10.08.2018, 12:50 Uhr

Mit Blitz und Donner Nena eröffnete den Burghauser Kultursommer


Die NDW-Queen konnte ihre Fans begeistern

BURGHAUSEN. Es war ein Abend, den 2700 Besucher auf der Burghauser Burg so schnell nicht vergessen werden: Ein heftiger Gewittersturm machte beim Konzert von Nena eine fast zweistündige Zwangspause nötig. Die Künstlerin verkürzte den im Burginnenhof wartenden Fans die Zeit, in dem sie gemeinsam mit ihren Fans Hits wie „99 Luftballons“ und „Nur geträumt“ sang. „Alleine das war die Fahrt nach Burghausen wert“, schwärmten danach Fans, die Nena noch nie so hautnah erlebt hatten.

Ein volles Haus, beziehungsweise einen komplett gefüllten Waffenplatz bescherte Nena Veranstalter Oliver Forster zum Auftakt des Burghauser Konzertsommers. Schon am Nachmittag war Nena auf der Burg. Trotz der Glutofenhitze nahm sie sich Zeit und gab zur Freude einiger Fans Autogramme. Den Konzertabend eröffnete die in Salzburg lebende israelische Popsängerin Sharron Levy, die durch ihren Erfolg in der Casting-Show „Voice of Germany“ bekannt wurde. Danach folgte Jonas Monar mit seinem Elektropoptrio, bevor ab 20.45 Uhr die riesige Bühne am Waffenplatz der einstigen Königin der Neuen Deutschen Welle gehören sollte.

Die Hoffnung, dass die um diese Zeit rund um Burghausen tobenden Gewitterstürme einen Bogen um die Burg machen würden, erfüllten sich nicht. Wegen der starken Sturmböen und der heftig zuckenden Blitze ließen die Veranstalter den Platz sicherheitshalber räumen. Die Hauptburg, eigentlich als Backstagebereich für Nena und ihre Crew reserviert, wurde geöffnet. Das massive Gemäuer bot sicheren Schutz.

Lange war unklar, ob das Konzert überhaupt stattfinden kann. Eine Gruppe weiblicher Fans übernahm kurzerhand die Regie und stimmte a cappella Nenas 99 Luftballons an. Die Sängerin, die in der Torwartstube auf ihren Auftritt gewartet hatte, wurde neugierig. Sie kam heraus, filmte mit ihrem Handy die Fans und das vor der Hauptburg tobende Gewitter. Dann verschwand sie zunächst wieder, um wenig später, begleitet von der kompletten Band, erneut aufzutauchen. Diesmal hielt sie ein Megaphon in Händen, forderte alle zum Mitsingen auf. Vielstimmig erklangen die 99 Luftballons und andere Hits bis heftiger Regen auch den Burgrundgang Nenas beendete.

Danach banges Warten. Eigentlich rechnete kaum noch jemand mit einem Auftritt der auf die 60 zugehenden Sängerin. Aber um 22 Uhr kam die erlösende Nachricht: Das Konzert findet statt, und zwar in voller Länge, weil die Stadt Burghausen die auf 23 Uhr begrenzte Spielerlaubnis verlängert hatte.

Mit wildem, ein wenig an die Musik beim Burgfest erinnerndem Getrommel startete Nena mit „Indianer“ von ihrem ersten Album aus dem Jahr 1983.

Auch wenn die Fans an vorderster Front von Anfang an mitrockten, es dauerte eine Weile, bis sie die Zuhörer am anderen Ende des Waffenplatzes mitriss. Weil sie Songs abbrach, über „fucking microphones“ schimpfte oder Songtexte schlechter beherrschte als das Publikum, spekulierten die Zuhörer, ob sie vor ihrem Auftritt nicht nur das heiß geliebte Mondwasser getrunken hatte.

Aber spätestens bei „Wunder gescheh´n“, „Leuchtturm“ und noch mal den „99 Luftballons“ hatte Nena alles wieder im Griff. Zweimal musste sie zurück auf die Bühne und erst als sie den Fans „Willst Du mit mir geh´n“

und „Irgendwie“ serviert hatte, durfte sie nach einem langen und ereignisreichen Abend die Bühne endgültig verlassen.


0 Kommentare