15.02.2019, 14:25 Uhr

Händels „Ariodante“ feiert Premiere Spielarten der Liebe im Theaterzelt

Sabine Noack (Ariodante) und Maria Pitsch (Ginevra). (Foto: Peter Litvai)Sabine Noack (Ariodante) und Maria Pitsch (Ginevra). (Foto: Peter Litvai)

Am Freitag, 22. Februar, feiert die erste Opern-Neuproduktion des Jahres Premiere im Landshuter Theaterzelt: Händels barockes Meisterwerk „Ariodante“ – eine reine Liebe kann sich nicht gegen Intrigen, Eifersucht und Machtstreben durchsetzen.

LANDSHUT Prinzessin Ginevra liebt den Ritter Ariodante. Ihr Vater, der schottische König, ist mit der Hochzeit einverstanden, dem Liebesglück scheint nichts im Wege zu stehen, wäre da nicht Polinesso, der ehrgeizige Herzog von Albany, der ein Auge auf Ginevra und mehr noch auf den Königsthron geworfen hat. Als Ginevra ihn zurückweist, setzt er eine Intrige in Gang, um sie der Untreue zu überführen. Ariodante erliegt der Täuschung und stürzt sich vor Verzweiflung ins Meer, der König ruft zum Gottesgericht, Ginevra droht die Hinrichtung. Händels zeitlose Oper ist im Landshuter Theaterzelt ab dem 22. Februar 2019 zu sehen.

Nach einer Episode aus Ludovico Ariosts Versepos „Der rasende Roland“ schuf Georg Friedrich Händel 1735 seine schillernde Barock-Oper „Ariodante“ für das Theater Covent Garden in London. In diesem Meisterwerk wechseln sich dunkle, tieftraurige Arien wie Ariodantes „Scherza infida“ mit hellen Naturszenen von pastoraler Atmosphäre ab. Dabei werden die verschiedenen Spielarten der Liebe beleuchtet – von der reinen und unschuldigen Hingabe bis hin zur manipulativen Kraft von Gefühlen. Die typisch barocken Affektwechsel sind eindrucksvoll gestaltet: Auf die überschwängliche Freude des Beginns folgen tiefe Schwermut und plötzliche Todesangst. Händels Musik erweckt eine höfische Ritterwelt zum Leben, die von Liebeleien, Intrigen und Duellen geprägt ist.

Die geschlechterspezifische Besetzung spielte in der Oper des frühen 18. Jahrhunderts keine große Rolle; im Gegenteil konnte der Geschlechtertausch ein höchst reizvolles Stilmittel sein. Bei der Uraufführung wurde die Partie des Ariodante von einem Kastraten gesungen, Polinesso dagegen von einer Frau (Altstimme).

Regisseur Stephen Medcalf, der am Landestheater Niederbayern zuletzt die Operette „Der Graf von Luxemburg“ inszenierte, gestaltet zusammen mit dem Maler und Bühnenbildner Karlheinz Beer sowie Kostümbildnerin Iris Jedamski eine paradiesische Welt zwischen Ritterepik und Hippietum. Es singen und spielen: Sabine Noack (Ariodante), Maria Pitsch (Ginevra), Reinhild Buchmayer (Polinesso), Emily Fultz (Dalinda), Mark Watson Williams (Lurcanio), Peter Tilch (Il Re). Das Tanzensemble tanzt in der Choreografie von Michael Schmieder: Sophie Luckeneder, Loana Oehme, Judith Speckmaier, Ursula Geef. Kapellmeisterin Margherita Colombo leitet die Niederbayerische Philharmonie, es singt der Chor des Landestheaters Niederbayern unter der Leitung von Eleni Papakyriakou.

Premiere im Landshuter Theaterzelt ist am Freitag, 22. Februar, um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf im Verkehrsverein im Rathaus (9 – 17 Uhr; Altstadt 315, 84028 Landshut), an der Theaterkasse im Theaterzelt (Do 17 – 19 Uhr & Fr 11 – 13 Uhr), Telefon: 0871/92208-33, theaterkasse@landshut.de, sowie rund um die Uhr im Webshop. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor der Vorstellung. Alle Termine und weitere Informationen unter www.landestheater-niederbayern.de.


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