14.12.2017, 15:22 Uhr

Förderphase 2014 bis 2020 Bislang 53,7 Millionen Euro Leader-Fördermittel bewilligt

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Das Entscheidungsgremium der lokalen Leader-Aktionsgruppe (LAG) „Regionalentwicklung Landkreis Regensburg e. V.“ traf sich kürzlich im Landratsamt Regensburg zu seiner sechsten Sitzung. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden LAG-Vorsitzenden Josef Heuschneider informierte zunächst Elisabeth Sojer-Falter, Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung und Wirtschaft im Landratsamt Regensburg, über die wichtigsten Änderungen in der aktuellen Förderphase Leader 2014 bis 2020.

LANDKREIS REGENSBURG Bis Ende Oktober 2017 seien bayernweit 708 Projekte mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 133,5 Millionen Euro und voraussichtliche LEADER-Fördermittel in Höhe von 53,7 Millionen Euro bewilligt worden. Damit seien schon knapp 5o Prozent des Gesamtförderbudgets (111 Mio. Euro) für die Förderphase Leader 2014 bis 2020 in Bayern verplant. Die meisten Fördermittel verteilen sich dabei auf die Themenbereiche Freizeit/Tourismus und Kultur/kulturelles Erbe. Die wichtigste Änderung sei aber die Aufhebung des sogenannten „ersten Meilensteins“ im Rahmen einer Projektumsetzung. Demnach hätte bis zum Stichtag 31.10.2017 bei Einzelprojekten 500.000 Euro und bei Kooperationsprojekten 150.000 Euro an Fördermitteln bewilligt sein müssen. Hätte eine LAG diese Werte nicht erreicht, wäre das Förderbudget um die entsprechende Summe gekürzt worden. Durch die Aufhebung dieser Regelung werden keine Fördermittel einbehalten und das Förderbudget bleibe bis 2020 unverändert bei 1,5 Mio. Euro, so Sojer-Falter.

16 Projekte der Leader-Region bereits bewilligt

LAG-Manager Sven Päplow stellte den aktuellen Projektstand im Gebiet der LAG „Regionalentwicklung im Landkreis Regensburg e.V.“ vor. Seit Anerkennung als LEADER-Region im März 2015 seien vom Entscheidungsgremium 20 Projekte anhand der Projektauswahlkriterien positiv bewertet und damit zur offiziellen Antragsstellung beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt freigegeben worden. 16 Projekte seien bereits bewilligt und befinden sich in verschiedenen Stadien der Umsetzung. Damit seien bereits mehr als zwei Drittel der für diese Förderphase zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 1,5 Mio. Euro freigegeben worden, erklärte Sven Päplow.

Anschließend standen sieben neue Projekte zur Bewertung und Abstimmung durch das LAG-Entscheidungsgremium auf der Tagesordnung: die touristische und kulturelle Aufwertung der Burgruine Niederviehhausen, die Realisierung des Kooperationsprojektes „Thematische Aufwertung der ehemaligen Bahntrasse Regensburg-Falkenstein“ – Teilprojekt Bernhardswald: Multifunktionale Aufwertung der Freizeitinfrastruktur an fünf Standorten, die Gestaltung eines Themenwegs „Landwirtschaft in der Heimat“ bei Aufhausen, Solardachkataster für den Landkreis Regensburg, die Erstellung eines Kommunikationskonzeptes und Schaffung eines Informationszentrums zur Trinkwasserversorgung und zum Grundwasserschutz im Tertiären Hügelland – „WasserWertSchätzen“, die Einrichtung eines generationsübergreifenden Bewegungsparcours in Tegernheim und die bedarfsgerechte Optimierung der Freizeit- und Naherholungsinfrastruktur, zum Beispiel Schaffung einer barrierefreien Zugangsmöglichkeit zum Guggenberger See.

Die vorgegebenen Projektauswahlkriterien erreichten alle sieben Maßnahmen – für jedes Projekt erging daraufhin ein positiver Beschluss durch das LAG-Entscheidungsgremium, womit die Projekte zur Antragsstellung freigegeben wurden. Die Projektträger haben nun sechs Monate Zeit, den Leader-Förderantrag beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt einzureichen. Bei dem umfangreichen Förderverfahren werden sie durch die Leader-Geschäftsstelle tatkräftig unterstützt. Mit diesen sieben Projekten wurden weitere knapp 420. 000 Euro Leader-Fördermittel freigegeben, womit das Förderbudget der LAG „Regionalentwicklung Landkreis Regensburg e. V.“ für die Förderphase Leader 2014 bis 2020 nun fast völlig ausgeschöpft ist.

Hintergrund: Die Lokale Aktionsgruppe spielt eine zentrale Rolle im Rahmen des europäischen Förderprogramms Leader zur Stärkung des ländlichen Raumes. Sie ist zuständig für die Auswahl der Projekte, die mit Unterstützung des EU-Förderprogramms „Leader 2014 bis 2020“ gefördert werden sollen. Für die Projektauswahl wurde aus den Mitgliedern der Lokalen Aktionsgruppe ein Entscheidungsgremium mit 22 Vertretern gewählt. Acht davon sind dem öffentlichen Bereich zuzuordnen (Politik und Verwaltung), 14 stammen aus dem privaten Bereich (Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Kultur, Umwelt und Jugend). Vorsitzende ist Landrätin Tanja Schweiger, stellvertretender Vorsitzender ist Josef Heuschneider, Vorstandsmitglied des Kreisverbands Regensburg für Gartenkultur und Landespflege. Die Projektumsetzung koordiniert die Geschäftsstelle der Lokalen Aktionsgruppe, die im Sachgebiet Regionalentwicklung beim Landratsamt Regensburg angesiedelt ist. Die Mitgliederversammlung wird einmal jährlich einberufen, das LAG-Entscheidungsgremium trifft sich zwei Mal im Jahr.


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