28.07.2020, 12:03 Uhr

Auszeichnung Kulturpreis und Hochschulpreis 2020 – die Preisträger stehen fest

 Foto: Kathrin Lechl Foto: Kathrin Lechl

In seiner Sitzung am 23. Juli hat der Stadtrat über die Vergabe des Kulturpreises und des Hochschulpreises entschieden. Die Preisverleihung findet am 17. November 2020 statt. Die Entscheidung über die Kulturförderpreise erfolgt nach der Sommerpause.

Regensburg. Den mit 10.000 Euro dotierten Kulturpreis erhält der in Regensburg lebende bildende Künstler und Grafiker Peter Dorn für sein Lebenswerk. Peter Dorn wurde am 6. Februar 1938 in Aussig/Nordböhmen geboren. Nach seiner Ausbildung zum Grafiker in einem Regensburger Werbeatelier studierte er Angewandte Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Karl Hans Walter. 1995 erhielt er ein Stipendium als Artist in Residence am Virginia Center for the Creative Arts in den USA, 2009 war er als Residenzkünstler im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow zu Gast. Seit 1949 lebt und seit 1964 arbeitet Peter Dorn als freischaffender Künstler in Regensburg. Vielgestaltig ist die Ausprägung Peter Dorns grafischer Werke und Objektarbeiten, bis hin zum Performativen. In seinen Arbeiten spielt seit Mitte der sechziger Jahre die Verwendung nicht-konventioneller Materialien eine tragende Rolle. Dorn fasziniert der Eigenwert von Material und Alltagsgegenständen – ob ein Stück Wellpappe oder auch ein Stoffrest. Eine zerbrochene Malerpalette kann in seinen Arbeiten schon mal zum Ausgangspunkt für eine ganze Bildserie werden, in der Peter Dorn die künstlerischen Ideen immer weiter fortentwickelt und variiert. Die Neugierde des Künstlers entfacht dabei stets neue Ausdrucksmöglichkeiten. Dorns künstlerisches Wirken reicht weit über die Grenzen Regensburgs und der Region hinaus. Der Austausch mit Künstlerkolleginnen und -kollegen andernorts, Ausstellungstätigkeiten und Ausstellungsbeteiligungen führten ihn unter anderem nach Köln, Essen, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und München, aber auch ins Ausland wie nach Pilsen oder Bratislava. Seine Arbeiten wurden in die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, die Sammlungen der Universitäten Regensburg und Passau, in die Sammlung des Bezirks Oberpfalz Schwandorf sowie in Regensburg in die Galerie Ostbayerische Kunst des 20. Jahrhunderts, die Sammlung OBAG (E.ON) und die Sammlung der Sparkasse aufgenommen.

Aus der Begründung der Kulturpreis-Jury: „Peter Dorn, eine Künstlerpersönlichkeit der ‚besonderen Art‘: zurückhaltend, fast still bereichern seit Jahren seine radikal angedachten, objekthaften, aber auch zeichnerisch angelegten Interventionen oder Installationen das Kunstleben der ostbayerischen Region.“ Seit über 60 Jahren beeinflusst Peter Dorns Werk die regionale Kulturlandschaft maßgeblich. Er hat ein herausragendes Lebenswerk geschaffen. Die große städtische Auszeichnung stellt eine angemessene Würdigung seines künstlerischen Wirkens und seines langjährigen bedeutsamen Schaffens dar.

Hochschulpreis 2020

Den mit 1.000 Euro dotierten Hochschulpreis 2020 erhält Dr. Maja Schreiner. Sie wird damit für ihre neuartigen Erkenntnisse ausgezeichnet, die sie im Rahmen ihrer Dissertation mit dem Titel „Photodynamische Inaktivierung multiresistenter Bakterien auf ex vivo Haut" an der Fakultät für Medizin gewonnen hat. In ihrer 2019 mit „summa cum laude" abgeschlossenen Doktorarbeit befasst sich Dr. Schreiner mit der experimentellen und anwendungsorientierten Untersuchung einer neuen Technologie. Diese soll künftig humanpathogene Keime erfolgreich abtöten können, ohne dabei eine Resistenz zu induzieren.

Prof. Dr. Tim Maisch von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie in seiner Würdigung der wissenschaftlichen Arbeit der Preisträgerin: „In Deutschland infizieren sich jährlich zwischen 400.000 und 600.000 Menschen im Zusammenhang mit einer stationären medizinischen Behandlung mit Krankheitserregern, 10.000 bis 15.000 sterben. Circa ein Drittel dieser Infektionen wäre durch geeignete Maßnahmen vermeidbar. (…) Eine neue Alternative zur Bekämpfung von resistenten Mikroorganismen stellt dabei das photodynamische Prinzip dar, welches Gegenstand dieser interdisziplinären anwendungsorientieren Forschungsarbeit von Frau Schreiner gewesen ist.“

Dr. Schreiner war während ihrer Doktorarbeit Mitglied einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Bereichen der Biologie, Chemie, Mathematik, Medizin und Physik. Sie konnte erstmalig zeigen, dass eine erfolgreiche Dekolonisierung von multi-resistenten Bakterien von ex vivo Haut mit dem neuen Photosensibilisator „SAPyR“ möglich ist, ohne dabei einen toxischen Schaden im Hautgewebe nachzuweisen. Teile der Dissertationsarbeit wurden bereits als Publikation im peer-review Verfahren – mit Dr. Schreiner als Erstautorin – veröffentlicht. Zudem konnte die von der Wissenschaftlerin angewandte neue Methodik bereits in einer Pilotstudie der TriOptoTech GmbH, einem Regensburger Start-up Unternehmen, aufzeigen, dass photodynamisch wirkende Oberflächenbeschichtungen die Keimzahl reduzieren und damit eine Verschleppung und Ausbreitung von Keimen verhindern können. Diese ausgezeichnete wissenschaftliche Leistung soll mit dem Hochschulpreis 2020 entsprechend gewürdigt werden.


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