18.11.2020, 11:09 Uhr

„Songbook“ Liebeslieder des Duos „Ohrange“ mal ganz akustisch genießen


„Eine Mischung aus Liebe, Leben und Freundschaft“, so beschreibt Singer-Songwriter Manuel Meier – zusammen mit Sebastian Schierlinger besser bekannt als „Ohrange“ – das neue Mini-Album „Songbook“. Das mittlerweile achte Album des Regensburger Duos mit sechs Liedern erschien am 16. Oktober.

Regensburg. Eigene Favoriten der beiden Musiker und Lieblinge der Zuhörerinnen und Zuhörer haben es auf die Platte geschafft. „Streichholz“, ein ganz neues Liebeslied von Manuel Meier, und „Purple Rain“ sind dabei das Tüpfelchen auf dem i. Meier verrät im Wochenblatt-Interview, dass er in „Streichholz“ von seiner Freundin singt, die es geschafft hat, sein Herz anzuzünden. Das Liebesthema zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Album, aber auch Freundschaft findet Platz, zum Beispiel in „Patronus“. Meier erklärt, dass Freundschaft ja auch mit Liebe verbunden sei: „Egal was passiert, man ist da und kann sich auf den anderen verlassen.“ Momentan hört der Songwriter am liebsten „Streichholz“, doch das sei sehr stimmungsabhängig, erklärt er. Ein Lieblingslied auf „Songbook“ hat er nicht: „Das wäre, wie wenn man Eltern fragen würde, welches ihr Lieblingskind sei.“

Auch „Purple Rain“ bedeutet dem Musiker viel, ebenso den „Ohrange“-Fans, da ist sich Meier sicher, denn „bei vielen Menschen kommen diverse Erinnerungen hoch, wenn sie den Song hören“. Der Prince-Klassiker inspirierte die beiden außerdem dazu, limitierte hundert Platten von insgesamt 300 in der Farbe lila herauszubringen. Und das kommt gut an, es sind nur noch wenige übrig. Überhaupt verkauft sich die Schallplatte am besten, für Meier ein Zeichen der Wertschätzung, über die er sich sehr freut.

Das Album-Cover sieht aus wie ein Notizbuch von Meier, das es wirklich gibt. Denn der Songwriter schreibt seine Texte noch per Hand. In der physikalischen Variante des Albums sind übrigens alle Texte inklusive Akkorde enthalten – für alle, die nicht genug von „Ohrange“ bekommen können. Für die Akustik-/Piano-Versionen auf „Songbook“ hat sich das Duo ganz bewusst entschieden, nachdem von vielen Seiten auch immer wieder der Wunsch an die beiden herangetragen worden war. Der pure Sound im Gegensatz zu den Studioversionen gefällt Meier persönlich auch sehr gut: „Das Album ist am nächsten an uns dran, weil wir auch live 90 Prozent akustisch spielen“, so der Sänger.

Ein Stück alte Normalität durfte das bühnenerfahrene Duo im Oktober als Vorband von Gil Ofarim bei einem Konzert in Obertraubling erleben. Meier erzählt: „Das war schon sehr cool, auf der großen Airport-Bühne zu stehen“ und „unser Publikum war auch sehr dankbar“. Normalerweise hat Meier mit „Ohrange“ 60 bis 70 Auftritte im Jahr. „Dieses Jahr waren es vielleicht so 15“, berichtet er. Da er überwiegend von der Musik lebt, sei das finanziell schon eine Herausforderung. Außerdem fehlt ihm der direkte Kontakt mit dem Publikum: „Man merkt es im Gemüt, wenn man nicht mehr machen kann, was sein Leben ist.“ Doch trotz fester Sitzplätze und Maskenpflicht war der Live-Auftritt in Obertraubling besser, als er dachte. „Wenn Konzerte stattfinden, schätzen das die Leute. Aber ohne, so wie aktuell, gerät das schnell in Vergessenheit. Man spürt erst, wie sehr man etwas vermisst hat, wenn man es dann wieder hat“, erklärt Meier.

Dieses Jahr plant „Ohrange“ noch drei bis vier ausgewählte Weihnachtssessions, aber in welcher Form steht noch nicht fest, verrät der Musiker. Im Internet unter www.ohrangemusik.de gibt es alle aktuellen Infos. Meier hofft nun auf Musikfreunde, die die Kulturszene unterstützen, sei es durch den Kauf von CDs von Bands oder durch Likes im Internet. Online, so Meier, sei das, was man zur Zeit erlebt, „ein einziger Schrei nach Aufmerksamkeit“. Also, liebe Musikliebhaber, unterstützt gerade in diesen Zeiten die Musikszene, damit es nach der Pandemie wieder viel zu hören und zu sehen gibt auf den Bühnen!


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