22.09.2020, 09:33 Uhr

„Kunst für ALLE“ In Abensberg startet die Artothek

In Abensberg gibt es jetzt Kunst zum Ausleihen. Foto: MüllerIn Abensberg gibt es jetzt Kunst zum Ausleihen. Foto: Müller

Kunst zum Ausleihen gibt es jetzt in der Artothek Abensberg. Landrat Neumeyer und 2. Bürgermeister Resch durften zur Eröffnung ihre Lieblingsexponate wählen.

Abensberg. Das Ausleihen von Büchern aus Bibliotheken ist heutzutage gang und gäbe und damit der Zugang zu Literatur für Alle gewährt. In der Kunst ist das derzeit nicht üblich – oder besser: noch nicht. Das will die neu geschaffene Artothek im Aventinum in Abensberg ändern. Unter dem Motto „Kunst für ALLE“ fiel am 17. September der Startschuss für den außergewöhnlichen Verleih.

Die Idee: alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen und andere Einrichtungen wie Kommunen haben die Möglichkeit, sich Kunstwerke regionaler und überregionaler Künstler für ein paar Monate zu entleihen, um diese in den eigenen vier Wänden eine Zeit lang zu genießen. Und das funktioniert ganz einfach: Kontakt aufnehmen – Artothek besuchen – Kunstwerk mitnehmen! Auf der Homepage der Artothek (www.artothek-abensberg.de) sowie in einem kleinen Katalog sind die zur Verfügung stehenden Kunstwerke bis in´s Detail zu betrachten. Dort können alle Interessenten die sich stetig erweiternde Auswahl an Ausleih-Objekten ansehen. Auch die Kontaktdaten des Stadtmuseums, die Nutzungsbedingungen sowie eine Preisliste sind dort hinterlegt. Nach telefonischer oder auch persönlicher Absprache und Ansicht vor Ort im Showroom im 1. Obergeschoss des Kultur- und Bildungszentrum Aventinum kann das gewünschte Kunstwerk gegen eine Gebühr von 7 Euro/Monat entliehen werden. Selbstverständlich steht eine verminderte Auswahl dem interessierten Besucher jeder Zeit zur Besichtigung zur Verfügung. Verlängert werden kann diese Frist zwei Mal auf insgesamt drei Monate. Für den Transport stehen spezielle Kisten bereit, die die Sicherheit der Werke gewährleisten. Es braucht von Seiten des Nutzers also wirklich nicht viel.

Die Ersten, die Ihre Lieblingsstücke wählen durften, waren Landrat und Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Martin Neumeyer und der 2. Bürgermeister der Stadt Abensberg Bernhard Resch. Museumsleiterin Veronika Leikauf hatte die beiden geladen, um die neue Artothek offiziell zu eröffnen. Ursprünglich wäre bereits im April eine große Eröffnungs-Gala geplant gewesen. „Leider können wir aufgrund der Corona-Restriktionen eine Veranstaltung wie ich sie mir vorstelle im Aventinum zur Zeit nicht stattfinden lassen. Ich bin daher froh, dass wir die Artothek zumindest im kleinen Kreis nun eröffnen können“, freut sich die Museumsleiterin Leikauf.

Begeistert von dem Projekt zeigte sich Landrat Neumeyer: „Mit diesem innovativem Konzept stärken wir unsere heimische Kunstszene und ermöglichen gleichzeitig den Kunstgenuss für Alle in unserem Landkreis und über die Landkreisgrenzen hinaus. Ich bin froh, dass wir mit Mitteln aus dem LEADER-Topf unterstützen konnten.“ Auch die Stadt Abensberg stand von Beginn an hinter dem Projekt. „Kultur - in welcher Form auch immer - den Menschen näher zu bringen ist der Stadt Abensberg ein großes Anliegen. Bis ins eigene Wohnzimmer schafft man das sonst selten. Die Artothek bietet jetzt unkompliziert genau dieses außergewöhnliche Kunst-Erlebnis. Dieses Projekt in jeglicher Hinsicht zu unterstützen ist da eine Selbstverständlichkeit“, so der 2. Bürgermeister Dr. Bernhard Resch.

Ebenfalls zur Eröffnung geladen waren die Unterstützer dieses Vorhabens. Leikauf bedankte sich herzlich bei Klaus Amann und Veronika Preis der LEADER-Geschäftsstelle für die konzeptionelle Hilfe im Rahmen der LEADER-Förderung. Des Weiteren dankte sie dem Vorsitzenden des Heimatvereins Anton Mühlbauer, Johannes Peintl von der Stanglmeier-Stiftung und Reinhard Handschuh der Sparkasse Abensberg für die finanzielle Unterstützung.

Die Idee, Kunstwerke aus der musealen Sammlung auch an Privatpersonen zu entleihen, entstand hier in Abensberg vor circa zwei Jahren. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von dem damaligen Museumsleiter Dr. Tobias Hammerl, der das Konzept für Abensberg entwickelte und den städtischen Verantwortlichen sowie der LEADER-Kommission vorstellte. „Heute, circa zwei Jahre später, freue ich mich, dieses innovative Projekt meines Vorgängers fertiggestellt zu haben“, so Museumsleiterin Leikauf.

Es konnte auch schon die erste Kundin von dem Konzept überzeugt werden: Dirndl-Königin Lisa Lattner ist seit einigen Tagen im Genuss eines der Leihkunstwerke. Ihre Wahl fiel auf eine Darstellung des Maderturms – ihr persönliches Lieblingsbild aus dem aktuellen Angebot. „Der Maderturm gehört einfach zum Stadtbild dazu - sein Anblick ist wie nach Hause kommen! Diesen Blick für eine Zeit daheim zu haben, das ist einfach schön!“


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