20.12.2017, 15:38 Uhr

Zerbrechlich und schön Ein Glaskleid für den Christbaum


In Rot, Silber oder Gold, oft schön verziert und filigran gestaltet, glitzern sie am Weihnachtsbaum. In ihrer Oberfläche spiegelt sich der Lichterglanz der Weihnachtskerzen wider und verbreitet so eine ganz besondere Stimmung. Die Rede ist von den Christbaumkugeln, die gerade in unseren Breiten vor allem aus Glas gefertigt werden. Eine Christbaumkugel aus Glas zu gestalten, dazu gehört schon wahre Handwerkskunst und die Glaskünstler sind ja bekanntlich im Bayerischen Wald daheim. So auch im Hause Joska in Bodenmais. Die Firma hält seit 2007 den Weltrekord für die weltgrößte Christbaumkugel.

BODENMAIS „Bisher hat den Rekord noch keiner geknackt“, sagt Martin Bauer von Joska Kristall sichtlich stolz. Und für die Riesenkugel, die heute noch im Glasparadies hängt, brauchte es mächtigen Körpereinsatz. Für die fünf Kilogramm schwere und 60 Zentimeter große Kugel (Durchmesser) wurde eigens eine Form aus Buchenholz gefertigt. Mit richtig viel Puste an der Glasmacherpfeife konnte aus der zähflüssigen Glasmasse eine große und doch filigrane Christbaumkugel gemacht werden, die anschließend mit viel Ausdauer, Feingefühl und Farbe von den Glasmalern verziert wurde. Mehr als 2,5 Millionen TV-Zuschauer verfolgten den Glas-Rekord damals am Bildschirm.

Für die ganz normalen Christbaumkugeln braucht es freilich nicht so viel Körpereinsatz. In nur 90 Sekunden schafft ein Apparateglasbläser eine „normale“ Christbaumkugel. Aber dennoch, Schweiß steht auch hier dem Glasbläser auf der Stirn. Damit das eigentlich harte Material überhaupt zu einer Kugel verarbeitet werden kann, müssen die Glasröhren bei 2000 Grad vor der Tischflamme des Kunstglasbläsers schmelzen. „Eine Roh-Glasröhre mit 2,5 Millimeter Wandstärke wird vor der Flamme geschmolzen, geblasen und hat dann nur mehr eine Wandstärke von unter einem Millimeter“, erklärt Martin Bauer.

Damit die Kugeln immer schon rund werden, verwenden die Glasbläser Metallformen. Doch trotzdem ist beim Material Glas immer Vorsicht geboten. Es ist und bleibt einfach zerbrechlich. Das heißt, der Glasbläser muss immer gleichmäßig arbeiten. „Wird zu stark ausgeblasen, wird das Glas zu dünn, die Kugel platzt und kann dann auch nicht mehr verwendet werden“, weiß Martin Bauer.

Ab dem frühen Sommer werden bei Joska Kristall die Weihnachtskugeln angefertigt. Viele Tausend Stück sind es jedes Jahr und natürlich gibt es immer wieder einen neuen Trend. „Hellblaue und rose-farbige Christbaumkugeln in Pastelltönen sind heuer sehr angesagt“, so Martin Bauer. Dennoch, auch die klassischen Christbaumkugeln in den Farben Champagner, Eislack, Ochsenblut, Silber, Gold und Rot verkaufen sich gut.

Aber nicht nur in Sachen Farben sind die Kunden experimentierfreudig. Auch bei den Formen der Christbaumkugeln gibt es immer neue Ideen. „Es gibt moderne Weihnachtskugeln in allen möglichen Formen wie Eulen oder Eichhörnchen, Totenkopf oder Babyflaschen. Alle werden in vorgefertigte Metallformen eingeblasen“, erzählt Martin Bauer.

Damit der klassische oder moderne Christbaumschmuck auch am Baum hängen kann, gibt es zwei Aufhängemöglichkeiten: Zum einen werden nach dem Blasen Metallkrönchen mit kleinen Haken angebracht oder die Kugel erhält nach der Veredelung einen Glasaufhänger. Dazu wird ein Glasstück erhitzt, zum Haken geformt und mit der Weihnachtskugel verschmolzen.


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