28.11.2018, 11:19 Uhr

Vergangenheit hat Zukunft Das Jüdische Gemeindehaus in Regensburg bekommt ein neues Dach

(Foto: Eckl)(Foto: Eckl)

Für die Sanierung des notgesicherten Dachs über dem jüdischen Gemeindehaus, Am Brixener Hof 2 in Regensburg überbringt Dr. Werner Chrobak, Ortskurator Regensburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), bei einem Presse- und Fototermin vor Ort am Mittwoch, 28. November, um 11 Uhr im Beisein von Michael Menzl von Lotto Bayern einen symbolischen Fördervertrag über 25.000 Euro an Ilse Danziger vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde Regensburg.

REGENSBURG Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaute Gemeindehaus gehört zu den über 400 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte. Ein jüdisches Viertel und eine Synagoge gab es bereits im 10. Jahrhundert im Herzen der Stadt Regensburg. Die dortige jüdische Gemeinde ist eine der ältesten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden im deutschsprachigen Raum. 1230 befand sich die Synagoge, eine Talmudschule, ein rabbinisches Gericht und ein Gemeindehaus mit Hospital und Ritualbad am Neupfarrplatz, einen Friedhof besaß die Gemeinde in den heutigen Grünanlagen am Bahnhof. 1519 wurden die Juden vertrieben. Erst nach dem Judenedikt 1813 war eine Neuansiedlung in Regensburg erneut möglich. Die 1841 in der Unteren Bachgasse errichtete Synagoge wurde 1907 wegen Baufälligkeit geschlossen. Eine neue Synagoge mit dem Gemeindehaus mit Betraum, Mikwe, Rabbiner- und Hausmeisterwohnung wurde am Brixener Hof errichtet und 1912 eingeweiht. Die Synagoge wurde in der Reichsprogromnacht 1938 zerstört.

Das zweigeschossige, zwölf Mal 27 Meter große Gemeindehaus mit Mansardwalmdach und Eckflügeln in den Formen barockisierenden Jugendstils planten die Architekten Josef Koch und Franz Spiegel. Die kurzen Nord- und Südflügel verbindet ein schmaler Verbindungsbau. Das denkmalgeschützte Gemeindehaus grenzt künftig an die neue Synagoge unter Beibehaltung des alten Gebetraums im Erdgeschoss und der im Keller eingerichteten Mikwe. Der Synagogenneubau entsteht auf einem vieleckigen, schiefwinkeligen Grundriss. Die drei Vollgeschosse unter einem Flachdach sowie mit einer eingestellten Synagogenhaube als Stahl-Holzkonstruktion bilden dann mit dem alten Gemeindehaus einen Innenhof, der im Süden über ein Tor als Nebeneingang und im Osten über den Haupteingang mit Pforte erschlossen ist. Die Baumassenverteilung nimmt dabei Rücksicht auf den Bestand.


0 Kommentare