20.05.2018, 17:04 Uhr

Ein berühmter Schmidmühlener Bayerisches Nationalmuseum zeigt fast alle Hauptwerke Erasmus Grassers

Reinhold Strobl gemeinsam mit Generaldirektorin Dr. Renate Eikelmann. (Foto: Büro Strobl)Reinhold Strobl gemeinsam mit Generaldirektorin Dr. Renate Eikelmann. (Foto: Büro Strobl)

Erasmus Grasser zählt zu den großen Bildhauern der deutschen Spätgotik. Geboren ist er in Schmidmühlen, was vielfach so nicht bekannt ist. Genau 500 Jahre nach seinem Tod wird Erasmus Grasser erstmals eine eigene Ausstellung gewidmet.

SCHMIDMÜHLEN/MÜNCHEN Gezeigt wird die Ausstellung noch bis 29. Juli im Bayerischen Nationalmuseum in München. Der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl, für die SPD-Landtagsfraktion im Landesdenkmalrat, wurde nach einer Sitzung im Nationalmuseum von Generaldirektorin Dr. Renate Eikelmann gemeinsam mit den Mitgliedern des Landesdenkmalrates durch diese sehr interessante Ausstellung geführt. In der Kooperation mit dem Diözesanmuseum Freising ist es der Museumsleitung gelungen, im Bayerischen Nationalmuseum fast alle Hauptwerke Grassers zusammenzutragen. Sie konzentrieren sich bis heute in München, wo Grasser erstmals 1475 nachweisbar ist, sowie südöstlich der Stadt.

Gleich sein erster Auftrag in München verhalf ihm zum Durchbruch: Die expressiv bewegten Moriskentänzer schuf er 1480 für den Tanzsaal des Alten Rathauses. Der Moriskentanz war eine Modeerscheinung des späten 15. Jahrhunderts. Der Name leitet sich von christianisierten Mauren in Spanien her, ohne dass die in Mitteleuropa agierenden Spielleute zwangsläufig von dort stammten. Auftritte exotisch ausstaffierter Tänzer bildeten eine besondere Attraktion bei höfischen Festen der Zeit.

Alle anderen heute noch erhaltenen Arbeiten aber wurden für den kirchlichen Gebrauch und die private Frömmigkeit geschaffen. Andere berühmte Werke wie das vielgestaltige Chorgestühl der Frauenkirche oder die mächtige Figur des heiligen Petrus aus der Münchner Kirche St. Peter stammen ebenfalls von Erasmus Grasser. „Besonders beeindruckt hat mich der Heilig-Kreuz-Alter, der eigentlich in der Katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche München-Ramersdorf steht“, so Strobl. Auch dieser Altar ist bis 29. Juli im Nationalmuseum zu sehen, so wie viele andere Werke dieses bekannten Künstlers.


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