am 10. und 11. August ist der Geschichtspark Schauplatz für ein „Militärmanöver“ mit Darstellern aus ganz Deutschland. Der Park ist in diesem Jahr bis 3. November jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Informationen: www.geschichtspark.de


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