08.01.2021, 09:38 Uhr

„Gardenstreetmucke“ Drei Nachbarn setzen jetzt mit baierischer Musik ein Zeichen

Aus drei Nachbarn, die die Leidenschaft zur Musik teilen, wurde die Band „Gardenstreetmucke“. Foto: GardenstreetmuckeAus drei Nachbarn, die die Leidenschaft zur Musik teilen, wurde die Band „Gardenstreetmucke“. Foto: Gardenstreetmucke

Als Chris Strobel vor drei Jahren nach Undorf in Nittendorf zog, fanden sich in der direkten Nachbarschaft in der Gartenstraße drei Musiker zusammen und gründeten „Gardenstreetmucke“.

Nittendorf. Anfangs spielten Chris Strobel, Chris Wein und Markus „Muck“ Kotz eigentlich Blues und Jazz auf Englisch, aber schnell merkten sie, dass ihre Muttersprache, das Baierische, authentischer ist und super mit Gitarre, Bass, Posaune und Blues Harp harmoniert. Während der Corona-Pandemie veröffentlichten „Gardenstreetmucke“ mehrere sozial angehauchte Lieder auf Youtube.

Das Stück „Menschlichkeit“ machte den Anfang und ist Carola Rackete gewidmet, die mit ihrer Rettungsaktion im Mittelmeer den drei Musikern imponierte. „Wer hungert, braucht kein Mitleid, sondern Brot“, singen Strobel und Co. Das Bildmaterial für das Musikvideo stellte „Sea Eye“ der Band zur Verfügung.

Mit „De Zuazuagroasdn Fremdn“ nimmt sich die Band das Thema Fremdenfeindlichkeit vor. „Der Ali und der Dimitri, Natascha und der Franz, der Vaclav und der Mohamed, der Sepp und auch der Hans, egal wie wir auch heißen, egal wie wir auch reden, es braucht nur etwas guten Willen zum miteinander Leben“, so ein Textausschnitt. Die Message des Songs: „Ohne all die zugewanderten Menschen würde unsere Gesellschaft gar nicht mehr funktionieren.“ Zusammenrücken, dann findet jeder seinen Platz – dazu wollen die drei Nittendorfer aufrufen und ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen.

Die Idee zu „Hirnkatarrh“ hatte Strobel bereits vor zwei Jahren, sie wurde aber durch die Verschwörungstheorien während der Corona-Pandemie erneut aktuell und die Musiker hatten einen „Riesenspaß“ bei dem Song und bei den Bildern zum Video, erzählt Strobel. Im Refrain singt die Band über die kursierenden Verschwörungstheorien: „Wenn ich sowas höre, frag‘ ich mich: Soll ich weinen oder lachen? Gegen die Dummheit auf der Welt, da kann man gar nichts machen.“

Auch Strobels persönlichstes Lied wurde von Corona inspiriert, denn im April dieses Jahres erkrankte der Musiker selbst an dem Virus. „Das war ziemlich heftig, ich hatte schon fast abgeschlossen“, berichtet Strobel. Nach wie vor leide er an Nachwirkungen. Finanziell sind die drei Nachbarn zum Glück nicht auf die Musik angewiesen, aber bekannte Musiker „haben zu kämpfen“, erzählt Strobel. „Gardenstreetmucke“ spielten im vergangenen Jahr insgesamt nur dreimal live, hoffen aber auf Konzerte in diesem Jahr. Wenn genug Stücke zusammen sind, wollen die drei Musiker auch ein Album herausbringen. Bis dahin erscheinen immer wieder mal neue Videos im Internet unter www.youtube.com.


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