23.10.2017, 11:30 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Huldigung an Ehrenbürger Neue Nerud-Galerie eröffnet


50 Werke zeigen in der neuen Galerie im Heimatmuseum die Schaffensperiode des Künstlers

SIMBACH AM INN Am Freitagabend wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste und Kunstinteressierter die Nerud Galerie feierlich eröffnet. 50 Arbeitswerke des bekannten Simbacher Malers sind ab sofort dauerhaft im ersten Stockwerk des Heimatmuseums zu sehen.

Neben Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen sind aus allen wichtigen Schaffensperioden Werke des Malers in der neu eingerichteten Galerie zu bewundern. Zudem gibt es für den Besucher jede Menge Informationen über persönliche Daten und Neruds künstlerische Tätigkeiten, die mit Texten und Fotos illustriert sind und so einen Einblick in das Leben des Künstlers vermitteln.

Josef Karl Nerud wurde am 13. August 1900 in Simbach am Inn geboren. Über die Fachschule für Glasmalerei in Zwiesel kommt er nach München, wo er von 1921 bis 1927 an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste studiert und nach drei Semestern als Meisterschüler Becker-Gundahls ein eigenes Atelier erhält. 1929 kommt Nerud zu den „Juryfreien“, eine junge, weltoffene Künstlergruppe, die München wieder in den Mittelpunkt setzen will.

Besonders seine Kollektivausstellungen im Glaspalast und in Deutschlands Großstädten sowie dem Ausland machen Nerud bekannt. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus endet auch seine öffentliche Aufmerksamkeit. Er bleibt im Land und geht im Verborgenen seinen eigenen Weg weiter.

Nach dem Krieg ist Nerud wieder regelmäßig aus Ausstellungen in München, Hamburg, Essen, Mannheim und anderen Städten vertreten. 1952 illustriert der Grafiker die deutsche Erstveröffentlichung der Hemingway`schen Meistererzählung „Der alte Mann und das Meer“. Bekannt sind auch seine Ibiza-Bilder, die er 1953 bis 1954 anfertigte.

In den Folgejahren entstanden dann auch die Ansichten aus seiner niederbayerischen Heimat. Simbachs Ehrenbürger war auch Mitglied der Donau-Wald-Gruppe und der Innviertler Künstlergilde sowie Träger des Kulturpreises Ostbayern. Am 9. Juli 1982 starb Josef Karl Nerud in Simbach am Inn. Die maßgeblichen Initiatoren für die Eröffnung einer Nerud-Galerie in seiner Heimatstadt waren neben Michael Nerud Altbürgermeister und Vorsitzender vom Förderverein Heimatmuseum Richard Findl sowie Architekt Otto Grimm.

Die Öffnungszeiten des Museums lauten Dienstag 15 bis 17 Uhr und Freitag 18 bis 20 Uhr. Die ausstellten Bilder samt vielen persönlichen Malutensilien stellt Sohn Michael Nerud der Stadt für zunächst 15 Jahre zur Verfügung.


0 Kommentare