08.02.2018, 15:59 Uhr

Retrospektive Herbert Volmer, der Dali von Passau


Herbert-Volmer-Schau im Kulturmodell bis 18. Februar

PASSAU Im Rahmen einer Ausstellung mit Gemälden von Herbert Volmer in Passau betitelte die PaWo 1998 den Künstler als den „Passauer Dali“. – Herbert Volmer war Passauer mit Leib und Seele, er hat sein ganzes Leben in seiner Heimatstadt Passau verbracht, hier gelebt und gearbeitet. Er war ein Vollblutkünstler, ein Autodidakt und künstlerisch in Passau und im Umkreis von Passau sehr erfolgreich. Am 22. September 2005 verstarb der Künstler mit 52 Jahren und hinterlässt ein phantastisch-reales, surreales Werk.

Zu seinem 65. Geburtstag zum Gedenken an diesen herausragenden Künstler, der die Kunstszene in Passau lange Jahre mit seinen surrealen Darstellungen bereichert hat, organisiert seine langjährige Lebensgefährtin Jutta Leitner in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Passau im Kulturmodell Passau eine Retrospektive seines Wirkens von 1976- 2005.

Volmer war ausgebildeter Fotograf für Portrait-, Sach- und Werbefotografie. Er war mehrere Jahre Dozent für Malerei und Fotografie in verschiedenen Einrichtungen, u. a. bei Para Sol in Regensburg und der VHS Griesbach und Vilshofen.

1997 entdeckte Herbert Volmer die handwerkliche Präzision der „alten Meister“ und startete von da an intensive Versuche in Eitempera und Schichtenlasurmalerei. Inspiriert von Gottfried Hellnwein und H. R. Giger (Alien), Ernst Fuchs und insbesondere natürlich von Salvador Dali und dem österreichischen Surrealisten Rudolf Hausner entwickelte Volmer neue surreal gestaltete Bildwerke. Hausner war ein österreichischer Maler, Grafiker und bedeutender Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Ihm und seiner Kunst fühlte sich Volmer besonders verbunden.

Von 1997-2001 war Herbert Volmer auch in Vilshofen als Künstler tätig, als Mitglied der Künstlergruppe „Neue Vilshofener Gruppe“ und als Mitorganisator von Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen auf dem „Rauchhof“, dem Künstlerhof bei Vilshofen.

2003 schloss er sich der Künstlergruppe IMAGO an.

Das zentrale Thema von Volmer ist der Mensch, die Beziehung zwischen Frau und Mann und deren Umgang mit Erotik.

Die Zeichnungen von Herbert Volmer sind Bildwerke, die der Künstler meist spontan nebenbei angefertigt hat, die er gern auch mit alltäglichen Malmitteln, z. B. Kaffee, gestaltet hat – aber auch als Skizzen zur Vorbereitung für geplante Gemälde.

Seine Zeichnungen spiegeln, wie er selbst formulierte, sein Innerstes als intensiv erlebten Zustand in emotionalen Momentaufnahmen wider.

Volmers eindrucksvolle Gemälde versetzen den Betrachter in eine surreal-realistisch anmutende Phantasiewelt, durchaus getragen von menschlichen Begierden und Widersprüchen. Seine Bilder reflektieren, polarisieren und versetzen den Betrachter in respektierliches Staunen ob der ausdrucksvollen Flut von ideenreichen Eindrücken.

In den letzten Jahren vor seinem frühen Tod begann Herbert Volmer in gewohnt autodidaktischer Weise umfassende Versuche mit dem neu entdeckten Medium Computer, Schwerpunkt 3-D Grafik. Die farbigen Grafiken bestechen durch Ausdruck und Mystik und spiegeln Volmers Phantasiewelten wider. Die Grafiken, teilweise nicht fertiggestellt, sind nicht weiter bearbeitet worden, also so belassen, wie der Künstler sie geschaffen hat. Eine neue und doch so vertraute Variante des Phantastischen Realismus von Herbert Volmer.

Zu sehen im Kulturmodell Passau, Bräugasse 9, bis 18. Februar, Öffnungszeiten: Mo-So 10-17 Uhr.


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