10.06.2019, 21:27 Uhr

Abschied Domkapellmeister Roland Büchner dirigiert ein letztes Mal vor Regensburger Publikum

Roland Büchner. (Foto: Stadt Regensburg/S. Effenhauser)Roland Büchner. (Foto: Stadt Regensburg/S. Effenhauser)

Am 28. Juni dirigiert Roland Büchner zum letzten Mal als Domkapellmeister ein Konzert vor Regensburger Publikum. Mit der Aufführung von Joseph Haydns Schöpfung schließt sich nicht nur für ihn ein Kreis. Anlässlich der 50-jährigen Städtepartnerschaft von Brixen und Regensburg musizieren die Domspatzen mit dem Domchor Brixen, dem Kammerorchester Regensburg und Solisten aus Deutschland und Südtirol. Die Bläser sind Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters.

REGENSBURG Es sind nicht nur die großen, sondern auch die vielen kleinen Momente, die für Roland Büchner nach 25 Jahren als Chef der Regensburger Domspatzen unvergessen bleiben. „Die besten Momente werden einem geschenkt, die kann man nicht planen“, sagt der scheidende Domkapellmeister. Man braucht kein Prophet sein, um zu ahnen, dass ihm beim letzten Regensburger Konzert wieder ein großer Moment geschenkt wird. Dann, wenn Büchner zum letzten Mal in Regensburg, der Heimat der Domspatzen, zum Dirigentenstab greift. Am Freitag, 28. Juni, um 20 Uhr, ist dann Joseph Haydns ergreifendes Oratorium „Die Schöpfung“ im Regensburger Audimax zu hören. Weil die Städte Regensburg und Brixen ihre goldene Partnerschaft feiern, musizieren die Domspatzen gemeinsam mit dem Domchor Brixen, dem Kammerorchester Regensburg und den Solisten Clara Sattler (Sopran), Roman Pichler (Tenor) und Manfred Bittner (Bass).

Roland Büchner prägte 25 Jahre lang den Chor der Regensburger Domspatzen. Auf die Frage nach den größten Momenten sagt er: „Da ist natürlich das Konzert für den Papst in der Sixtinischen Kapelle, die erstmalige Reise ins Heilige Land oder nach Südafrika. Aber da sind auch die viele kleinen Momente im Regensburger Dom, Sternstunden, die einem geschenkt wurden, die man nicht planen kann.“ Gerade in den schweren Zeiten genoss er die Arbeit mit seinen Buben und Männern. „Das gemeinsame Singen ist und war immer Balsam für die Seele, für alle von uns“, sagt Büchner.

Dass es für ihn das letzte Konzert mit seinen Domspatzen vor Regensburger Publikum sein wird, ist für ihn selbst nur eine Randnotiz. „Selbstverständlich konzentriere ich mich in diesem Moment auf das Musizieren, ich möchte in dem Moment die Musik mit meinen fantastischen Jungs zum Klingen bringen“, sagt er. Was ihn aber zwischendurch immer mal bewegt, ist der Gedanke, dass er bald diesen einzigartigen Chorklang nicht mehr haben wird. Das mache ihn wehmütig, aber nicht traurig, so Büchner. Aber ein Blick in die Gesichter seiner Sänger vertreibe schnell jede Wehmut. Und dieses Glück möchte er die letzten Wochen einfach nur genießen.

Die Domchöre der seit nunmehr 50 Jahren in Partnerschaft verbundenen Städte Brixen und Regensburg bringen das Oratorium unter der Leitung von Roland Büchner zur Aufführung. Neben dem Südtiroler Tenor Roman Pichler sind vor allem Clara Sattler und Manfred Bittner als Solisten „Kinder“ eben jener Ensembles. Die Aufführung wird emotional sein. Dazu tragen auch die seit 50 Jahren offiziell und privat immer mehr gewachsenen Verbindungen zwischen beiden Partnerstädten bei, auf musikalischer Ebene nicht zuletzt durch die gegenseitigen Besuche der Domchöre unter Josef Knapp und Heinrich Walder sowie Georg Ratzinger und Roland Büchner. Roland Büchner leitet seit zehn Jahren die Brixener Kirchenmusiktage und pflegt schon lange freundschaftliche Verbindung in die Regensburger Partnerstadt. Beide Konzerte werden außerdem von den Städten Regensburg und Brixen unterstützt.

Die Aufführungen von Joseph Haydns „Schöpfung“ in Regensburg und dann auch in Brixen sind die letzten beiden „großen“ Konzerte mit Chor und Orchester unter der Leitung von Roland Büchner als Regensburger Domkapellmeister. Somit sind sie für alle Mitwirkenden und Zuhörenden per se ein Erlebnis. Mit dem Abschied Roland Büchners geht eine Ära zu Ende, ein Vierteljahrhundert im Dienst des über tausend Jahre bestehenden Regensburger Domchors. Am Ende der Amtszeit Büchners steht mit Haydns „Schöpfung“ jedoch ein Werk, das wie wenige andere Aufbruch und Neuanfang symbolisiert. Ein Aufbruch, zu dem er auch seine Sänger vor Beginn von Gottesdiensten oder Konzerten mit einem regelmäßigen „Auf gehts, Burschen, packmas!“ anspornt.

Karten für das Konzert am 28. Juni um 20 Uhr gibt es im Internet unter www.okticket, per Mail an kartenvorverkauf@domspatzen.de, unter der Telefonnummer 0941/ 79620 und an der Abendkasse. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.domspatzen.de.


0 Kommentare