29.01.2020, 12:29 Uhr

Historisches Gebäude Amthof ist eine „Riesenchance“ für Kirchberg

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (r.) besichtigte mit Bürgermeister Alois Wenig den Amthof im Zentrum von Kirchberg im Wald. (Foto: Lang/Bezirk Niederbayern)Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (r.) besichtigte mit Bürgermeister Alois Wenig den Amthof im Zentrum von Kirchberg im Wald. (Foto: Lang/Bezirk Niederbayern)

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich lobt Engagement der Gemeinde.

KIRCHBERG IM WALD Im Amthof hatte sich über Jahrzehnte hinweg das öffentliche Leben der Gemeinde Kirchberg im Wald abgespielt. Bäckerei, Metzgerei und Brauerei waren dort untergebracht. Das Gasthaus war Kommunikationsort der Einwohner. Nun steht es seit einigen Jahren leer und nach vielen Diskussionen und Verhandlungen hat es nun die Gemeinde erworben – zu einem fairen Preis, wie auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich feststellte, als er kürzlich das Gebäude zusammen mit Bürgermeister Alois Wenig besichtigte.

198.000 Euro stand auf dem Notarvertrag, der Anfang Januar unterschrieben wurde. Bekommen hat die Gemeinde dafür ein historisches Gebäude samt großem Parkplatz. Das Grundstück mitten am Dorfplatz umfasst insgesamt 2350 Quadratmeter. Sowohl der Ankauf als auch künftige Investitionen werden mit Städtebaufördermitteln bezuschusst. „Ihr könnt hier sehr viel draus machen, das ist eine Riesenchance für Kirchberg“, ist Heinrich überzeugt.

Der Bürgermeister setzt seinen Schwerpunkt zunächst darauf, wieder einen Gastronomiebetrieb zu etablieren, denn den bräuchte man dringend für das Dorfleben. Die Gastwirtschaft im Amthof war noch längere Zeit betrieben worden, doch seit der letzte Pächter aufgehört hatte, war auch diese geschlossen. „Schon seit 2013, noch unter dem alten Gemeinderat, hatten wir über einen Kauf diskutiert, aber die Zeit war noch nicht reif“, blickte Wenig zurück. Heute ist er stolz darauf, dass er das Ganze noch in seiner bald endenden Amtszeit „über die Bühne gebracht hat“. Für den neuen Bürgermeister und Gemeinderat sei die Wiederbelebung durchaus eine Herausforderung, aber mit finanzieller Unterstützung der Regierung machbar. Neben einer Gastwirtschaft sollte der Amthof auch Räumlichkeiten für Vereine bieten. Der Trachtenverein nutzt das Gebäude schon, auch die Reservisten haben kürzlich dort ihre Weihnachtsfeier veranstaltet.

Dass Kirchberg noch großes Potential an Entwicklungsmöglichkeiten hat, darin waren sich Heinrich und Wenig einig. „Wir haben in den zurückliegenden Jahren verstärkt in eine gute Infrastruktur investiert, um jungen Familien Perspektiven in der Heimat zu eröffnen. Ob Schule, Kindergarten, Nahversorgung, Schaffung von Arbeitsplätzen oder Baulandkauf“, zählt der Bürgermeister auf. Und so erfolgte mit dem Kauf des Amthofs ein weiterer Schritt, um in Kirchberg dem geschichtsträchtigen Landgasthof wieder Leben einzuhauchen. „Wir brauchen nun ein tragfähiges und gutes Konzept, bei dessen Erstellung sich viele Interessierte einbringen sollten“, schloss der Bürgermeister.

Dass der Kirchberger Weg dabei erfolgreich sein wird, davon ist Heinrich überzeugt. „Ein zentraler Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft ist zweifellos wichtig. Er steigert die Lebensqualität vor Ort und ist deshalb ein Standortfaktor für die Gewinnung neuer Bürger.“ Ganz abgesehen davon, dass ein so markantes Haus wie der Amthof das Gesicht einer Ortschaft präge und so zur Identifikation mit der Heimat beitrage. „Dass ihr nun als Gemeinde die Entwicklung steuern und gestalten könnt, ist ein Glücksfall.“


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