28.01.2018, 09:32 Uhr

Tierisches Landschaftspflegeprojekt Wasserbüffel ziehen in Raitenhaslach ein


Die Wasserbüffel kommen: Ab Mai gibt es Mutterkuhhaltung in Raitenhaslach – die tierische Landschaftspflege spart bares Geld.

BURGHAUSEN. Mit dem Beweidungsprojekt in Raitenhaslach startet die Stadt Burghausen ein bei dem alle Beteiligten nur gewinnen können. Initiatorin ist Sarah Freudlsperger vom städtischen Umweltamt: „Nachdem sich das Kloster Raitenhaslach zum Akademie- und Kulturzentrum gewandelt hat, habe ich überlegt, wie wir auch in Sachen Umwelt einen Glanzpunkt in Raitenhaslach setzen können und bin auf Josefine und Matthias Reißaus in Oberneukirchen gestoßen, die die seltene Rinderart Murnau-Werdenfelser sowie Wasserbüffel züchten“, sagt Landschaftsarchitektin Sarah Freudlsperger.

Das Konzept der Landwirtsfamilie Reißaus sieht vor, dass die Tiere den Sommer auf der Wiese verbringen. In Raitenhaslach entsteht ihre zehnte Weide. Es werden zwei Wasserbüffel mit Kälbern und ein Rind mit Kalb sowie ein „Bummerl“ auf der Raitenhaslacher Ausgleichsfläche weiden. „Im Herbst können Interessierte dann das Fleisch bei uns direkt erwerben“, erklärt Josefine Reißaus, die den elterlichen Betrieb von konventioneller Milchviehhaltung auf Mutterkuhhaltung mit seltenen Rassen umgestellt hat.

Das „Bummerl“ ist ein Ochse, der im Herbst dann drei Jahre alt ist und geschlachtet wird. Die Beweidung hat aber nicht nur die Vorteile, dass seltene Rinder- und Büffelarten erhalten werden und sich Wanderer und Radlfahrer den Sommer über den Anblick der Tiere in der Natur erfreuen können. „Wir sparen dadurch auch bares Geld, weil die Fläche nicht mehr gemäht werden muss und der Boden wird nicht weiter verdichtet“, erklärt Freudlsperger.

Zudem werde durch Verbiss und Vertritt für seltene Pflanzen- und Tierarten neuer Lebensraum geschaffen. Etwa Mohn oder Gelbbauchunken könnten sich dann wieder ansiedeln. „Für die Wasserbüffel ist das Gelände optimal, weil es leicht sumpfig ist und die Rinderart hat sehr harte Klauen, so dass die Hufe die Feuchtigkeit gut vertragen“, erklärt Matthias Reißaus.

Die Landwirte kümmern sich auch um den stabilen Elektro-Zaun, der um die Wiese gezogen werden und im besten Fall täglich kontrolliert werden muss. „Hier können unsere FöJler (Freiwilliges Ökologisches Jahr) unterstützen“, sagt Sarah Freudlsperger. Der Hof der Familie Reißaus ist seit 2010 bio zertifiziert.

Das Fleisch der Rinder und Büffel vertreiben die Landwirte direkt. Die Tiere werden am Hof getötet und dann von einem Metzger abgeholt und zerlegt. Einmal monatlich wird in der Regel geschlachtet. Wer Interesse an dem besonders Omega3-reichen Fleischsorten von Wasserbüffel und Murnau-Werdenfelser hat, kann sich jederzeit bei Josefine und Matthias Reißaus melden: reissaus@der-reiserer.de.

Den Winter verbringen die Tiere in Oberneukirchen in verschiedenen Offen-Stall-Systemen. „Die Kälte macht auch den Wasserbüffeln nichts aus. Die Tiere sind sehr robust. Ab einer Temperatur von 20 Grad brauchen sie halt zwingend die Möglichkeit, sich im Wasser abzukühlen, damit sie nicht überhitzen“, sagt Matthias Reißaus.

Damit dies auf der Raitenhaslacher Weide gewährleistet ist, muss nur ein kleiner Tümpel ausgehoben werden. „Damit greifen wir kaum in die Landschaft ein“, sagt Freudlsperger. Z

um Auftakt des Beweidungsprojektes ist am 1. Mai 2018 vor dem Maibaumaufstellen eine Art Almauftrieb mit Segnung der Tiere sowie einer kleinen Verkostung des Fleisches geplant. Hier wird es jedoch noch eine ausführliche Ankündigung geben.


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