24.07.2019, 23:27 Uhr

Tagung in Schweinfurt Bund für Geistesfreiheit stößt Wertedebatte an

Der Vorstand in Schweinfurt. (Foto: Bund für Geistesfreiheit)Der Vorstand in Schweinfurt. (Foto: Bund für Geistesfreiheit)

Eine Wertedebatte hatte der Vorstand des Bundes für Geistesfreiheit, bfg, Bayern in den Mittelpunkt seiner Sitzung gestellt. In einer Zeit der immer noch zunehmenden Umweltzerstörung und eines Wertverfalls müssten die Ideale der Aufklärung und eines säkularen Humanismus praktisch gelebt werden können.

REGENSBURG/BAYERN In seiner Begrüßung betonte der erste Vorsitzende des bfg Schweinfurt, Prof. Dr. Herbert Wiener, dass immer mehr Menschen ihre Werte neu orientieren. Selbstbestimmtes Leben bis zum Tod, Leben mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, Leben im Einklang mit der Natur und eine aktive Gestaltung auf Erden werden immer wichtiger.

Symbolcharakter hatte da auch der Tagungsort. Das alte Feuerwehrhaus in Oberndorf, einem Stadtteil von Schweinfurt. Direkt neben das Geburtshaus von Philipp Moritz Fischer, dem Erfinder des Tretkurbelfahrrades. „Diese sanfte Technologie hat einen weltweiten Siegeszug angetreten und steht beispielhaft für nachhaltiges Wirtschaften“, betonte Wiener abschließend. Die Freigeister unterstützen die ökologische Bewegung, beispielsweise auch „Friday for Future“, und sehen darin einen wichtigen Gegenpol zu einer dem Profitstreben und einem immer nationalistischer werdenden Mainstream in der Welt. Für den bfg Bayern steht der Mensch im Mittelpunkt. Weltliche Lebensfeiern von der Geburt bis zum Tod werden von immer mehr Menschen gewünscht.

Die neuesten Kirchenaustrittzahlen in Bayern, 92.000 Menschen haben den christlichen Kirchen die Rote Karte gezeigt, sprechen für sich. „Ich gehe davon aus, dass bis 2030 deutlich weniger als 50 Prozent der Bevölkerung in Bayern noch Mitglied der christlichen Kirchen sind“, bewertete der Vorsitzendes des bfg Bayern, Erwin Schmid, die neuesten Zahlen.

„Die Kirchen als Arbeitgeber müssen endlich aufhören, ihre moralischen Werte für die Beschäftigten in Krankenhäusern, Altenheimen oder Kindergärten zur Grundlage von Arbeitsverhältnissen zu machen. Sie dürfen die Rechtsprechung des EuGH nicht länger missachten. Alle Unterlagen der tausendfachen Missbräuche an Kindern und Jugendlichen im Verantwortungsbereich der Kirchen müssen von den Staatsanwaltschaften eingezogen werden. „Die Sonderrechte der Kirchen müssen im 21. Jahrhundert endlich beseitigt werden“, forderte Schmid. Dafür werde der bfg in Bayern sein Engagement verstärken.

Eine aktuell besondere Bedrohung der freiheitlich demokratischen Menschen sieht der bfg in dem Erstarken nationalistischer und rechtsextremer Kräfte. Der bfg sieht sich als natürlicher Partner und aktiver Mitstreiter in Bündnissen gegen Rechtsextremismus und Fundamentalismus.


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