10.04.2018, 18:52 Uhr

Lithografie als Geschenk Kunstforum Ostdeutsche Galerie stellt Neuerwerbungen vor

Dr. Nina Schleif, Leiterin der Grafischen Sammlung, und Dr. Gerhard Leistner, Leiter der Sammlung Gemälde/Skulptur, vor den beiden Werken von Ulrich Behl. (Foto: KOG/Gabriela Kašková)Dr. Nina Schleif, Leiterin der Grafischen Sammlung, und Dr. Gerhard Leistner, Leiter der Sammlung Gemälde/Skulptur, vor den beiden Werken von Ulrich Behl. (Foto: KOG/Gabriela Kašková)

Die Sammlung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie wurde kürzlich um ein neues Kunstwerk erweitert. Die filigrane Konstruktion aus Holz und transparentem Papier des Objektkünstlers und Grafikers Ulrich Behl (1939 Arnswalde/Pommern, Choszczno/Polen) konnte mit finanzieller Unterstützung der gemeinnützigen Günther-Fielmann-Stiftung in Hamburg erworben werden.

REGENSBURG An der Werkkunstschule Hannover bei Raimund Girke und Rolf Hartung ausgebildet arbeitet Behl seit über 50 Jahren im konkret-konstruktiven Bereich zwischen ZERO-Kunst und Op-Art. Seine bildnerische Gestaltung definiert sich ausschließlich aus dem Verhältnis von Linie, Form und Farbe zu Fläche und Raum. Anlässlich der Erwerbung des Objekts schenkte der Künstler dem Museum zusätzlich eine seiner wichtigsten Grafiken.

„Dem Licht eine Falle zu stellen“ ist das eigentliche Thema der Objektkunst von Ulrich Behl. Angeregt durch das Gestalten von Segelflugzeugmodellen bespannt Behl seit 1980 feine geometrische Holzkonstruktionen straff mit durchscheinendem Papier und lässt somit Hohlräume entstehen, die das Licht fangen. Unter einem klaren Plexiglasschutz bieten diese „Schauobjekte“ je nach Standort des Betrachters reizvolle Licht- und Schatteneffekte.

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie besitzt seit 1998 solch ein „Schauobjekt mit Vertikalen“. Mit der Neuerwerbung „räumlich-rotativ“ von 2007 konnte nun eine weiterentwickelte Variante von Behls „Lichtfallen“ gewonnen werden, in der 49 Quadratfelder unterschiedlicher Lichtintensität scheinbar konzentrisch um geöffnete Zwischenräume kreisen.

Diese ästhetisch wirkungsvolle Neuerwerbung hat für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie zudem einen positiven Nebeneffekt: Der Künstler schenkt dem Museum einen Abzug seiner – nach eigener Aussage – wichtigsten Lithografie mit dem Titel „Allegro – ma non troppo“ von 1986. In dem großformatigen Blatt erzeugt er mittels einem mit Kreidestift ausgeführten Rautenmuster Tiefe und Bewegung. Das Blatt vermittelt somit die vorzügliche Qualität von Behls Grafiken.


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