19.11.2018, 10:01 Uhr

10. Ausgabe Künstler leuchten beim „Glashüttenbrettl“


Kultveranstaltung mit vielen Akteuren und Top-Unterhaltung.

BODENMAIS „Glashüttenbrettl in Bodenmais, diese Show ist so heiß“, wirklich zutreffend, bei dieser zehnten Auflage der Kultveranstaltung in der Joska-Waldglashütte, was Woife Berger, Bettina Bonfissuto, Phil Höcketstaller durch Gitarrenbegleitung von Kajetan Löffler von sich gaben, denn allein schon Fred M. heizte mit seiner faszinierenden Feuershow gehörig ein. Die Gesangseinlage übrigens war eine Hommage an die „Drei lustigen Moosacher“ mit ihrem legendären Stimmungshit „Ja mir san mim Radl do“. Mit vortrefflichen Künstlern hat das 10. „Bodenmaiser Glashüttenbretll“ wieder brilliert, umso amüsanter, hintersinniger, lustiger und auch frecher ihre Einlagen. Das jubelnde Publikum, darunter schon eingefleischte „Brettl-Fans“, kamen voll auf ihre Kosten. Für das leibliche Wohl sorgte einmal mehr das Joska-Küchenteam, das aus eben diesem Anlass auch kurz auf der Bühne stehen durfte. Alleinunterhalter Erwin Breu aus Stachesried schwenkte vor und nach der offiziellen Programmfolge das musikalische Zepter mit seiner „Ziach“. Alle Akteure erhielten wertvolle Glas-Trophäen als kleine Anerkennung.

Kult bedeuten auch schon die Worte „Möge das Brettl beginnen“, gesprochen von Woife Berger als ein Moderator, der kein Blatt vor den Mund nimmt und selbst zur Programmfolge mit eigenen Einlagen beiträgt, und Bettina Bonfissuto, Marketing-Managerin und wohl eine der Schnellsten, was die Abwicklung des Kartenvorverkaufs anbelangt. Mit von der Partie war auch Sabine Mitterdorfer von Donau TV. Als Paten hatten sich die Organisatoren zur zehnten Ausgabe des „Bodenmaiser Glashüttenbrettls“ einen Künstler samt Band aus München geholt. Phil Höcketstaller kommt aus dem Stadtteil Giesing und mit seiner Band „Hundling“ bestimmt er die „Bayerische Szene“. Er schreibt Songs über alle möglichen Themen, wie er im Small-Talk mit Woife Berger verriet, „die auch mal melancholisch sind“. Vierjährige Bühnenerfahrung hat Phil Höcketstaller inzwischen gesammelt und gab zu: „Als Mensch steh i drauf, dass i viele Kollegen hab, mit denen ich arbeiten kann“. Der Münchner Akteur managt sich selbst, betreibt aber eine Booking-Agentur, gern geht er mit seinem Hund spazieren und joggt durch den Wald, wenn es die Freizeit erlaubt. Dass beide die „Drei lustigen Moosacher“ prägten, räumte Woife Berger ein.

Es reichen die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen S. M. S., was ihnen schon zu Bekanntheit verhalf: „De Waidlerische Wirtshausmusi“ verkörpern Stefan Breit, Martin Gottal und Sepp Moser aus Waldkirchen. Beim „Bodenmaiser Glashüttenbrettl“ jedenfalls haben sie ein Bekenntnis zur bayerischen Wirtshauskultur abgelegt – ja wie könnt es anders sein. „Eigentlich mach ma Stubenmusi, weil wir san im Wirtshaus daheim“, erzählten sie über ihr breites Repertoire. Die Titelmelodie vom Michel aus der Lönneberga scheint bei ihrem Vorstellungslied „Ja schenkst uns glei drei Hoibe ei“ abgefärbt zu haben. Auf direkte Art entgegneten sie dem genauso fragstellenden „Brettl“-Moderator: „Mir san zwomoi scho voheirat, `s erste moi hamers gar ned glaum kinner“. Sie sind eigentlich die Ersten, die an diesem Abend das „Brettl“-Volk gleich mitreißen, dazu sorgen nicht zuletzt der trockene Humor und die pointierten Lacher: „Lieber Gott, bewahre uns vor Vogelgrippe und Rinderwahn und Holländern auf der Autobahn“. Den Oldie-Kracher „Marina“ haben sie deutlich rustikaler und ganz sicher bayerisch-verständlicher definiert: „Hey du geile Federn, loss die von mir pledern, geh sei doch ned so fad, kriagst eh an Schokolad`“. Nach der Darbietung vom „Bankerl am See“ durch Woife Berger (Wittibreut) und Kajetan Löffler (Simbach) schlug die Stunde für Ralf Winkelbeiner.

„Ich heiße wirklich so, bin aber kein Orthopäde, mein Nachbar hat Streckfuß geheißen“, stellte sich der oberbayerische Kabarettist vor, der in Manching lebt. „Wir kriegen ein Ankerzentrum, haben aber keinen Hafen“, meinte er. Das Publikum des 10. „Bodenmaiser Glashüttenbrettl“ klärte er auf, dass in Manching „nix los is, der Kaugummi-Automat is jetzt auch noch weg“. Einleitend ließ er die Besucher von einem Trauerfall in der Familie wissen, was den Tod des Kampfhundes anbelangte. „Katz`hod ihn umbracht, er is einfach dran erstickt“, lautete die knappe Erklärung vom Ableben. Auf Tournee ist Ralf Winkelbeiner mit seinem Soloprogramm „Habedere“, von dem es aber noch keinen Tonträger gibt. Sein Talent als Rampensau hat er bewiesen. Selbstverfasste Lieder und Coversongs präsentierte das Altöttinger Akustik-Duo „Here`s to us“. Lukas Baumgartl und Stephanie Asenkerschbaumer schlugen feinfühlige und gemächliche Töne an. Lukas Papa Rudi – selbst Musiker – verfolgte das Geschehen am Bühnenrand. Wie immer wurde auch bei der zehnten Auflage dieser Bodenmaiser Kult-Veranstaltung nicht mit Applaus gespart. Fred M. hat mit seiner Feuershow den Vogel abgeschossen. Der Aktionskünstler heißt Fred Meier im bürgerlichen Leben und ist auch schon mal über Glasscherben gelaufen, so konnte ihm das Spiel mit dem Feuer keineswegs gefährlich werden. Im Outift eines Feuerwehrmannes begann daher der Auftritt des „Brettl“-Stars, der in Saal an der Donau zu Hause ist. „Wia schaut`s aus? Ois Chicago bei eich?“ – da war die Joska-Waldglashütte längst schon am Brodeln, als die Münchner Band „Hundling“ die Bühne eroberte. Jazz und Blues sind nur ein Teil ihrer Bandbreite, mit denen Dominik Scholz, Christian Klos und Sebastian Osthold ihre Fans und Zuhörer begeisterten. Für das technische Know-how war die Firma Jocham aus Iggensbach verantwortlich. Vielleicht noch zu früh, aber sicher rechtzeitig, erwies sich dann der abschließende Act auf der Bühne und Wolfgang Ambros`Gassenhauer zum Finale des 10. „Bodenmaiser Glashüttenbrettl`s“: „Schifoarn“.


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