23.10.2018, 09:44 Uhr

Kultur Ausstellung mit Werken von Hermann Böbel eröffnet – Familie übergibt Gemälde „Stillleben mit Krügen

Michael Böbel übergab das Gemälde „Stillleben mit Krügen“ (1948) an Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl und Bürgermeister Thomas Gesche. (Foto: Johanna Rödl-Steinbauer)Michael Böbel übergab das Gemälde „Stillleben mit Krügen“ (1948) an Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl und Bürgermeister Thomas Gesche. (Foto: Johanna Rödl-Steinbauer)

Viele Erinnerungen wurden wach, als Burglengenfelds Bürgermeister Thomas Gesche am Sonntag, 21. Oktober, die zahlreichen Gäste der Vernissage mit Werken des Malers Hermann Böbel im Volkskundemuseum begrüßte. Mehr als 30 Porträts, Landschaften und Stillleben, Ölgemälde, Kohlezeichnungen und Skulpturen aus der Hand des Künstlers sind in die Dauerausstellungsräume zur Stadtgeschichte im Erdgeschoss des Museums integriert worden, um damit die enge Verbindung Böbels zu den Menschen in Burglengenfeld zu verdeutlichen.

BURGLENGENFELD Der Künstler hat, nachdem er schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrt war, von 1948 bis 1952 ein Atelier und Fotogeschäft im Gasthaus 3 Kronen betrieben. In Lilo, der Tochter des Gastwirtsehepaares Kern von der „Post“, fand er seine Muse und eine lebensfrohe Ehefrau. Hier kamen auch die Söhne Michael 1949 und Udo 1952 zur Welt.

Sowohl Bürgermeister Gesche wie auch stellvertretender Landrat Jakob Scharf betonten die Bedeutung solcher Kunst- und Jubiläumsausstellungen für die Geschichte der Stadt und der Region, die sich in den Porträts der jungen Lengfelder der „Wirtschaftswunderzeit“, aber auch in zahlreichen Familienfotos, Operettenprogrammen und Gemälden befreundeter Künstler wie Friedrich Graf und Josef Georg Miller ausdrücken. Unter den Vernissagengästen waren etliche Seniorinnen und Senioren, die sich noch an den Künstler, seine liebenswürdige Persönlichkeit und seinen weltmännischen Lebensstil erinnern konnten. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung durch typische zeitgenössische Violinenmusik von Julia Henn aus Leonberg.

Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl erläuterte anschließend Leben und Wirken Böbels in Burglengenfeld in einer Zeit, als die von den Nazis als „entartet“ diffamierte Kunst wieder hoch angesehen war. Böbel orientierte sich an großen Vorbildern wie Cézanne und Picasso, verstand es aber auch, das friedliche neue Leben in der Kleinstadt zu genießen. 1954 ging er mit seiner Familie nach München, wo er vor allem als Porträtist berühmter Politiker und Schauspieler (Richard von Weizsäcker, Romy Schneider u.a.m.) sehr erfolgreich war.

Der Sohn Michael Böbel überreichte dem Museum ein Stillleben seines Vaters, das 1948 preisgekrönt und im „Amerikahaus“ ausgestellt worden war. Die Kunststiftung Hermann Böbel e. V. hatte einstimmig beschlossen, dass dieses Gemälde aus der Burglengenfelder Zeit auf Dauer an seinem Entstehungsort zu sehen sein soll. Die Kunstausstellung ist bis zum 11. November im Museum zu bewundern.

Zu beachten sind folgende Termine in der Ausstellung: Donnerstag, 1. November: Museum wegen Allerheiligen geschlossen. Dienstag, 6. November, 19 Uhr: öffentliche Abendführung mit Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl, Eintritt 0,50 Euro. Sonntag, 11. November, 14.30 Uhr: Führung mit dem Sohn Michael und der Schwiegertochter Petra Böbel aus München, Eintritt frei!


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