27.03.2019, 10:30 Uhr

Tom Bauers neuestes Kleinkunstmusical Wem „Oschnputtl“ gefallen hat, wird von „Drei Wünsche frei“ regelrecht verzaubert sein!


Zwei Jahre nach dem Erfolgsmusical „Oschnputtl“ (über 40.000 Zuschauer auf Bayerns Bühnen!) zaubert der Kulturpreisträger Tom Bauer zur Freude seiner Fans ein neues Kleinkunstmusical – das weltweit wohl einzige Musical über das verhexte bayerische Reinheitsgebot – aus dem Hut. „Drei Wünsche frei“ heißt sein neuestes Stück, mit dem der Dingolfinger am kommenden Freitag in der ausverkauften Landauer Stadthalle Premiere feiert. Grund genug, das kreative Allround-Genie mal zum äußerst amüsanten Interview zu bitten.

LANDAU Herr Bauer, noch zwei Tage bis zur großen Premiere. Geht Ihr Pulsschlag langsam nach oben?

Aber wie! Zwei Jahre mal mehr, mal weniger harter Arbeit liegen hinter mir. Ich hab’s überschlagen, es müssten mittlerweile so rund 950 Stunden sein, die ich an dem Stück gearbeitet habe – man kann’s im Nachhinein selber kaum fassen, wo man den Ansporn immer hernimmt, so eine lange Zeit dranzubleiben.

Schon fünf Tage nach dem Vorverkaufsstart im Oktober letzten Jahres war die Premiere in Landau mit 1.000 Plätzen ausverkauft. Bei so einem Ansturm dürfte sicherlich selbst so manch großer Musik- und Comedy-Star vor Neid erblassen.Wie erklären Sie sich denn selbst diesen Wahnsinn-Zuspruch?

Also man muss dazusagen, dass die Premiere meist in der Heimatstadt gespielt wird, in der der größte „Fankreis“ ist, auswärts dauert’s oft schon eine ganze Weile länger, bis es voll ist. (schmunzelt) Aber es ist trotzdem Wahnsinn. Das macht einen ganz schön stolz, dass die Leute ein neues Programm von mir „blind“ kaufen – zum Vorverkaufsstart war ja noch nicht allzu viel drüber bekannt. Na ja, wie denn auch – zu dem Zeitpunkt war es ja noch lange nicht fertig geschrieben!

„Drei Wünsche frei...“ so lautet der vielversprechende Titel Ihres neuen Kleinkunstmusicals, bei dem es ja laut Presseinfo sehr „bierisch“ zugehen soll. Beschreiben Sie doch bitte kurz, um was es dabei genau geht.

Wie schon bei manch vorherigen Werken bleibe ich ja dem Thema „Märchen“ treu, nur habe ich diesmal kein Märchen umgeschrieben, sondern ein ganz neues selbst erfunden: Furunkula, die Zauberfee, ist im Jahre 1516 auf dem Herzogsschloss von Herzog Wilhelm, gerade als der den Landtag zusammengetrommelt hat, um ein neues Gesetz zu erlassen. Aus Versehen notiert sie ihre Einkaufsliste auf das wichtigste Schriftstück der bayerischen Geschichte, das kurz darauf als „Bayerisches Reinheitsgebot“ verkündet wird, nur eben jetzt nicht nur mit Wasser, Hopfen und Malz, sondern auch mit Zwiebeln, Schnittlauch, Tomaten, zwölf Paar Wiener usw. – was sie halt gerade einkaufen wollte. Als sie Hals über Kopf flüchtet, verwechselt sie die Zaubersprüche, und zaubert sich nicht wie vorgesehen 500 Meter, sondern 500 Jahre weiter. Sie landet in unserem heutigen Bayern, das jetzt für das schlechteste Bier auf der ganzen Welt bekannt ist – sogar die Engländer haben nun ein besseres! –, und sie ist Schuld an dem ganzen Schlamassel! Leider ist der Akku ihres Zauberstabes leer, und ihr Ladegerät hat sie auch vergessen... Das ist doch eine witzige Ausgangslage für ein bayerisches Abenteuer, oder nicht?

Auch wenn Ihr Stück grob unter „Musical“ läuft. Mit „Cats“, „Phantom der Oper“ und Co. darf das Stück nicht verglichen werden. Wie würden Sie jemanden, der bisher von Ihnen und Ihren bisherigen Arbeiten noch nichts gehört hat, erklären, was das Besondere an Ihren Geschichten und Inszenierungen ist?

Also mal ganz ehrlich: In „Cats“ zum Beispiel werden die Männer meist von ihren Ehefrauen reingeschleppt, und sind oft gelangweilt von der vielen Tanzerei. Bei meinen „Musicals“ werden auch oft Männer mitgeschleift, die sich aber ganz oft und überraschend sehr amüsieren, weil man, wie mir bescheinigt wurde, einfach aus dem Lachen nicht mehr rauskommt. Die Charaktere, die Lieder, die Dialoge, die Situationskomik – es geht eigentlich immer Schlag auf Schlag. Wer gerne lacht, ist bei mir bestens aufgehoben, würde ich sagen.

Und auch die Songs treffen wohl den Nerv einer breiten Masse: es sind Popsongs mit Ohrwurm-Charakter, teils romantisch, teils soulig, teils rockig – was gerade halt passt. Im neuen Stück kommt sogar ein wirklich herzergreifender Jodler vor!

