08.03.2018, 12:16 Uhr

#meToo Flirt oder schon sexuelle Belästigung?

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Flirten wird häufiger als sexuelle Belästigung gewertet. Männer fühlen sich stärker verunsichert. Viele glauben, die Zeit der Gentlemen ist vorbei.

DEUTSCHLAND Die Grenze zwischen Flirt und sexueller Belästigung wird durchlässiger. Das zeigt eine aktuelle Studie des Datingportals LoveScout24. Demnach sind 29 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass ein Flirtversuch jetzt schneller als sexuelle Belästigung eingestuft wird. Vor allem Männer wissen oft nicht mehr, wo sie dran sind: Etwa jeder zehnte fühlt sich beim Umgang mit dem anderen Geschlecht verunsichert. Nur 28 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass #meToo keine Auswirkungen auf das Flirten hat. Für die Studie hat LoveScout24 gemeinsam mit Ipsos eine repräsentative Stichprobe von 1.000 Deutschen zwischen 16 und 70 Jahren befragt.

Demnach schätzen Männer und Frauen den Zustand des Flirts gleichermaßen kritisch ein: So sagen 30 Prozent der Männer, aber auch 29 Prozent der Frauen, dass ein Flirtversuch nach #meToo schneller als sexuelle Belästigung eingestuft wird. Dass die Debatte keine Auswirkungen auf den Flirt hat, glauben hingegen 28 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen. Auch die These, dass es Männer jetzt schwerer haben, Frauen anzusprechen, wird von 19 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer geteilt. Leichte Abweichungen ergeben sich mit dem Blick auf die Konsequenzen der neuen Ausgangslage: 18 Prozent der Herren sind nämlich der Meinung, dass Frauen beim Flirt jetzt selbst stärker die Initiative übernehmen müssen, doch nur 15 Prozent der Damen sehen das ähnlich.

Männer und Frauen endlich auf Augenhöhe beim Flirt

Nicht alle Befragten glauben, dass #meToo einen Schatten auf das Flirten wirft. So sind zwölf Prozent der Ansicht, dass sich Männer und Frauen durch #meToo endlich auf Augenhöhe begegnen (Männer: elf Prozent, Frauen: 13 Prozent). Elf Prozent erwarten sogar eine Aufwertung des Flirtens und sagen: Es wird nach wie vor Flirts geben – das wird alles nur viel angenehmer und charmanter ablaufen. Doch es gibt auch die Schwarzseher: So sagen zwölf Prozent der Frauen: Nach #meToo ist die Zeit der Gentlemen endgültig vorbei (Männer: sechs Prozent). Jeder zehnte Mann (und sieben Prozent der Frauen) glaubt, dass es durch die Debatte allgemein schwieriger geworden ist, einen Partner zu finden.

Fast jeder zehnte Mann verunsichert

Die neue Schwierigkeit bei der Partnersuche könnte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich neun Prozent der Männer im Gefolge von #meToo verunsichert beim Umgang mit dem anderen Geschlecht fühlen. Frauen sehen es lockerer: Nur drei Prozent empfinden eine neue Unsicherheit. Jeder zehnte Mann hat das Gefühl, dass klassische Orte zum Kennenlernen wie der Arbeitsplatz als Flirtlocation nicht mehr in Frage kommen. Aus diesem Grund glauben elf Prozent der Deutschen, dass sich das Flirten weiter verstärkt auf Datingportale oder Flirtapps verlagern wird.


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