11.09.2020, 09:05 Uhr

Filmfestival Acht deutsche und internationale queere Filme im Andreasstadl

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Vom 22. bis zum 28. Oktober können Filmliebhaberinnen und -liebhaber in Regensburg acht deutsche und internationale Filme genießen, darunter besonders das Highlight „Uferfrauen“: Ein Dokumentarfilm über lesbisches Leben in der DDR, diesjähriger Gewinner des QueerScope-Debütfilmpreises.

Regensburg. Zum neunten Mal präsentiert das Queer-Streifen-Filmfestival das ganze Spektrum des queeren zeitgenössischen Films. Und zum ersten Mal zeigt Queer-Streifen als neu gegründeter Verein die queere Filmauswahl in den Kinos im Andreasstadl, auch dieses Jahr mit aktuellen Spielfilmen und Dokumentationen über Existenzkämpfe und Emanzipation lesbischer, bisexueller, schwuler, trans und inter Menschen, die selten auf der großen Kinoleinwand zu sehen sind. Die Oberbürgermeisterin und langjährige Filmpatin, Gertrud Malz-Schwarzfischer, übernimmt erneut die Schirmherrschaft über das Festival.

Kinofans können sich dieses Jahr über acht Filme aus Deutschland, Frankreich, Brasilien, den USA, Guatemala, Spanien und Kanada freuen. Hieraus eine kleine Auswahl: Wie lebt es sich als lesbische Frau in der DDR? In „Uferfrauen“ sprechen sechs Protagonistinnen über ihre Biografien, über unübliche Familienplanung entgegen der staatlichen Dogmen und über aufblühende solidarische Gemeinschaften mit Gleichgesinnten. Mit zwei Teddys auf der Berlinale ausgezeichnet erzählt „Futur Drei“ vom Heranwachsen eines queeren Einwanderersohns in Deutschland und liefert einen entschlossenen Gegenentwurf zu dem Teil des deutschen Kinos, das post-migrantische Geschichten ausschließt oder missrepräsentiert. In „Las Mil Y Una“ erzählt die Regisseurin Clarisa Navas fast dokumentarisch vom Erwachsenwerden zwischen Sozialwohnungen und queerer Szene in Argentinien.

Aus über 300 eingereichten Kurzfilmen aus 55 Ländern hat das Queer-Streifen-Team die 25 besten ausgewählt. Im queeren, lesbischen und schwulen Kurzfilmprogramm kann das Publikum seine Lieblinge mit einem Publikumspreis von je 200 Euro belohnen. Das Büro für Chancengleichheit der Stadt Regensburg sponsort diese Preise. Zusätzlich vergeben die Jurymitglieder Chrissy Grundl, Frances Hill und Ralph Kinkel den mit 500 Euro dotierten Jurypreis für den besten Kurzfilm aus allen drei Kategorien. Dieser Jurypreis wird vom Praxiszentrum Alte Mälzerei finanziert.

Als mittlerweile fest etablierte queere Kulturveranstaltung in Regensburg setzen die Queer-Streifen ein Zeichen dagegen, dass Menschen immer noch aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung oder ihrer Beziehungsformen benachteiligt und verfolgt werden. Besonderer Dank gilt der Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Kulturamt der Stadt Regensburg, dem Büro für Chancengleichheit der Stadt Regensburg, QueerScope e.V. und den langjährigen Sponsorinnen und Sponsoren sowie Filmpatinnen und Filmpaten, die jedes Jahr das Festival ermöglichen. Das ehrenamtlich tätige Festivalteam freut sich auch dieses Jahr auf eine spannende und bereichernde Filmwoche.

Damit das Queer-Streifen-Filmfestival trotz Corona stattfinden kann, gibt es einige Änderungen im diesjährigen Programmablauf: So müssen Eintrittskarten dieses Jahr auf der Homepage der Kinos im Andreasstadel im Internet unter www.kinos-im-andreasstadel.de reserviert und vor Ort an der Abendkasse in bar bezahlt werden. Alle weiteren Bestimmungen decken sich mit denen, die auch für den regulären Kinobetrieb gelten.


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