26.04.2018, 10:32 Uhr

Welterbetag Ganz Bayern blickt auf Regensburg – wir feiern das neue Museum und die Steinerne Brücke!


Das Wochenblatt präsentiert das Fest zur Eröffnung der Steinernen Brücke, den Tag der offenen Tür im Museum und den Welterbetag. Regensburg wird zum Zentrum Bayerns am Wochenende vom 9. und 10. Juni.

REGENSBURG Ob er einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist, wie einst der Baumeister der Steinernen Brücke, das wollte Peter Bächer vom Tiefbauamt Regensburg nicht verraten. Einst wettete der Baumeister mit dem Dombaumeister darum, eher fertig zu werden mit dem jeweiligen Monumental-Bauwerk des Mittelalters. Doch weil der Baumeister der Steinernen arg in Verzug war, ging er einen Pakt mit dem Teufel ein – die ersten drei Seelen wurden ihm versprochen. Da das in der Regel die Großkopferten, damals also Kaiser, Könige und Herzöge waren, rieb sich der Teufel schon die Hände – hatte aber die Rechnung nicht mit dem schlauen Regensburger gemacht. Ob sie also als Erste über die Brücke geht, wenn sie eröffnet wird? Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfirscher lachte verschmitzt auf diese Frage: „Na oft gehen ja die Journalisten voraus!“

Regensburg schaut einem Wochenende entgegen, das für die Domstadt sicher den Charakter eines Bürgerfests haben wird.

Doch ganz Bayern blickt am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juni, mit Sicherheit auf das wunderbare Welterbe Regensburg: An diesem Tag feiert die Stadt nämlich die bevorstehende Eröffnung eines Jahrtausendbauwerks. Und mehr noch: Mit einem Tag der offenen Tür feiert Bayern erstmals sein neues Museum der Bayerischen Geschichte. Mit einem Tag der offenen Tür sowie einem tollen Bühnenprogramm vom Bayerischen Rundfunk wird dieses Ereignis zelebriert. Auch Ministerpräsident Markus Söder hat sein Kommen zugesagt. Kein Wunder, im Wahljahr gibt es ja wohl keine bessere „PR“ als ein neues Museum, das nichts anderes zum Thema hat als den schönsten Freistaat der Welt, nämlich Bayern!

Größte Glasscheibe in einem Gebäude

Das Wochenblatt ist stolz darauf, diese Ereignisse zu präsentieren: Die Wiedereröffnung der Steinernen Brücke, der Tag der offenen Tür des Museums der Bayerischen Geschichte sowie der Welterbetag (10. Juni) werden an diesem Wochenende zelebriert.

Am gestrigen Dienstag präsentierte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zusammen mit Kulturreferent Klemens Unger und Dr. Richard Loibl, Leiter des Hauses der Bayerischen Geschichte, das Programm.

Und das hat es in sich.

Die Thundorferstraße wird breit bespielt, Stadtamhof wird die lange herbeigesehnte Wiedereröffnung der Brücke ohne Baustelle mit einem rauschenden Fest feiern. Voraussichtlich im Mai wird das Bruckmandl, das wegen eines verlorenen Armes saniert werden musste, wieder auf die Steinerne zurückkehren. Alle drei Regensburger Traditions-Brauereien – Spital, Bischofshof und Kneitinger – werden sich nicht lumpen lassen und sind natürlich vertreten.

Richard Loibl machte den Regensburgern den Mund wässrig: „Die Baucontainer werden verschwunden sein bis dahin und die Außenfassade wird wohl auch fertig sein“, versprach der Chef-Historiker des Freistaates. Ob das sensationelle Fenster zum Dom bereits zu besichtigen sein wird, das ließ er noch im Ungewissen: „Das Fenster in Richtung Dom ist eine der größten Glasscheiben in einem Gebäude in ganz Europa“, protzte Loibl.

Sensationell auch: In fünf verschiedenen Panorama-Aufnahmen wird der Besucher bereits am Tag der offenen Tür im Museum jene Filme betrachten können, die von den Satirikern Christoph Süß („quer“) und Christian Springer die Geschichte Bayerns vor der Entstehung des Freistaates bzw. dem Verfassungsstaat Bayern zeigen. Das Panorama-Zimmer soll eines der Highlights werden.

Für alle Fußball-Fans wartet im Museum übrigens auch ein Film über den Aufsteig vom kleinen Verein zum Weltverein – natürlich ist der beste Fußballclub der Welt, der FC Bayern München gemeint.

Elektrisiert ist naturgemäß auch der Kulturreferent der Stadt, Klemens Unger. Seine Amtszeit neigt sich dem Ende, was aber viele vergessen: Unger ist einer der maßgeblichen Väter des Welterbe-Status‘, den Regensburg 2006 verliehen bekam.

Das Programm lässt sich hier gar nicht abbilden, so lang ist es. Ein Highlight ist sicher die Videoinstallation des Künstlers Philipp Geist. Die Sängerin Claudia Koreck tritt auf, es gibt Führungen noch und nöcher.

Kurzum: Regensburg wird wieder, wie schon im Mittelalter, ins Zentrum des Freistaates rücken. Wir freuen uns drauf!