27.10.2020, 14:38 Uhr

Wanderfreund für Ehrenamt gesucht Im Tageszentrum „Café Insel“ finden wieder Begegnungen und Gruppenangebote statt

 Foto: Scheiner/Diakonie Foto: Scheiner/Diakonie

Lange spielte sich das Leben im „Café Insel“, dem Tageszentrum für Menschen mit seelischen Problemen, im Freien ab. Hinter dem Jugendstilhaus in der Luitpoldstraße in Regensburg liegt ein Hof, der sich für Begegnungen, kleine Gruppenangebote und Gespräche mit Sicherheitsabstand eignet. Seit Anfang des Monats stehen auch im Haus wieder die Räume Besuchern offen.

Regensburg. Mit allen gebotenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen können sich jeweils einige im offenen Café-Bereich treffen. Kleinere Gruppen, wie die Handarbeitsgruppe von Anke D. treffen sich ebenfalls wieder zum Stricken, Häkeln oder Sticken. Die Corona-Maßnahmen haben erst einmal viel durcheinandergebracht und erschwert, sind sich Genesungsbegleiter Ludwig K. und die Sozialpädagogin Corinne Voss einig. „Damit müssen wir leben“, seufzt Ludwig K. Regelmäßig geht er mit höchstens sieben Spielern in den Stadtpark zum Boccia spielen. Da „werden die Kugeln nach jeder Runde desinfiziert“, erläutert er und „manchmal muss ich die Spieler ermahnen Abstand zu halten“. Die würden das auch einsehen, „gehen nur manchmal etwas locker mit den Vorgaben um.“

Keine Probleme hat dagegen Anke D., die auch gewählte Besuchersprecherin im Tageszentrum ist, mit den Teilnehmern ihres zweiten Kurses. Mit dieser Gruppe geht sie wöchentlich einmal spazieren. „Wir laufen alle mit Abstand“, da müsse man halt etwas lauter reden, „wenn man sich unterhält“. „Besonders gern“, wies Voss auf eine Lücke im Angebot des Tageszentrums hin, „würden wir wieder Waldwanderungen anbieten“. Diese kämen in besonderer Weise Menschen mit Depressionen zu gute. „Uns fehlen aber Ehrenamtliche“, bedauert die engagierte Sozialpädagogin. Es müsste jemand sein, der keiner Risikogruppe angehört, erläutert sie, „und jeweils am letzten Sonntag im Monat für unsere Besucher eine Wanderung organisieren kann.“

Angst vor einem weiteren Lockdown haben sie keine. „Jetzt sind wir viel besser vorbereitet“, zeigt Voss die Möglichkeiten telefonischer Beratungsarbeit und „Essen to Go“ auf. Mit diesen neuen Formen sind bereits im Frühjahr die Betreuung und Aufrechterhaltung der Kontakte zu den Besucher sichergestellt worden. Anke D. ist manchmal unsicher und hofft „sehr, dass das Tageszentrum weiterbestehen bleibt“. Denn ihrer Meinung nach „kann es Menschen wie mich nach einem Klinikaufenthalt optimal auffangen“.


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