17.08.2018, 11:18 Uhr

Museum Quintana Künzinger Funde werden in Berlin ausgestellt

(Foto: Museum Quintana)(Foto: Museum Quintana)

Am Donnerstag, 20. September, wird die große Ausstellung „Bewegte Zeiten – Archäologie in Deutschland“ im Gropiusbau in Berlin eröffnet. Mit dabei sind Leihgaben aus dem Museum Quintana, die von der Museumsleitung zur Zeit zum Transport vorbereitet werden.

KÜNZING Die Leihgaben stammen aus zwei bedeutenden archäologischen Fundkomplexen in Künzing: Zum einen aus dem Gräberfeld der Urnenfelder- und Hallstattzeit, das eines der bedeutendsten metallzeitlichen Gräberfelder Süddeutschlands ist. Zwei Schwertgriffe und eine Lanzenspitze aus der Zeit um 1000 v. Chr. reisen aus Niederbayern nach Berlin. Alle drei Fundstücke stammen aus besonders hervorgehobenen, mit großen Grabgärten umgebenen Gräbern, die sich einer Führungsschicht der spätbronzezeitlichen Gesellschaft Künzings zuordnen lassen. Sie zeigen eine für die Zeitstellung besonders innovative Metalltechnik: Hier wurde in der ausgehenden Bronzezeit erstmals Eisen verarbeitet, ein Material, das in dieser Zeit außergewöhnlich selten und kostbar war.

Zum anderen stammt die zweite Gruppe von Objekten aus dem Künzinger Mithräum, einem Heiligtum für den Gott Mithras. Diese Gottheit wurde im Zuge des Vordringens orientalischer Religionen in das römische Reich erst seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. verehrt. Es handelt sich um einen Mysterienkult, zu dem kaum schriftliche Zeugnisse existieren. Umso aussagekräftiger sind die archäologischen Fundstücke, die einen tiefen Einblick in eine geheimnisvolle Welt geben. Die Besonderheit des Künzinger Miträums-Fundes besteht darin, dass hier tatsächlich ein Heiligtum mit wesentlichen Bestandteilen seines Inventars ausgegraben werden konnte. Eine repräsentative Auswahl dieser bei Kulthandlugen verwendeten Gebrauchsgegenstände wird in Berlin zu sehen sein: Ein Kultschwert zur Tötung von Opfertieren, Trinkbecher für ein gemeinsames Opfermahl, Öllämpchen zur Beleuchtung des fensterlosen Kultraumes und Räuchergefäße mit Schlangenauflage, in denen bei den heiligen Handlungen Weihrauch o.ä. verbrannt wurde.

Aber auch in eigener Sache geht die Arbeit im Museum voran. Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für die nächste Sonderausstellung „Orakel. Antike blickt in die Zukunft“, die ab Freitag, 28. September, im Sonderausstellungsraum des Museums präsentiert wird. Diese Ausstellung beschäftigt sich mit den Orakeln der griechisch-römischen Antike. Sie gibt Einblick in die verschiedensten Vorhersagetechniken dieser Zeit. Neben der berühmten Priesterin Pythia in Delphi oder den an unterschiedlichen Orten wohnenden weisen Frauen, den Sibyllen, sind es auch die Vorhersagen aus der Beobachtung des Vogelflugs, aus der Betrachtung der Eingeweide der Opfertiere usw., die an dieser Stelle vorgestellt werden.

Dabei besteht auch die Möglichkeit, dass sich jeder Besucher anhand eines antiken Orakelbuches selbst in seinen derzeit wichtigen Fragen nach antikem „Rezept“ die Zukunft vorhersagen lässt.


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