28.05.2020, 16:37 Uhr

Das Gwax ist süffig Burghauser Bürgermeister testet Burghauser Wein

Für Ersten Bürgermeister Florian Schneider (l.) war es der erste offizielle Besuch als Bürgermeister am Weinberg des Burghauser Gwax. Foto: Stadt BurghausenFür Ersten Bürgermeister Florian Schneider (l.) war es der erste offizielle Besuch als Bürgermeister am Weinberg des Burghauser Gwax. Foto: Stadt Burghausen

Der Burghauser Weinberg bringt heuer 82 Oechsle in die Flasche – Bürgermeister Florian Schneider nimmt Weinreben unter die Lupe

Burghausen. Welcher Bürgermeister kann schon von sich behaupten, einen eigenen Weinberg im Besitz der Stadt zu wissen? Für Ersten Bürgermeister Florian Schneider war es die erste offizielle Weinprobe als Bürgermeister des Burghauser Gwax am Weinberg unterhalb der längsten Burg der Welt und oberhalb des Wöhrsees: „Eine Traumlage hat unser Weinberg jedenfalls“, stellt das Stadtoberhaupt fest.

Seit der Landesgartenschau 2004 sind die Burghauser Weinbauern am Burghang aktiv und bauen Grauburgunder feinster Güte an. 15 Reihen à 30 Rebstöcke auf gut 1.000 Quadratmetern werden jährlich gezogen. „Das Burghauser Gwax, das wir heute trinken, ist der Ertrag vom vergangenen Jahr. Es ist der 14. Wein, den wir verkosten“, erklärt Curt Pfeifenthaler, der „Chefwinzer“ der Siedlervereinigung Burghausen e.V. Seit 2007 sorgt Curt Pfeifenthaler mit seiner 20-köpfigen Mannschaft federführend dafür, dass die Stadt Burghausen jedes Jahr ihr Gwax in Form eines schmackhaften Weißweins bekommt. Immer stilvoll präsentiert in einer Glasflasche. Das Etikett hat Künstlerin Katalin Harrer gemalt. „Ein paar Hundert Flaschen hat uns der Weinberg im vergangenen Jahr geschenkt“, sagt Pfeifenthaler. Heuer gibt es keinen Secco, dafür habe es nicht gereicht, erklärt Pfeifenthaler. Grund sei, dass es im Herbst 2019 zu wenig Sonne gegeben habe, daher habe der Grauburgunder auch lediglich 82 Oechsle statt normalerweise ca. 90. „Wir hoffen heuer auf einen besseren Ertrag, dann werden wir auch wieder einen Secco keltern“, erklärt Curt Pfeifenthaler, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert und bereits seinen Sohn Thomas als Nachfolger ins Weinbauern-Handwerk einweist.

Bei der Weinlese im Oktober 2019 sei die „Traubenware“ grundsätzlich gut gewesen. Zum Pressen und Abfüllen habe man die Trauben traditionell ins fränkische Rück gebracht, wo der neue Winzer „Weinbau Willi Eichmann“ den Grauburgunder weiter ausgebaut und gekeltert hat. Nach dem Abfüllen des Weines haben die Pfeifenthalers das Gwax geholt und etikettiert. Der 14. Wein vom Burghauser Weinberg hat 12 % vol, 8,5 gr. Restzucker und 6 gr. Säure. „Er ist feinherb und hat den für uns gewohnten Geschmack“, erklärt Curt Pfeifenthaler.

Bürgermeister Schneider befand das heurige Burghauser Gwax eindeutig als „süffig“ und hob seine schöne gelbe Farbe hervor. Vor Ort ließ er sich auch gleich von den Weinbauern über den Weinberg führen, sich die teilweise körperlich sehr schwere Arbeit erklären und auch die rechtlichen Details waren Thema: „Wir dürfen den Wein nicht verkaufen und auch ein Ausschank gegen Geld ist im Grunde untersagt“, so Pfeifenthaler. Die Stadt Burghausen verschenkt den Burghauser Wein traditionell zu besonderen Anlässen. Bei den Arbeiten am Weinberg werden die Weinbauern von den Stadtgärtnern sowie bei diversen Fragen und Angelegenheiten vom städtischen Bauhof unterstützt.