28.02.2018, 14:47 Uhr

Am Samstag ist Welttag des Hörens Wenn‘s mal im Orchestergraben zu laut wird, helfen nur „Ohrstöpsel“!


Zum Welttag des Hörens am 3. März: Wie es um Lärmschutz für Orchestermusiker bestellt ist

PASSAU/LANDSHUT/STRAUBING Am 3. März ist Welttag des Hörens, zu dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI) Kampagnen und Aktionen veranstalten. Um Menschen dafür zu sensibilisieren, wie man das Gehör schützt und im Falle einer Hörminderung bestmöglich versorgt!

Zu den Berufsgruppen, die großen akustischen Belastungen ausgesetzt sind – und für die ein gutes Gehör wichtige Voraussetzung für die Berufsausübung ist –, zählen Orchestermusiker! Die PaWo fragte nach beim Pressesprecher des Landestheaters Niederbayern (Passau, Straubing, Landshut), Konrad Krukowski, wie es um die arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen für Berufsmusiker in Orchestergräben bestellt ist!

„In der Tat sind Orchestermusiker regelmäßig starken akustischen Belastungen ausgesetzt. Erstaunlich ist, dass die höchsten dB-Werte von den Flöten ausgehen, also nicht dem schweren Blech, wie man wohl vermuten würde“, erklärt Krukowski.

Entsprechend hoch seien die Auflagen des Arbeitsschutzes für Orchesterprobenräume und Orchestergräben – insbesondere müssten diese Räume über entsprechende Höhen und absorbierende Wände verfügen. „In Passau war der ,Neubau‘ des Orchestergrabens nach dem Hochwasser so auch eines der sensiblen Themen. Der Passauer Graben hat spezielle absorbierende Paneele an der Decke und an den Wänden, die Decke steigt in Richtung vordere Öffnung an und ist an der niedrigsten Stelle 2,6 Meter hoch. Im Landshuter Theaterzelt haben wir diese Probleme nicht, weil der Graben nicht überdeckt ist. In Straubing ist der Graben so hoch, dass es auch hier keine Probleme gibt.“

In Landshut sei deshalb die richtige Größe des Orchestergrabens bei der Sanierung/ beim Neubau (die Variante steht noch nicht fest) eines der ganz großen Themen.

Krukowski weiter: „Um den Schalldruck, der auf jeden einzelnen Musiker in einem Graben wirkt, entsprechend zu mindern, wenden wir verschiedene Maßnahmen an: Plexiglas-Wände zwischen Blechbläsern/Schlagwerk und den anderen Musikern (nur gelegentlich); regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen der Musiker. Und die wichtigste Maßnahme ist aber ein spezieller Gehörschutz; das sind kleine, recht teure, maßangefertigte Ohrstöpsel, die bestimmte Frequenzbereiche filtern und damit die Geräuschbelastung insgesamt deutlich mindern.“

Die Gräben des Landestheaters Niederbayern seien inzwischen alle arbeitsrechtlich unbedenklich und damit ein sicherer und auch gesunder Arbeitsplatz für die Musiker der Niederbayerischen Philharmonie.

„Als wir in Landshut noch im alten Theater gespielt haben, war das leider nicht der Fall. Der Graben war sehr eng und durchgehend nur rund 1,85 Meter hoch. Die Verstöße gegen den Arbeitsschutz waren, wenn auch nicht der ausschlaggebende, so doch ein wichtiger Grund, wieso das Theater nicht weiter bespielt werden durfte und wir in das Theaterzelt umziehen mussten“, so Konrad Krukowski.


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