12.07.2019, 15:02 Uhr

Eulenspiegel Zeltfestival am Samstag Dreiviertelblut laden zur „Diskothek Maria Elend“

(Foto: Eulenspiegel Passau)(Foto: Eulenspiegel Passau)

Da rumpelt es an der Passauer Ortspitze

PASSAU. 25 Jahre Eulenspiegel Zeltfestival! Noch bis 21. Juli steht das Zirkuszelt an der Ortspitze in Passau. Manege frei für Kabarett, Musik und alte Geschichten im Biergarten an lauschig-légèren Sommerabenden. Und weil’s ein Jubiläum ist, wird es freilich auch die ein oder andere Überraschung geben. An diesem Samstag, 13. Juli, zum Beispiel laden Dreiviertelblut zu „Diskothek Maria Elend“ im Zelt ein: Geschichten, Stücke voll Wahrheit, Demut und Lebensfreude! „Es geht um Dinge, die uns beschäftigen. Und Dancing Queen ist es nicht.“ (Gerd Baumann). Karten gibt es vor Ort an der Ortspitze an der Abendkasse! Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr.

Titelgebend für das dritte Dreiviertelblut-Album sind der Ort, an dem die Live-Aufnahmen entstanden und die erstaunliche Tanzbarkeit mancher neuen Stücke. Welcome „Diskothek Maria Elend“!

Gerd Baumanns Kompositionen beflügeln Sebastian Horns krude Geschichten über Leben und Tod und das, was dazwischen liegt. Was als Ganzes dabei entsteht, könnte man am besten als „Phantastischer Realismus“ bezeichnen.

Es rumpelt wild bei der Friedhofsparty mit tanzenden Untoten, im Eiscafe „Lupa di Roma“ verwandelt sich eine elegante Dame in einen blutrünstigen Werwolf, in „Unter Deim Bett“ geht es - in Gedenken an nächtliche Kindheits-Ängste - schaurig zu. Und im „Odlgruamschwimmer“ bedankt sich Sebastian bei seiner - damals 6 Jahre alten - Lebensretterin, die ihn als Kind vor dem sicheren Tod bewahrt hat. Aus der Odelgrube.

Wer Dreiviertelblut kennt, weiß, dass dem lachenden ein weinendes Auge folgt und umgekehrt. „Wos übrig bleibt“ ist ein Befreiungsschlag aus den Ketten der Gesellschaft und eine Erinnerung daran, dass wir ohne Haut alle ziemlich gleich aussehen. Traurig düster sind die letzten Gedanken Georg Elsers in seiner Zelle: „13 Minuten“ ist ein Appell an die Menschlichkeit. „Auf und davo“ sind elegische Gedanken an die Vergänglichkeit, die in den stillsten Momenten am Lagerfeuer entstehen.

„Diskothek Maria Elend“: elf Geschichten, elf Stücke voll Wahrheit, Demut und Lebensfreude vereint auf einem Album, das seiner beiden Vorgängern würdig ist und neue Schönheit sucht und findet.


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