15.06.2018, 16:00 Uhr

Dina sticht mit Leidenschaft Die Kunst ist ihr Leben, die Hautmalerei ist ihr Beruf


Preisgekrönte Nadelkunst: Realistic Art ist ihr Ding – die Tattoo-Fans lieben es

EGGENFELDEN „Es fing eigentlich alles aus Spaß an“, erzählt Dina Beresowsky. Und jetzt führt sie ihr eigenes Tattoo-Studio namens „Tattoo Art by Dina Didi Dada“ mitten in Eggenfelden und hat nach vier Jahren Betrieb viele Stammkunden, die regelmäßig auf ihrem Stuhl Platz nehmen. Ihre Tattoos sind mittlerweile heiß begehrt. Viele Tattoo-Fans reisen für ihre Nadelkunst sogar aus Chemnitz, Trier und Co. an. Auch das Tattoo-Magazin „Global“ wurde auf die 32-jährige Russlanddeutsche bereits aufmerksam und druckte mehrmals ihre Hautmalerei.

Erste Versuche auf Bananen

Die Kunst, das Zeichnen und Malen, gehörte schon immer zum Leben der studierten Grafikdesignerin. „Warum nicht auch das Tätowieren?“, dachte ihr Ehemann Klim (35) damals und bastelte nach einem Youtube-Video eine Tätowiermaschine aus einem Haarschneidegerät und einem Stabilo. Und los ging’s. „Wir hatten nichts Anderes zuhause, außer Bananen für den ersten Versuch“, lacht das Ehepaar. Das klappte zu ihrer Überraschung erstaunlich gut, wie sich Dina erinnert.

Bald darauf kauften sie die erste Tätowiermaschine. Und auch die Übungen auf der Schweinehaut funktionierten einwandfrei. Das erste Tattoo ließ nicht lang auf sich warten: „Es war eine Blume auf einem Fuß für eine Bekannte. Das erste Mal war schrecklich, ich war so nervös“, gesteht die Tattoo-Künstlerin. Das Ergebnis war aber alles andere als schrecklich, und die Tätowierte begeistert. Danach lief die Mundpropaganda wie am Schnürchen, es folgte eine Anfrage nach der anderen.

Rund 40 Tattoos hat sie im ersten Jahr gestochen – bis sie den Schritt zum eigenen Tattoo-Studio wagte. „Ich hab es voll riskiert, da mich fast keiner kannte.“ Die Zweifel waren aber nach der Eröffnung schnell verschwunden. „Vom ersten Tag an hatte ich jeden Tag Kunden, nach einem Monat hatte ich schon zwei Monate im Voraus alles voll. Ich war so überrascht“, erzählt Dina. Heute sticht sie am liebsten realistische Tattoos. Bei diesen muss man garantiert zweimal hinsehen.

Auch auf Tattoo-Messen war die 32-Jährige schon im ersten Jahr sehr erfolgreich und räumte mehrere Preise bei Wettbewerben ab, u.a. in der Kategorie „Best of Portrait“ oder „Best of Color Tattoo“. Bei der Tattoo Convention 2017 in Moosburg saß Dina auf Einladung des Veranstalters selbst in der Jury.

„Ich habe kein Tattoo“

Unter Tätowierern ist Dina allerdings so etwas wie eine Seltenheit, denn sie hat kein einziges Tattoo auf ihrer Haut. „Bei mir ist das so, heute gefällt mir etwas, aber morgen vielleicht nicht mehr, deswegen habe ich kein Tattoo“, schmunzelt die Tätowiererin. Auch ihr Ehemann Klim ist tattoofrei, er hat ebenso kein Verlangen danach sich stechen zu lassen. Der 35-Jährige ist übrigens der Piercer und Manager des Tattoo-Studios.

Ein eingespieltes Team also und für Nachwuchs ist auch schon gesorgt: Ihre 13-jährige Tochter Karina ist genauso begabt wie die Mutter. Mit elf Jahren hat sie einen Freiwilligen auf einer Messe tätowiert. „Wir dachten nicht, dass er es ernst meint, aber er kam nach einer Runde zurück und ließ sich von Karina etwas Kleines tätowieren“, so die Eltern. Und der Tätowierte war ganz zufrieden mit der Hautmalerei.

„Das hab ich mir nie erträumt“

Heute ist Dina froh, dass sie ihre Kreativität jeden Tag im Beruf ausleben kann. „Es ist kein einfacher Beruf, aber mir gefällt meine Arbeit sehr. Ich wollte schon immer Künstlerin werden, das habe ich mir aber nie erträumt.“


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