24.10.2019, 12:08 Uhr

Kurzfilmwettbewerb Queer-Streifen „Anemone“ räumt ab – Preise für britischen Kurzfilm

(Foto: Queer-Streifen Regensburg)(Foto: Queer-Streifen Regensburg)

Am Mittwochabend, 23. Oktober, wurde der Regensburger Kurzfilmwettbewerb Queer-Streifen mit der Preisverleihung abgeschlossen. .„Anemone“, ein britischer Kurzfilm von Amrou Al-Kadhi hat dabei gleich zwei Preise bekommen: den Publikumspreis in der Kategorie „queer“ und den Jurypreis für den besten Kurzfilm. Der Jurypreis für den besten Kurzfilm ist mit 500 Euro dotiert.

REGENSBURG Die Jury hatte bei den 8. Queer-Streifen das Vergnügen alle drei Kategorien – Schwul, Lesbisch und Queer – in der Kurzfilmsektion der Queer-Streifen sehen zu dürfen. Aufgrund der durchgängig ansprechenden Produktionen, die auf unterschiedliche Art und Weise zu unterhalten und zu bereichern verstanden, ist der Jury die Aufgabe unter den insgesamt 28 Beiträgen einen als Preisträger zu bestimmen, nicht leicht gefallen. Mehrere Filme hätten es durchaus verdient, in besonderer Weise anerkannt zu werden. Dennoch gab es einen Film, der der dreiköpfigen Jury nach den Screenings gleichermaßen speziell im Gedächtnis verblieben ist: „Anemone“. Dieser Film erzählt von einem jungen Menschen im Prozess der Identitätsfindung. In seiner Figurenzeichnung gelingt es ihm, nicht nur diese Figur überzeugend nahe zu bringen, sondern auch den Nebenpersonen eine Präsenz zu verschaffen, die die Geschichte auf wunderbare Weise abrundet. Das zentrale Problem ist dabei weniger, dass der Hauptcharakter nicht sein darf, wer oder was sie oder er sein will. Eher geht es gerade darum, sich nicht nur in eine Kategorie einfügen zu müssen, sondern mehreres gleichzeitig sein zu dürfen.

„Überzeugt hat uns vor allem die betont filmische Vermittlung dieser Problematik. Warme und farbenfrohe Aufnahmen unterlegen den Konflikt mit einer dennoch positiven Grundstimmung. In Schlüsselszenen findet der Film genau die richtigen Bilder, um uns das Innenleben der Hauptfigur nicht nur verbal zu vermitteln, sondern vor allem sinnlich wahrnehmbar zu machen“, so die Jury. Orte des Wassers, wie das Schwimmbad oder ein Raum voller Aquarien, werden als Sinnbild für einen Zustand des Fluiden eindrucksvoll in Szene gesetzt. In entsprechenden Szenen kann „Anemone“ schließlich zu sich selbst finden. So ging der diesjährige Jurypreis für den besten Kurzfilm an den britischen Beitrag von Amrou Al-Kadhi. Der Kurzfilm wurde auch gleich zum Publikumsliebling in der Kategorie „queer“ gekürt.

Publikumsliebling in der Kategorie „schwul“ wurde der fünfminütige Film „Hey You“ von Jared Watmuff zum Thema anonymes Dating, in der Kategorie „lesbisch“ der Kurzfilm „Natalie“ von Tess Emmerson aus Australien über eine Coming-of-age- und Coming-out-Geschichte.

Beliebtester Langfilm wurde das „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ von Céline Sciamma. Die französische Regisseurin und Drehbuchautorin befreit in diesem historischen Drama zwei junge Frauen vom männlichen Blick. Die Malerin Marianne lernt auf einem einsamen Schloss ihr Modell Héloïse, die Tochter der Herzogin, mit eigenen Augen jenseits der Konventionen zu sehen. Die so intensive, wie kurze Beziehung lässt beide Frauen erblühen und zu ungeahnter Selbsterkenntnis gelangen. Ein bildgewaltiges und kluges Drama.


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