26.09.2019, 21:43 Uhr

Würdigung Weltbürger, Rennfahrer und „Retter der Römermauer“ – zum 100. Geburtstag von Horst Bergschneider

(Foto: Bergschneider/Jörss)(Foto: Bergschneider/Jörss)

Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer erinnerte am Montag, 23. September, an den „Retter der Römermauer“. Unweit der historischen Fundstelle von einst wird anlässlich der Wiederkehr dessen 100. Geburtstages und in Erinnerung an seine Pionierleistung ein Schild mit der Aufschrift „Horst-Bergschneider-Allee“ enthüllt. Die „Horst-Bergschneider-Allee“ erstreckt sich vom „Römerrastplatz“ am Ernst-Reuter-Platz bis zur D.-Martin-Luther-Straße.

REGENSBURG In der Publikationsreihe der „Regensburger Kulturführer“ ist die Broschüre „Horst Bergschneider (1919-1999)“ erschienen. Die handliche Publikation im CD-Format ist für drei Euro in der Tourist-Information, im Kulturamt der Stadt Regensburg und im lokalen Buchhandel erhältlich.

„Retter der Römermauer“

Dem Einfallsreichtum und der Beherztheit des geschichtsbewussten Westfalen Horst Bergschneider verdankt Regensburg die Erhaltung der Südostecke des Römerkastells. Anfang der 1960er-Jahre hatte der „zuagroaste“ Regensburger mit seinem Engagement für das römische Erbe der Oberpfälzer Metropole eine entscheidende Wende in der Entwicklung Regensburgs und dem Selbstverständnis der Regensburger Bevölkerung angestoßen.

Mit der „Aktion 2.000 Jahre Regensburg“ hatten Horst Bergschneider und seine Mitstreiter ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern am Beispiel von kurz zuvor entdeckten Teilen der Mauern des römischen Legionslagers Castra Regina erstmals nachhaltig die Bedeutung des historischen Erbes ihrer Stadt ins Bewusstsein gerufen. So wurde das Gemäuer nicht wie geplant abgetragen, sondern blieb erhalten.

Horst Bergschneider: Unternehmer, Sport- und Kulturfreund

Den Unternehmer, Sport- und Kulturfreund Horst Bergschneider (1919 bis 1999) zeichnete generell eine außerordentlich hohe Vielseitigkeit aus. Der neunte Band in der vom Kulturreferat der Stadt Regensburg herausgegebenen Reihe der „Regensburger Kulturführer“ wirft deshalb auch einen Blick auf weitere berufliche, vor allem aber ehrenamtliche Aktivitäten Horst Bergschneiders: Etwa dessen Eintreten für den internationalen Frieden, den der gelernte Journalist nach den Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg durch Leitung der deutschen Sektion der Weltbürgerbewegung Ende der 1940er Jahre zu fördern suchte. Oder das Engagement für die Belange von Freiberuflern im Bund der Selbständigen, die dem Leiter einer noch heute von seinen Nachkommen geleiteten Versicherungsagentur ebenso wichtig waren wie die Arbeit für das Allgemeinwohl als langjähriges Mitglied im Bundesvorstand des Arbeitskreises der Selbständigen in der SPD.

Horst Bergschneider gehörte zudem zu den bekanntesten Sportsmännern der Region. Zunächst als aktiver Bergrenn- und Rallyefahrer mit den Höhepunkten der Deutschen Meis­terschaft in seiner Klasse im Jahre 1960 und später als mehrfacher Teilnehmer der Rallye Monte Carlo. Nicht zu vergessen ist aber auch Horst Bergschneiders Engagement für den SSV Jahn Regensburg, bei dem der unkonventionelle Mann in den 1970er Jahren gleich zwei Mal zum Präsidenten gewählt wurde und schon damals die klare Vision eines neuen Stadions verfolgte.

Aber auch Bergschneiders Mitgliedschaft im Gesellschaftsverein Allschlaraffia® mit seinen Idealen „Kunst, Freundschaft und Humor“ erschien den Autoren geeignet, die unterschiedlichen Charakter- und Wesenszüge dieses bemerkenswerten Mannes nachzuzeichnen.

„Horst Bergschneider (1919-1999)“ – die Autoren

Gerd Otto, ehemaliger Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung, und Wolfgang Otto, habilitierter Mediziner, sind erfahrene Sachbuchautoren und haben der Lebensgeschichte und den wichtigsten Stationen Bergschneiders in ihrem 100seitigen Büchlein nachgespürt. Unterstrichen von Erinnerungen und Einschätzungen von Persönlichkeiten und Weggefährten wie Dr. Till Bastian, aktueller Vorsitzender der deutschen Weltbürgerbewegung, Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, Kulturreferent Klemens Unger, Professor Dr. Fritz Wickenhäuser, Ehrenpräsident im Bund der Selbständigen, Jahn-Präsident Hans Rothammer, Kammersänger Heinz Klaus Ecker oder Bergschneiders Ehefrau Elisabeth erzählen die beiden Autoren die Geschichte eines außergewöhnlich vielseitigen Lebens.


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