02.02.2018, 14:20 Uhr

Landschaftspflege Historische Orte katalogisieren

(Foto: LAG Regionalentwicklung Amberg-S)(Foto: LAG Regionalentwicklung Amberg-S)

Heimatpfleger, Wanderwarte, Obst- und Gartenbauvereine, Bürgermeister und viele mehr: Über 40 Interessierte aus dem ganzen Landkreis Amberg-Sulzbach waren in den Rathaussaal nach Sulzbach-Rosenberg gekommen, um sich über das LEADER-Kooperationsprojekt „Erfassung (historischer) Kulturlandschaften“ zu informieren. Dazu eingeladen hatte die LAG Amberg-Sulzbach unter Federführung von Landrat Richard Reisinger, zugleich erster Vorsitzender, und LAG-Managerin Maria Schmalzl.

SULZBACH-ROSENBERG/LK AMBERG-SULZBACH Was steckt hinter dem Projekt? Wichtigstes Ziel ist es, die reiche Kulturlandschaft zu erfassen und dieses Wissen in einer öffentlichen Datenbank zu sichern. Das Wort „historisch“ steht im Projekttitel bewusst in Klammern, da es sich durchaus auch um noch existierende Elemente handeln kann. Kulturlandschaftselemente können zum Beispiel Brücken, Bäume, Wälder, Streuobstwiesen, Treppen, Hügelgräber, oder ganze Ortschaften sein. Die Erfassung selbst geschieht durch das Ausfüllen eines Fragebogens, hauptsächlich durch Ehrenamtliche. Der Fragebogen enthält dabei die wichtigen Informationen zu Lage und Art des Objekts, sowie ein Foto. Die wissenschaftliche Aufbereitung übernimmt dann ein Projektmanager. Die Datenbank ist für alle Bürger frei zugänglich und soll nach Projektende in den BayernAtlas integriert werden. Die Datenbank dient dabei rein zu informatorischen Zwecken, eine „Auswertung“ oder „Aufwertung zu Schutzzwecken“ wird nicht angestrebt. Erfasst werden sollen diese Elemente, die noch nicht in einer Denkmalliste aufgeführt sind. Eine Verknüpfung dieser Listen (Denkmalliste, Naturdenkmalliste, Datenbank Kulturlandschaften) ist ebenso Ziel des ganzen Projekts.

Großer Mehrwert dieses Projekts ist es, die Besonderheiten der Region anschaulich in einer Datenbank darstellen zu können. Viel Wissen ist vorhanden, doch wenn nichts niedergeschrieben wird, wird viel von diesem Schatz verloren gehen. Möglicherweise lassen sich Führungen zu speziellen Themen in Kommunen oder Vereinen durchführen. Es ist sicherlich ebenso interessant herauszufinden, welche Kulturdenkmäler landkreisweit zu finden sind. Auch weitergehende Projekte mit Schulen und Kindergärten sind denkbar. Schon alleine dass sich Bürgerinnen und Bürger mit unserer Region und der Geschichte ihrer Heimat beschäftigen, ist ein großer Erfolg des Projekts.

Zentrales Element des Projekts ist die Erfassung der Elemente, hauptsächlich durch Ehrenamtliche. Es ist sicherlich nicht möglich und auch nicht das Ziel, direkt alle Kulturlandschaftselemente im ganzen Landkreis zu sammeln und in die Datenbank einzutragen. Jedes einzelne Element, das erfasst wird, trägt zum Erfolg des Projekts bei. Zur besseren Koordination und zur Nutzung von Synergieeffekten werden lokale Arbeitsgruppen gebildet werden. Zu dieser Datenbank können ganz unterschiedliche Zielgruppen beitragen:Heimatpfleger und Archivare, Heimat- und Kulturvereine, Obst- und Gartenbauvereine, Kulturführer und viele mehr.

Ein Workshop gibt Interessierten Tipps

Am Samstag, 17. Februar 2018, findet nun im König-Ruprecht-Saal im Landratsamt Amberg-Sulzbach ein Workshop statt. Im Workshop werden besonders die Fragen geklärt: Was ist ein Kulturlandschaftselement? Wie erfasse ich ein konkretes Kulturlandschaftselement? Wie übertrage ich die Informationen und Bilder an den Projektmanager?

Eingeladen zur Teilnahme an dem Workshop sind alle Interessierten, die sich an dem Projekt beteiligen wollen – eine Zugehörigkeit zu einem Verein ist nicht erforderlich. Informationen und das Anmeldeformular findet man unter: www.lag-amberg-sulzbach.de/erfassung-workshop. Anmelden kann man sich bis Freitag, 9. Februar, beim LAG-Management unter info@lag-amberg-sulzbach.de, oder unter der Telefonnummer 09621/ 39171.


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