09.08.2019, 12:11 Uhr

Tradition 25 Jahre Hopfenzupferfest – wie zu Großmutters Zeiten

Ein Banner mit alten Bildern und Zeitungsberichten zeigt die 25-jähriges Geschichte des Festes. Es wird am Sonntag, 11. August, beim Hopfenzupferfest in Mitterstetten (Elsendorf) auf dem Hof von Alfred und Angelika Kirzinger (links) zu sehen sein. Annelies Stadler und Erhard Gagger (rechts) freuen sich auf ein Wiedersehen mit vielen Stammgästen des Festes. (Foto: HHT/Rudloff)Ein Banner mit alten Bildern und Zeitungsberichten zeigt die 25-jähriges Geschichte des Festes. Es wird am Sonntag, 11. August, beim Hopfenzupferfest in Mitterstetten (Elsendorf) auf dem Hof von Alfred und Angelika Kirzinger (links) zu sehen sein. Annelies Stadler und Erhard Gagger (rechts) freuen sich auf ein Wiedersehen mit vielen Stammgästen des Festes. (Foto: HHT/Rudloff)

Bereits zum 25. Mal findet am Sonntag, 11. August das „Hopfenzupfen wie zu Großmutters Zeiten“ statt. Das Fest blickt damit auf eine lange Geschichte zurück. Ein paar Details vorab: zweimal wurde der Veranstaltungsort gewechselt, nur dreimal hat es geregnet - und unzählige Gäste hat bei der Veranstaltung „der Hopfen gekratzt“.

ELSENDORF Sucht man nach den Ursprüngen des Hopfenzupferfestes, dann fällt immer wieder ein Name: Erhard Gagger. Der damalige Mitarbeiter des Hopfenpflanzerverbandes gilt als Initiator des Festes. Er war Anfang der 90-er Jahre als Besucher beim Hopfazupfa-Jahrtag in Fürholzen bei Rohrbach (Landkreis Pfaffenhofen). Dieses Fest, bei dem der Hopfen wie früher mit der Hand gezupft wurde, hatte ihn tief beeindruckt.

Haunsbach als erster Veranstaltungsort

So machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort, um eine ähnliche Veranstaltung auch im niederbayerischen Teil der Hallertau ins Leben zu rufen. Fündig wurde er mit dem Hof von Johann Baumeister in Haunsbach. Eine traditionelle Hopfenhalle und ein Hopfengarten direkt am Hof boten ideale Voraussetzungen. Der damalige Geschäftsführer des Mainburger Maschinenrings Georg Weiher und Karl-Heinz Brandl vom Verkehrsverein Mainburg standen ihm bei der Organisation des Events zur Seite. Und so konnte an einem sonnigen Samstag im August 1995 das erste Hopfenzupfen wie zu Großmutters Zeiten gefeiert werden! Das Bier, welches am ersten Hopfenzupferfest ausgeschenkt wurde, kam noch von der Brauerei Koppbräu aus Mainburg! Nach dem großen Erfolg des ersten Festes stand bald fest, dass es im nächsten Jahr wieder stattfinden wird. Als kleine Änderung wurde als Termin der zweite Sonntag im August gewählt, und dabei blieb es seither auch.

Rahmenprogramm rund um Hopfen entsteht

In dieser Zeit entwickelte sich bei den Bewohnern der Hopfenregion ein neues Bewusstsein für diese einzigartige Landschaft. Kreative und findige Hallertauer Kunsthandwerker und Produzenten entwickelten neue Produkte aus und mit Hopfen. Was lag näher, als diese innovativen Produkte bei einem Bauernmarkt am Hopfenzupferfest den interessierten Festbesuchern anzubieten.

Hopfenzupfen mit der Hand und Hopfamahl

Ein wichtiger Programmteil sind die Hopfenzupfer! Mit Musik begleitet ziehen sie zu ihrem Zupfplatz in den Hopfengarten, dort bringt ihnen der „Stangler“ die Hopfenreben und fleißige Finger füllen die „Metzenkörbe“. „Zu uns kommen immer noch Hopfenzupfer, die in ihrer Jugend tatsächlich noch bei der Ernte gezupft haben“, berichtet Annelies Stadler, Mitorganisatorin vom Hopfenland Hallertau Tourismus e. V. Ihr liegt diese Tradition sehr am Herzen - ebenso wie das sogenannte „Hopfamahl“, welches es im Anschluss für die fleißigen Hopfenzupfer gibt! Immer wieder spürt sie, wie die überregionalen Besucher vom „grünen Gold“, dem Hopfenduft und der einzigartigen Region begeistert sind. „Solche Feste tragen dazu bei, die Hallertau und den Hopfen greifbar zu machen“, ist die erfahrene Touristikerin überzeugt.

Ratzenhofen als zweiten Veranstaltungsort

Seit dem Jahr 1998 ist der Tourismusverein Hopfenland Hallertau in die Festorganisation eingebunden. Insgesamt 18 Jahre fand das Fest in Haunsbach beim Gasthaus Baumeister statt. Der Umbau der Hopfenhalle war dann der Anlass, dass der Veranstaltungsort nach Ratzenhofen in den Biergarten der Familie Zierer gelegt wurde. Dort konnte das Fest vier Jahre lang sehr erfolgreich stattfinden - bis man sich aus organisatorischen Gründen wieder auf die Suche nach einem neuen Veranstaltungsort machte.

Neue Heimat beim Kirzinger in Mitterstetten

Seit 2017 hat das Fest nun beim Gasthaus Kirzinger in Mitterstetten eine neue Heimat und einen idealen Veranstaltungsort gefunden. Das Fest knüpft wieder an sein ursprüngliches Konzept an: Es findet auf einem aktiven Hopfenanbaubetrieb statt und der Hopfen wird, so wie früher, direkt im Hopfengarten gezupft. Viele Erinnerungen an zahllose gesellige Stunden sind mit der 25-jährigen Geschichte dieses Brauchtumsfestes verknüpft. Für alle, die beim Jubiläums-Hopfenzupferfest mit zurückblicken möchten, wurde aus alten Bildern und Zeitungsberichten ein Banner erstellt. Es wird beim Fest am 11. August zentral platziert.

Mitmach-Aktionen rund ums „Grüne Gold“

Um das „Grüne Gold“ erlebbar zu machen gibt es neben dem Hopfen- und Bauernmarkt wieder viele „Mitmach- und Liveaktionen“: Das historische Hopfenzupfen im Hopfengarten, einen Kinderzupf-Wettbewerb sowie ein Live-Bierbrauen. Darüber hinaus haben die Besucher die Möglichkeit sich vor Ort selber einen Hopfenkranz zu binden. Das Fest beginnt um 10 Uhr, der Kinderzupfwettbewerb findet um 13 Uhr statt und die Hopfenzupfer ziehen um 14.15 Uhr in den Hopfengarten. Weitere Informationen zum 25. Hopfenzupferfest und das Programm sind auf www.hopfenland-hallertau.de zu finden.


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