20.08.2018, 13:42 Uhr

Expertenführung am 26. August Das Nibelungenlied und die Burg Prunn

Burg Prunn im Altmühltal. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung)Burg Prunn im Altmühltal. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung)

Am Sonntag, 26. August, findet um 14 Uhr die zweite einer Reihe von Expertenführungen auf der Burg Prunn statt. Dieses Mal beantwortet Dr. Sebastian Karnatz, Museumsreferent der Bayerischen Schlösserverwaltung, unter anderem die Frage, was die Geschichte Kriemhilds und der Nibelungen mit Burg Prunn zu tun hat.

RIEDENBURG Als im Jahr 1566 der damalige Besitzer der Burg, Ladislaus von Haag, ohne Erben gestorben war, kam Burg Prunn in den Besitz des bayerischen Herzogs Albrecht V. Um das Inventar sichten zu lassen, schickte der Herzog seinen Hofrat Wiguläus Hund nach Burg Prunn. Dort entdeckte der humanistisch gebildete Hofrat den sogenannten „Prunner Codex“, eine der ältesten vollständigen Handschriften des Nibelungenlieds in mittelhochdeutscher Sprache. Das darin Geschriebene kam ihm im wahrsten Sinne des Wortes wie „alte maeren“ vor. Das Nibelungenlied, immerhin eines der bedeutendsten Heldenepen des Hochmittelalters, war mittlerweile so in Vergessenheit geraten, dass der Humanist darin ausschließlich ein unbekanntes Werk über die Hunnen und Avaren erkannte.

Der Auffindung des berühmten „Prunner Codex“, der heute in der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt wird, soll in dieser Themenführung ebenso nachgegangen werden wie dem Stoff des Heldenepos rund um Siegfried, Kriemhild und die Burgunderkönige Gunther, Gernot und Giselher selbst. In der Führung verbinden sich die Themenkreise des Epos mit dem Leben auf der Burg Prunn, die gerade im 15. und 16. Jahrhundert ein bedeutender Sitz der reichsfreien Grafen von Haag war. Nach umfangreichen Sanierungen wurde 2012 die neue Ausstellung auf Burg Prunn durch die Bayerische Schlösserverwaltung eingerichtet, an deren Konzeption Sebastian Karnatz maßgeblich beteiligt war. Im Rahmen eines Stipendiums des Freistaats Bayern konnte er nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik zur Rezeption des Nibelungenlieds im 19. und 20. Jahrhunderts forschen.

Die Führung wird in heutiger deutscher Sprache gehalten, doch sind auch mittelhochdeutsche Kostproben zu erwarten. Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer 09442/ 3323 ist erforderlich. Treffpunkt für alle Interessenten ist der Kassenraum von Burg Prunn. Die Führungen sind im Burgeintritt enthalten.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.burg-prunn.de.


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