17.10.2019, 09:52 Uhr

Vorgeschmack auf neues Landauer Museum Wenn Steinzeit-Frau Lisar auf Star Wars-Roboter C-3PO trifft...


Am 27. Oktober öffnet das neue Museum für Steinzeit und Gegenwart im Kastenhof Landau seine Pforten. Und schon jetzt ist klar: Diese Ausstellung wird dank zahlreicher, einzigartiger Exponate, moderner Mitmach-Stationen und spannender Technik alles andere als langweilig!

LANDAU Langweilig, staubig, spießig – mit diesen Vorurteilen müssen viele Museen bis heute kämpfen. Dass es auch ganz anders geht, beweist ab 26. Oktober der umgestaltete Kastenhof in Landau. Denn in ihm verbirgt sich dann ein in dieser Art einzigartiges Museum für Steinzeit und Gegenwart, das kleine wie große Entdecker dank zahlreicher Exponate, Mitmach-Stationen und modernster Technik gleichermaßen faszinieren dürfte.

Am vergangenen Montag gewährten die Verantwortlichen einen ersten Einblick in die Ausstellungsräume, in denen derzeit noch etliche Handwerker und wissenschaftliche Mitarbeiter mit den letzten Arbeiten beschäftigt sind. Schließlich soll zur großen (internen) Eröffnungsfeier am 26. Oktober und dem Tag der offenen Tür für alle Neugierigen am 27. Oktober alles perfekt sein.

Wie viel Arbeit, aber auch wie viel Herzblut in dem neuen Museum steckt, konnte man den Worten von Projektleiter Simon Matzerath, Direktor des Historischen Museums Saar, entnehmen. Seit drei Jahren ist das Projekt in Planung, an dem allein fünf Kuratoren aus ganz Deutschland, eine Lichtplanerin, Grafiker, unzählige Handwerker und etliche Spezialisten von historischen Nachbildungen aus ganz Europa beteiligt sind. Zusammen hätten sie ein „einzigartiges Museum“ geschaffen, das die Steinzeit und die Gegenwart erstmals in Bezug setzt und den Schwerpunkt auf die Jungsteinzeit und damit den Beginn des Sesshaftwerdens der Menschheit – der bislang größten Umbruchphase der Menschheitsgeschichte – legt. „Das ist ein echter Meilenstein für Landau und rückt Niederbayern weit über Europa hinaus in den Fokus. Denn damit schließen wir eine Museum-Lücke“, so Matzerath, der mit der modernen Aufbereitung der Ausstellung auch zeigen wolle, dass Steinzeitmenschen alles andere als primitiv waren, sondern ihre Fähigkeiten und die Gegebenheiten schon damals durchaus perfekt einzusetzen wussten.

Einzigartige Ausstellung mit hohem Unterhaltungsfaktor

Ebenso wichtig für den Projektleiter sei auch die Einzigartigkeit der Ausstellung. „Deshalb findet man in dem Museum auch nichts von der Stange.“ Viele der rund 200 Exponate seien genauso wie die Filmsequenzen oder die interaktiven Mitmach-Stationen extra für das Museum für Steinzeit und Gegenwart und die Dauer-Ausstellung, die für die nächsten 15 Jahre konzipiert ist, angefertigt worden.

Bestes Beispiel dafür ist „Lisar“, eine lebensechte Nachbildung einer Frau, die vor 7.200 Jahren bei Essenbach (Landkreis Landshut) gelebt haben soll und deren Alltag anschaulich anhand von Funden gezeigt wird. „Die Figur ist so realistisch, dass sie ihre Artgenossen wiedererkennen würden“, erklärt Matzerath stolz.

Parallelen von Jungsteinzeit und Gegenwart

Ein weiterer Blickfang im ersten Obergeschoss des Kastenhofs sind die vier ältesten Tierarten sowie die Nachbildung der Schneeschuhe von Kult-Mumie Ötzi, die gleich neben Schuhen von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner stehen, um damit den Bezug zur Gegenwart herzustellen.

Interaktiv geht es bei Themen wie „Feuermachen“, „Brotbacken“ und „Textilherstellung“ vor 10.000 Jahren zu, die extra für das neue Museum verfilmt wurden. Auch ein Quiz findet sich hier wieder, das wie viele andere Anschauobjekte auch per Touch-Screen gesteuert werden kann und so das Museum „lebendig“ werden lässt.

Nach einem ebenso sehenswerten Abstecher in einen Nebenraum, der sich der Ortsgeschichte von Landau widmet und einen traumhaften Blick über das Isartal freigibt, kann man sich fotorealistischen Abbildungen von bedeutenden Fundstellen und ihren Funden – immer mit dem Bezug zur Gegenwart – zuwenden.

Große Augen dürften die Besucherinnen und Besucher dann auch im „Zukunftsraum“ machen. Hier „schwebt“ nicht nur eine Weltkugel über den Köpfen, auf die die Erde und ihre Veränderungen in den vergangenen 10.000 Jahren projiziert werden, sondern hier thront auch ein Original-Nachbau von Star Wars-Figur C-3PO – mit der Original-Unterschrift von Regisseur George Lucas!

Solche Besonderheiten findet man immer wieder in der Ausstellung, die auch an der ein oder anderen Stelle zum Schmunzeln einlädt – so wie bei so manchen alten Zitaten von Forschern und wichtigen Persönlichkeiten, wie das Leben im Jahr 2019 hätte aussehen sollen.

„Das Museum ist so konzipiert, dass es wirklich jedem – egal welchen Alters – gefallen wird. Ärchälogie- und Technik-Fans ebenso wie Schul- und Kinderkartenkinder, für die zusätzlich ein extra Pädagogik-Programm angeboten wird, bei dem sie auch im Matsch spielen dürfen, aber auch junge Leute, die Lust haben, sich mit der Gegenwart und der Zukunft zu beschäftigen. Denn die spannendste Geschichte ist immer die, die gerade geschrieben wird“, macht Projektleiter Simon Matzerath Lust auf mehr.

Weitere Infos zum Museum und zum vielfältigen Programm am Tag der offenen Tür findet man schon jetzt unter www.landau-isar.de.


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