Ich find’s immer wieder faszinierend, dass fast jedes Lied von verschiedenen Leuten als Lieblingslied genannt wird, das dürfte für eine durchgehend hohe Qualität der Lieder sprechen, und zeigt mir, dass ich gar nicht so verkehrt liegen kann mit meinen Kompositionen.

„Oschnputtl“ war ja ein absoluter Mega-Erfolg und ist echter Kult. Kommen dessen Fans denn auch beim neuen Stück wieder voll auf Ihre Kosten?

Das kann ich auf alle Fälle garantieren: mein Stil und Humor ist denen ja bekannt, und musikalisch habe ich mich sogar gewaltig weiterentwickelt! Wem „Oschnputtl“ gefallen hat, der dürfte von „Drei Wünsche frei“ und den Songs regelrecht begeistert sein!

Mit ins Boot geholt haben Sie sich zwei weitere Profis, die mit Ihnen zusammen in die insgesamt zehn Rollen schlüpfen. Was können Sie denn über die beiden erzählen?

Mit beiden war die Zusammenarbeit ja kein großes Risiko, beide waren schon im „Oschnputtl“-Erfolgs-Ensemble: Veronika Frank war als Stiefschwester Elvira zu sehen und Sebastian Hagengruber spielte den Prinzen Ferndinand.

Mit zwei solchen Gesangstalenten – übrigens beide ausgebildete Gesangslehrer – zusammenarbeiten zu dürfen, ist für mich eine unglaubliche Freude und auch eine Ehre: Sie setzen meine Kompositionen nicht nur genauso in die Tat um, wie ich sie mir ausdenke, sie bringen danach auch noch ganz viele Ideen ein. Es macht unglaublichen Spaß, mit solch professionellen Leuten zusammenzuarbeiten, mit denen man auf einer Längenwelle liegt. Es gab kein einziges böses Wort, niemand war je gekränkt über Kritik, und man freut sich einfach von Herzen auf eine Probe. Man kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man so etwas über ein Arbeitsklima sagen kann!

Ein Musical über das verhexte, bayerische Reinheitsgebot zu kreieren – auf die Idee muss man ja auch erst einmal kommen. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration, wo und wann fällt Ihnen so eine Geschichte ein?

Das frag ich mich im Nachhinein auch! Aber es war eigentlich nur eine logische Konsequenz: ich wollte ein eigenes bayerisches Märchen schreiben, also war ich bei der Zauberfee. Es sollte in der heutigen Zeit spielen, warum also ist da jetzt eine Fee? Ganz klar, da war eine Zeitreise. Und es muss ein Thema sein, dass die Leute in Bayern anspricht, etwas, was zu Herzen geht. Also stand die Idee im Raum, was wäre, wenn die Fee unser allerheiligstes, das bayerische Reinheitsgebot verändert hätte?

Die ganze Story entstand an einem einzigen Wochenende. Für so etwas fahre ich da gerne ein paar Tage weg, im Idealfall mit meinem Künstler-Kollegen Markus Laimer: er schreibt an einem Roman/Bühnenprogramm, und ich an meinem Projekt. Und man liest sich gegenseitig die Ideen vor und redet darüber. Und wenn man zu zweit – vielleicht nach dem einen oder anderen Bierchen – über so eine verrückte Story blödelt, entsteht oft Außergewöhnliches! Obwohl ich alles komplett alleine geschrieben und komponiert habe, danke ich Laimer für einige witzige Ideen und Szenen der Geschichte. Soweit wir Zeit finden, haben wir auch in Zukunft wieder vor, solch kurzweilige Kreativwochenenden zu verbringen. Das ist eigentlich wie Urlaub, nur dass am Schluss auch noch was Tolles dabei rauskommt!

Wenn man es jetzt tatsächlich verpasst hat, sich schnell eine Karte für die Landauer Premiere zu besorgen: Wo kann man sich „Drei Wünsche frei...“ demnächst in der Region noch anschauen?

Die Premiere war ja wirklich schnell ausverkauft, aber Karten für Auftritte in der Gegend gibt’s momentan für Buchet am 11. April, für Oberakteich am 17. Mai, für Dingolfing am 18. Mai, für Ergolding am 12. Juli, für Aldersbach am 19. Juli, für Plattling am 20. Juli, für Johannesbrunn am 2. Oktober, für den Münchner Schlachhof am 23. Oktober und für Reisbach am 27. Oktober. Weitere Aufführungen in Umkreis sowie alle Infos zum Programm findet man auf www.der-tom-bauer.de

Für die letzte Frage liefert der Musical-Titel natürlich eine Steilvorlage: Wenn Sie aktuell drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Ach, da würde ich mir wünschen: oft mehr Zeit zu haben für meine Familie... Dann wünsch‘ ich mir, dass ich weiterhin meine Leidenschaft als Beruf ausüben und meine Werke vor begeistertem Publikum zeigen darf! Und als Drittes... dass ich in vielen Jahren mal mit meiner Frau gesund und zufrieden auf meiner Gredbeng sitze und viele Enkelkinder um uns spielen, da könnt‘ mir eine Fee eine riesen Freude machen!


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