10.12.2020, 13:14 Uhr

Finanzen Das Bistum Regensburg legt die Bilanzen für 2019 offen

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Das Bistum Regensburg veröffentlicht die Jahresabschlüsse kirchlicher Rechtsträger auf diözesaner Ebene. Die 19 Berichte können eingesehen werden unter www.zahlengesichter.de., darunter die wirtschaftlichen Zahlen der Diözese Regensburg, des Bischöflichen Stuhls, der Schulstiftung, des Domkapitels, der Stiftung Regensburger Domspatzen, der Katholischen Jugendfürsorge und des Diözesan-Caritasverbandes.

Regensburg. Seit 2017 veröffentlichen alle diese kirchlichen Rechtsträger gemeinsam ihre Jahresabschlüsse, die nach dem Standard des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt werden. Zwischen 1974 und 2016 veröffentlichte die Diözese Regensburg jährlich ihre Jahresrechnungen, die nach den Standards der Kameralistik erstellt wurden.

Das positive Jahresergebnis der Diözese Regensburg in Höhe von rund sieben Millionen Euro wurde zur Deckung der mittelbaren Versorgungsverpflichtungen der Diözese eingesetzt. Mit rund 84,8 Prozent stellen die Einnahmen aus der Kirchensteuer den weitaus größten Anteil der Erträge. Die Kirchensteuernettoerträge (ohne interdiözesane Verrechnung) verzeichnen gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um rund drei Prozent.

Im Ausgabenbereich ist mit rund 56,5 Prozent die größte Position die Allgemeine Seelsorge. Diese Mittel fließen den 631 Pfarreien und Seelsorgestellen zu, damit diese in den Bereichen Seelsorge, Caritas und Liturgie den Menschen dienen können. Die zweitgrößte Aufwandsposition betrifft mit rund 12,5 Prozent den Bereich Schule, Wissenschaft und Kunst. Darin sind unter anderem die Investitionszuschüsse für die kirchlichen Schulen enthalten.

Das Eigenkapital der Diözese Regensburg besteht zum überwiegenden Teil aus zweckgebundenen Rücklagen. Sie umfassen rund 758 Millionen Euro und stellen Verpflichtungen dar, die die Diözese Regensburg eingegangen ist bzw. die ihr obliegen. Daran haben derzeit laufende bzw. künftig anstehende Baumaßnahmen mit rund 39 Prozent den größten Anteil. Beispiele solcher Baumaßnahmen sind der Neubau einer koedukativen Realschule in Cham oder der Neubau eines diözesanen Depots für Museum, Zentralarchiv und Bibliothek.

Die Rücklagen für die pfarrliche Seelsorge umfassen rund 19 Prozent. Diese Mittel sind dazu bestimmt, Zuweisungen und Investitionszuschüsse an die Pfarreien auch in der Zukunft gewährleisten zu können.

Das Vermögen der Diözese Regensburg wird darüber hinaus für gemeinwohl-orientierte Investitionen eingesetzt. So erhält zum Beispiel die Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH Darlehen in Höhe eines größeren zweistelligen Millionenbetrages mit dem Ziel, ein umfangreiches Bauprogramm auf dem Gebiet der Diözese Regensburg zu verwirklichen. Zwischen Tirschenreuth und Landshut entstehen über 700 Wohnungen für Jung und Alt, insbesondere auch mit sozialverträglichen Mieten.

Das Nettovermögen zum 31. Dezember 2019, also die Mittel des Eigenkapitals abzüglich der zweckgebundenen Rücklagen der Diözese Regensburg, umfasste rund 156 MiLlionen Euro. Nach Abzug des Stammvermögens verbleibt eine Ausgleichsrücklage von rund 116 Millionen Euro. Sie dient dem Ausgleich von Ergebnisschwankungen und stärkt die wirtschaftliche Substanz der Diözese.

Wie notwendig die Ausgleichsrücklage ist, wurde im laufenden Jahr 2020 deutlich, als die Diözese erhöhten Aufwendungen bei gleichzeitig niedrigeren Erträgen gegenüberstand. Die Corona-Pandemie führte zum Beispiel bei den diözesaneigenen Bildungs- und Exerzitienhäusern zu einschneidenden Umsatzeinbußen und damit zu einem höheren Zuschussbedarf. Noch ist nicht genau abzusehen, was die Pandemie für den Jahresabschluss 2020 bedeutet. Deutlich ist bereits jetzt, dass die Erträge zurückgegangen sind. Die Diözese Regensburg stellte deshalb alle geplanten Ausgaben auf den Prüfstand. Damit soll sichergestellt werden, dass die absehbaren finanziellen Auswirkungen in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Auch für das Rechnungsjahr 2021 gehen wir davon aus, mit verminderten Erträgen gegenüber 2019 rechnen zu müssen.

Für alle Entscheidungen über die künftige Struktur des Haushalts gilt ein zentrales Leitziel: Die Diözese will auch unter sich ändernden finanziellen Voraussetzungen in Zukunft den Menschen dienen, mit einer ortsnahen Seelsorge, mit einer gelebten Caritas und mit Liturgie und Gottesdienst.


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